Die Freiberger Klang-Juwelen in Ermetzhof | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.08.2023 12:54

Die Freiberger Klang-Juwelen in Ermetzhof

Zu Gast in Ermetzhof: die Freiberger Klang-Juwelen, der Lautenist Charlie Zhang, die Fagottistin Mei Chu Helbig, die Geigerin Martina Möwes, die Sängerin Heike Eva Weiß und der Flötistin Bernd Schäfer. (Foto: Thomas Wirth)
Zu Gast in Ermetzhof: die Freiberger Klang-Juwelen, der Lautenist Charlie Zhang, die Fagottistin Mei Chu Helbig, die Geigerin Martina Möwes, die Sängerin Heike Eva Weiß und der Flötistin Bernd Schäfer. (Foto: Thomas Wirth)
Zu Gast in Ermetzhof: die Freiberger Klang-Juwelen, der Lautenist Charlie Zhang, die Fagottistin Mei Chu Helbig, die Geigerin Martina Möwes, die Sängerin Heike Eva Weiß und der Flötistin Bernd Schäfer. (Foto: Thomas Wirth)

Auf einer kleinen Konzertreise durch das westliche Mittelfranken sind die Freiberger Klang-Juwelen unterwegs gewesen. Das sächsische Quintett hatte Musik von Komponisten dabei, die einen Bezug zu Ansbach, zur markgräflichen Kapelle vor allem, haben.

Während sich die Freiberger Klang-Juwelen in Obersulzbach französischer Barockmusik widmeten, standen in Ermetzhof und Weidenbach Werke auf dem Programm, die in etwa die letzten hundert Jahre des Fürstentums Ansbach abdecken.

Stargäste aus Italien

Nicht alle Sonaten und Arien, die das Quintett aufführte, werden am Ansbacher Hof erklungen sein, aber ihre Schöpfer arbeiteten hier zumindest eine Zeit lang. Als Stargäste ein paar Jahre engagiert waren in Ansbach zum Beispiel der Geiger Giuseppe Torelli, der Ahnvater der Gattung „Violinkonzert“, und der Altkastrat Francesco Antonio Pistocchi, der auch als Gesangslehrer eine enorme Wirkung entfaltete.

Johann Georg Pisendel, der bedeutendste deutsche Geiger seiner Zeit, erhielt in Ansbach seine musikalische Grundausbildung. Johann Wolfgang Franck, ein wichtiger Meister der frühdeutschen Oper, komponierte hier 1679 „Die drei Töchter Cecrops“. Jakob Friedrich Kleinknecht, der ab 1769 als Kapellmeister in Ansbach wirkte, hinterließ vor allem für Flöte effektvolle Werke im Galanten Stil.

Musik dieser Komponisten erklang auch beim Konzert in Ermetzhof in der neugebauten, hellen, freundlichen Konzert-Diele, die der rührige Verein „Kultur in der Scheune“ nutzt. Die Geigerin Martina Möwes und ihr Ensemble hatten also treffsicher die wichtigsten Komponisten der Ansbacher Hofkapelle ausgewählt. Einzig der musikhistorisch ebenfalls interessante Sänger und Kapellmeister Georg Heinrich Bümler fehlte in der illustren Reihe.

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Präsent und klangvoll

In dem akustisch klaren Veranstaltungsraum waren die ausgewählten Sonaten und Arien ebenso präsent wie klangvoll zu erleben.

Heike Eva Weiß nahm mit ihrem sicher geführten, warmen, schön gerundeten Sopran für sich ein. Bernd Schäfer meisterte Kleinknechts atemraubende Flöten-Herausforderungen mit federnder Virtuosität. Martina Möwes, die auch eine Pisendel-Sonate zum Besten gab, und Hausherrin Ulrike Bergmann lockerten das Programm zudem mit kleinen Textbeiträgen auf.

Schön zu sehen und zu hören also, dass nicht nur in und um Ansbach herum die markgräfliche Hofkapelle und deren Komponisten immer wieder Musiker inspirieren – Rainer Goede, Johannes Schwinn und Wolfgang Riedelbauch haben sich hier in den vergangenen Jahrzehnten besonders verdient gemacht – sondern dass auch Alte-Musik-Ensembles außerhalb Frankens sie für sich entdecken.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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