Vor 70 Jahren wurde die katholische Kirche Maria Namen in Markt Erlbach geweiht. Dieser runde Geburtstag wird seit Februar mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Mit einem Jubiläumsgottesdienst und einem Begegnungsfest läutet man am Sonntag, 28. September, den Höhepunkt ein.
Herausgegeben wurde auch eine Chronik. Vor einem Jahr begann man mit ihrer Erstellung. Den überwiegenden Teil der Arbeit erledigten Ehrenamtliche mit Unterstützung der Hauptamtlichen. Die Chronik ist, wie Birgit Dürr-Kunz, Irmi Bauereiß sowie Kirsten und Mike Reeg, allesamt Mitglieder des Gemeindeausschusses, betonten, eine Ergänzung zu der 2005 zum 50-jährigen Bestehen herausgegebenen Festschrift.
Bilder und kurze Texte geben einen Einblick ins vielfältige Gemeindeleben, die vielen Aktivitäten, Feiern, besondere Gottesdienste und stellen die Menschen vor, die in der Kirche wirken – sei es hauptamtlich oder seien es die vielen Ehrenamtlichen. Zu finden sind in dem über 70-seitigen Heft zudem zahlreiche Rezepte aus verschiedenen Gegenden, die die Chronik so besonders „schmackhaft” machen und die gelebte Vielfalt auch kulinarisch aufzeigen.
Ein Kapitel ist der Corona-Zeit mit ihren Einschränkungen gewidmet, die auch das kirchliche Leben betrafen. Natürlich fehlen Informationen über das 2015 für rund eine Million Euro sanierte Pfarrzentrum nicht. 650.000 Euro der Kosten übernahm das Bistum, 250.000 Euro die Kirchengemeinde. Über Spenden kamen 30.000 Euro zusammen, worauf man sehr stolz ist. Auch für den Niedrigseilgarten im Pfarrgarten, der mit rund 27.000 Euro zu Buche schlug, gelang es, das Geld allein durch Spenden und Stifter aufzubringen.
Das inzwischen stark frequentierte Angebot kannte Mike Reiß, ebenso wie Irmi Bauereiß. Lehrkraft an der örtlichen Grund- und Mittelschule, aus der Erlebnispädagogik. „Es ist toll, so etwas vor Ort zu haben.” Der Niedrigseilgarten wird nicht nur von Kommunion- und Firm-Gruppen genutzt, um so das Wir-Gefühl zu fördern, inzwischen machen viele Externe davon Gebrauch.
Stolz ist man in Markt Erlbach auf das aktive Gemeindeleben. Da gibt es etwa die Kolpingfamilie und Kolpingjugend. Hervorgehoben wird zudem die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Schule. Angeboten werden ferner Sternsingeraktionen und ein ökumenischer Seniorenkreis mit rund 30 Teilnehmenden an jedem ersten Mittwoch im Monat ab 14.30 Uhr im Pfarrzentrum. „Die Gruppe ist sehr aktiv”, betont Birgit Dürr-Kunz. Die Seniorenarbeit existiert bereits seit 55 Jahren.
An vergangene Zeiten erinnert der Kirchenchor, der aus Markt Erlbachern und Wilhermsdorfern besteht. Bis Oktober 2019 gehörte Markt Erlbach zur Pfarrei Wilhermsdorf. Im Zuge der Umpfarrung, der Umgestaltung des gesamten Erzbistums Bamberg wurde Maria Namen Filialkirche der Pfarrei Neustadt und dem Seelsorgebereich „Oberer Aischgrund” zugeordnet. „Ohne das große ehrenamtliche Engagement bei uns wäre der Anschluss an Neustadt schwer möglich gewesen”, sind sich Birgit Dürr-Kunz, Irmi Bauereiß sowie Kirsten und Mike Reeg sicher. Zu kurz kommt auch nicht die Jugendarbeit, die projektbezogen erfolgt.
Einen Blick warfen die Gemeindeausschussmitglieder auch auf die Geschichte. Gab es 1939 lediglich 52 Katholiken im Ort, so stieg die Zahl 1950 auf 439 an. Als Grund wurden die vielen Heimatvertriebenen genannt, die nach Markt Erlbach kamen. Bis zum Bau der Kirche Maria Namen traf man sich im Merz-Saal in der Ringstraße zum Gottesdienst. Die Kirche sollte dazu beitragen, „ein Stück der verlorenen Heimat der Vertriebenen wieder zurückzugeben”, heißt es im Chronik-Vorwort.
Auf die Frage, weshalb man das 70. und nicht erst das 75. Jubiläum feiert, kommt die Antwort rasch. Jetzt seien noch einige der ersten Stunde dabei. „Wir feiern, was wir haben.” Los geht es am Sonntag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, ab 11.30 Uhr gibt es Mittagessen. Geboten wird zwar auch ein kleines Programm, allerdings sollen die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen, sich begegnen.
Da am Sonntag bewusst keine Gottesdienste in den katholischen Kirchen in Uehlfeld, Neustadt und Emskirchen stattfinden, sind alle eingeladen, nach Markt Erlbach zu kommen, natürlich auch die Wilhermsdorfer.