Rund 1,1 Millionen Euro will der TV 1860 Bad Windsheim in die Hand nehmen, um die Sporthalle, bekannt auch als Judohalle, zu sanieren und zu restaurieren. Das berichtete Vorsitzender Jürgen Müller bei der Jahresversammlung im TV-Heim-Restaurant „Die Schwalbe“. Das Besondere daran: Die Finanzierung steht.
Die in die Jahre gekommene Halle war beim Juli-Hochwasser 2021 stark in Mitleidenschaft gezogen worden und ist dringend sanierungsbedürftig. Der frühere Übungsraum der Judoabteilung war nicht mehr benutzbar, die Abteilung wird zwar noch unter dem TV aufgeführt, Aktivitäten und Termine sind aber keine mehr gelistet.
650.000 Euro, das war die ursprüngliche Summe, mit welcher der Vorstand des TV 1860 kalkuliert hatte, um die Sanierung auf den Weg zu bringen und die Sporthalle samt Nebenräumen wieder zweckentsprechend nutzen zu können. Nachdem die Bundesregierung eine Milliardensumme für die vom „Ahrtal-Hochwasser“ Betroffenen zur Verfügung gestellt hatte, floss ein Teil auch in den Freistaat, der ebenfalls zahlreiche Hochwasserschäden zu verzeichnen hatte.
Zusätzliche Landesmittel hatte die Staatsregierung versprochen. Nach Abgabe der erforderlichen Anträge und Dokumente, hatte der TV 1860 Bewilligungsbescheide für hohe Fördersummen. Bis rund ein Jahr später eine „realistische Kostenschätzung“ (Jürgen Müller) auf rund 1,1 Millionen Euro kam. Ein Betrag, den der TV niemals hätte stemmen können.
Das Ganze also zurück auf Anfang. Laut Müller waren die Zuschussgeber nun davon zu überzeugen, dass die Millionensumme realistisch sei und vor allem musste erklärt werden, worauf die immense Steigerung zurückzuführen ist.
Unter anderem führte der Vorsitzende eine Forderung des Wasserwirtschaftsamtes an, nach der die Sporthalle auf das Niveau der Gaststube des Sportheims angehoben werden müsse. Grund: Die „Hochwasserspiegellage“, sprich der auf Normalnull bezogene Wasserstand an einem Gewässer zu einer bestimmten Zeit, muss eingehalten werden.
Die Halle wird künftig auch in einer Bodenwanne stehen, die die Überschwemmungsgefahr zusätzlich deutlich reduziert. Mit der Anhebung ist gleichzeitig der bisher nicht mögliche barrierefreie Zugang vom Gastraum zu den Toiletten verbunden.
Außerdem werden für die Sportler zwei kleinere Toiletten im Kabinenbereich realisiert, deren Fehlen bisher ein Manko war. Insgesamt zwar kein „Rundum-Sorglos-Paket“, das in der Millionensumme verpackt ist, aber ein Riesenschritt in Sachen zeitgemäßer Sportstätte.
Unter anderem wurde die „Überplanung aller Räume“ von den Zuschussgebern anerkannt. Diese haben nach umfangreicher Prüfung ihre Fördermittel nahezu verdoppelt. Von 300.000 auf 570.000 Euro hat der Bund seinen Anteil erhöht, die Fördersumme des Freistaates Bayern stieg auf 500.000 Euro. Der Bewilligungsbescheid vom Bund liegt bereits vor, vom Freistaat hat der TV 1860 die „Genehmigung für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn“ erhalten, so dass auch hier der Förderbescheid nur noch eine Formalie ist.
Eigenleistungen, „die wir stemmen werden, so Jürgen Müller, belaufen sich auf ein langfristiges Darlehen über 50.000 Euro, Spendeneinnahmen von rund 25.000 Euro sowie händische Eigenleistungen, die als Refinanzierung anerkannt werden.
„Wenn alles gut läuft“, so Vorsitzender Müller, können bis Ende Mai die Ausschreibungen erfolgen, der Baubeginn wäre dann im Frühherbst möglich. Als Wunschtermin für den Einzug in die „neue“ Halle nannte Jürgen Müller Weihnachten 2026. Das Konzept des TV-Vorstands war anscheinend überzeugend und schlüssig, Nachfragen der 43 bei der Versammlung anwesenden Mitglieder gab es nicht.