Eröffnet mit einem Gottesdienst und begleitet von Blasmusik fand am Sonntag das Brotbackfest in Leidendorf bei Weidenbach (Landkreis Ansbach) statt. Etwa 600 Gäste erlebten unter überraschend blauem Himmel traditionelles Backhandwerk und genossen fränkische Pizza.
Es sind zwei große, qualmende Öfen, aus denen ein fertig gebackener Hitzblooz nach dem anderen herausgeholt wird. Dieser dünne, mit Sauerrahm, Lauch und Schinken belegte Brotteig sei sehr beliebt, erzählt die Vorsitzende des Heimatvereins Weidenbach-Triesdorf, Anne Albrecht. Gemeinsam mit dem gesamten Vorstand hat sie die Veranstaltung ausgerichtet.
Sie selbst ist bereits seit 2017 an der Organisation beteiligt. Dabei sei vor allem eines wichtig: die vielen Helfer, die bei Auf- und Abbau sowie der Durchführung des Festes unterstützen. Insgesamt seien das 65 Personen, sagt Albrecht und betont: „Ohne sie wäre das alles hier nicht zu stemmen.“ Vor allem die Unterstützung, die hinter den Kulissen stattfindet, könne man von außen gar nicht sehen.
Der Andrang auf dem Festareal ist indes groß. Die Schlange vor den Hitzblooz-Öfen geht über das ganze Grundstück, in der Scheune reihen sich die voll besetzten Bierbänke aneinander. Die alteingesessene Dorfgemeinschaft, aber auch Menschen aus der Region sind gekommen, um gemeinsam zu essen und sich auszutauschen. Darunter auch Familien mit Kindern. Dass viele mit dem Fahrrad angereist sind, wie es auch Albrecht berichtet, ist schnell ersichtlich. Auf der Wiese neben den Festzelten reiht sich ein Zweirad ans nächste.
Eines davon gehört auch Heidi Krieglstein, die das erste Mal auf dem Brotbackfest ist. Trotz des unbeständigen Wetters sei sie mit dem Fahrrad aus Ansbach angereist, erzählt sie, während sie in der Schlange auf ihren ersten Hitzblooz wartet. „Das habe ich bisher immer verpasst, mal zu probieren“, erklärt sie.
Davon gehört hätte sie aber bereits. Schon länger dabei ist Karl Schwab aus Thalmässing. Er besucht das Fest seit fünf Jahren. „Wir sind eigentlich immer da“, sagt er und lacht. Er genieße die Gemeinschaft und das gute Essen. Das Lieblingsbrot des 67-Jährigen: „Das mit Rettich.“
Bereits seit 1984 findet das Fest statt, das alte Brotbackhaus im Ort hatte die Idee entzündet. Es gehört der Leidendorfer Familie Scherb und konnte vor 40 Jahren in Zusammenarbeit mit dem damaligen Heimatverein instandgesetzt werden. Aus den ersten Backversuchen, die sich als erfolgreich erwiesen, entwickelte sich bis heute ein lebendiges Fest.
Neben den beliebten Broten, die zum Großteil von Landfrauen aus der Umgebung gebacken wurden und mit regionalen Zutaten belegt sind, gab es auch eine Backstation für Kinder sowie Kaffee und Kuchen. Für die musikalische Begleitung sorgte die Weidenbacher Blasmusik. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Heimatverein zugute, der davon etwa neue Ausstattung für die Festlichkeiten erwirbt.