Die Meute und die Tradition: Reitclub Trautskirchen eröffnet die Jagdsaison | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.09.2023 16:27

Die Meute und die Tradition: Reitclub Trautskirchen eröffnet die Jagdsaison

Saisonauftakt der Frankenmeute in Trautskirchen: Immer den Beagles hinterher ging es für rund 30 Reiterinnen und Reiter auf eine 18 Kilometer lange Strecke durch die Zennauen und über die Frankenhöhe. (Foto: Y. Neckermann)
Saisonauftakt der Frankenmeute in Trautskirchen: Immer den Beagles hinterher ging es für rund 30 Reiterinnen und Reiter auf eine 18 Kilometer lange Strecke durch die Zennauen und über die Frankenhöhe. (Foto: Y. Neckermann)
Saisonauftakt der Frankenmeute in Trautskirchen: Immer den Beagles hinterher ging es für rund 30 Reiterinnen und Reiter auf eine 18 Kilometer lange Strecke durch die Zennauen und über die Frankenhöhe. (Foto: Y. Neckermann)

Ein dreifaches Horrido erklang am Sonntagmittag in der Zenngemeinde Trautskirchen: Gemeinsam mit dem Bläserensemble der „Trompes Franconiennes“ und den Jagdhornbläsern Trautskirchen eröffnete der Reitclub (RCT) die Jagdsaison der Frankenmeute.

Für 24 Beagles und rund 30 Reiterinnen und Reiter aus ganz Bayern ging es hoch zu Ross auf einer 18 Kilometer langen Strecke über Einersdorf, Stöckach und Dagenbach wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Im Zenngrund und auf der Frankenhöhe erwarteten die Teilnehmenden neun – auch für Einsteiger geeignete – Hindernisse, die übersprungen oder umritten werden konnten. Denn bei der Schleppjagd des RCT wird am Ende kein Sieger gekürt. Statt um sportliche Leistungen geht es um das Gemeinschaftserlebnis und das Miteinander.

„Die Eröffnungsjagd ist nie besonders schwer”

„Traditionsgemäß ist die Eröffnungsjagd nie besonders schwer. Die Hindernisse werden erst im Laufe der Saison höher“, erläuterte Benno Fischer aus Roth, mit 83 Jahren der älteste Reiter und ein „alter Hase“. Seit 60 Jahren nimmt der Mitgründer der Frankenmeute an Veranstaltungen dieser Art teil und ist auch regelmäßig in Trautskirchen dabei. „Es ist einfach eine sehr schöne Jagd hier“, findet er. Landschaftlich gebe es zwar viele reizvolle Strecken, beim RCT setze aber vor allem das gesellschaftliche Drumherum ein Ausrufezeichen. „So ein Buffet gibt es sonst nirgendwo, und auch menschlich passt‘s.“

Gelegt wurde die Schleppe, also die künstliche Duftspur, von Marianne Fichtelmann vom RCT und Lisa Seidl von der Frankenmeute. Nach einem Begrüßungsumtrunk, der Aufstellung des Reiterfelds beim so genannten Stelldichein und der Fanfare zum Abritt gab es für die Meute kein Halten mehr. Laut kläffend folgten die schwanzwedelnden Vierbeiner der Fährte und führten die Jagdgesellschaft an, die das Gelände des RCT im Galopp verließ. Dieses Spektakel ließen sich erneut viele Besucherinnen und Besucher nicht entgehen und folgten dem Feld auch mit dem Auto.

Schöne Klänge dienen auch der Verständigung

Nicht nur schön anzuhören, sondern für die Kommunikation und somit das Gelingen der Jagd auch besonders wichtig waren die Jagdhornsignale der „Trompes Franconiennes“, die alle eine besondere Bedeutung haben. So werden nicht nur zur Begrüßung, zum Aufsitzen oder zum Abschied besondere Fanfaren geblasen. Unterwegs zeigen die Bläser an, was bei der Meute passiert. Außerdem weisen sie dem hinteren Teil des Felds den Weg.

Einer der Aktiven war Thomas Wagner, der mit seiner „Trompe de Chasse“ – dem französischen Jagdhorn – die „Trompes Franconiennes“ gelegentlich als Gastmusiker verstärkt und dafür an diesem Tag extra aus dem oberbayerischen Traunstein angereist war. „Jagdhornbläserei ist eine unglaublich inbrünstige Art, Musik zu machen“, verriet der 56-Jährige. „Wen die Faszination einmal gepackt hat, den lässt sie nie wieder los!“ Demzufolge hätte ihn auch die über 300 Kilometer lange Autofahrt nach Westmittelfranken nicht abgeschreckt.

„Die Jagdreiterei ist eine aussterbende Kultur”

„Leider ist die Jagdreiterei eine aussterbende Kultur. Es gibt nicht mehr so viele Veranstaltungen wie diese.“ Pferdehaltung und Reitsport seien schließlich keine preiswerten Hobbys.

„Es liegt an uns, das Kulturerbe auch in Zukunft zu pflegen und vor allem den Nachwuchs für diesen Sport zu begeistern“, sagte dazu Dr. Armin Kirchdorfer, Präsident der Frankenmeute.

Der Reitclub Trautskirchen leistete am Wochenende erneut einen Beitrag dazu. „Es hat alles wunderbar funktioniert, und das Feedback war durchweg positiv“, berichtete RCT-Vorsitzender Lukas Lockl im Anschluss. Besonders freute er sich, dass alle verletzungs- und unfallfrei wieder am Vereinsgelände eintrafen, wo viele Reiter und Helfer noch bis in den Abend beisammensaßen.


Von ynn
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