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Veröffentlicht am 18.04.2024 11:15

Diese Dinkelsbühler Scheune ist einen Denkmal-Preis wert

Vor etwa 600 Jahren wurde diese Scheune in der Nördlinger Straße in Dinkelsbühl errichtet. Vor der Instandsetzung war sie in einem baulich schlechten Zustand. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Vor etwa 600 Jahren wurde diese Scheune in der Nördlinger Straße in Dinkelsbühl errichtet. Vor der Instandsetzung war sie in einem baulich schlechten Zustand. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Vor etwa 600 Jahren wurde diese Scheune in der Nördlinger Straße in Dinkelsbühl errichtet. Vor der Instandsetzung war sie in einem baulich schlechten Zustand. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)

Zehn vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Die FLZ stellt sie in loser Folge vor. Diesmal: Eine Scheune aus dem 15. Jahrhundert in Dinkelsbühl.

Die Geschichte des unter Ensembleschutz stehenden Gebäudes im rückseitigen Hof des Anwesens Nördlinger Straße 25 in Dinkelsbühl liegt im Verborgenen. Zwei Altersbestimmungen mit Hilfe der Jahresringe auf den verbauten Hölzern ergaben eine Datierung in das frühe 15. Jahrhundert. Dendrochronologie nennt man dieses Verfahren in der Fachsprache.

Mittelalterlicher Fachwerkbau ist 600 Jahre alt

Von Südosten kommend führt das Nördlinger Tor in die mittelalterlich geprägte Altstadt von Dinkelsbühl. Schmucke Bürgerhäuser säumen den Weg zum Marktplatz mit seinem Münster St. Georg. „Glücklicherweise blieb die malerische Stadt während des Zweiten Weltkrieges von großen Zerstörungen verschont, so dass eine hohe Dichte an mittelalterlicher Bausubstanz bis heute überdauert hat“, erläutert Franziska Lehmann vom Bezirk Mittelfranken. Darunter finden sich auch selten gewordene Speichergebäude und Scheunen wie die, deren Sanierung nun vom Bezirk ausgezeichnet wurde.

Der rund 600 Jahre alte mittelalterliche Fachwerkbau mit teils massivem Sockel und Satteldach war ursprünglich eine Halle ohne Zwischendecke, gestützt von zwölf Holzständern. Um 1751 kam es zu einem größeren Umbau. Dabei wurden unter anderem Aussteifungen – also Konstruktionen, die notwendig sind, um zu große Verformungen des Bauwerks unter horizontalen Lasten zu verhindern – im Tragwerk entfernt und drei kleine Ställe eingebracht.

Die Scheune, die über die Straße Drysatz zugänglich ist, war vor ihrer Instandsetzung in einem baulich schlechten Gesamtzustand und einsturzgefährdet. Dem Einsatz des Eigentümers sei es zu verdanken, dass das Nutzgebäude vor dem Verfall gerettet wurde – ohne eine Umnutzung anzustreben, erklärt Lehmann. Statische Instandsetzungsmaßnahmen sowohl am Dachtragwerk als auch am Fachwerk habe man unter größtmöglichem Erhalt der historischen Substanz vorgenommen. Die Gefache wurden aufwendig mit Flechtwerk und Lehm restauriert oder, wenn nötig, erneuert und mit einer Kalkputzlage versehen.

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Das Gebäude blieb ungedämmt

Die Tore und die einfachen Holzfensterläden hat man aufgearbeitet beziehungsweise passend ersetzt. Eine Dämmung der Scheune ist nicht erfolgt. Der Innenraum wurde in den Zustand von 1750/51 zurückversetzt. Damit wurden auch im Hinblick auf die Statik die drei Ställe durch wieder eingezogene Zwischenwände im Erdgeschoss angedeutet sowie ein Subsidiärtragwerk eingebaut. Für die Erschließung der oberen Etagen mussten die nicht mehr tragfähigen Zwischendecken erneuert werden, wobei man auf die vorhandenen Zwischenbalkenlagen zurückgriff.

„Das Ergebnis ist eine sehr gelungene Instandsetzung einer nicht denkmalgeschützten mittelalterlichen Scheune, die eine Bereicherung für das vielseitige Stadtbild Dinkelsbühl darstellt“, schreibt Franziska Lehmann in ihrer Laudatio.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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