Die Ansbacher Puppenspiele feiern 20 Jahre | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.10.2025 16:30

Die Ansbacher Puppenspiele feiern 20 Jahre

Hat ein Jubiläumsprogramm für die Ansbacher Puppenspiele zusammengestellt: Sabine Effmert, die Leiterin der Reihe. (Foto: Thomas Wirth)
Hat ein Jubiläumsprogramm für die Ansbacher Puppenspiele zusammengestellt: Sabine Effmert, die Leiterin der Reihe. (Foto: Thomas Wirth)
Hat ein Jubiläumsprogramm für die Ansbacher Puppenspiele zusammengestellt: Sabine Effmert, die Leiterin der Reihe. (Foto: Thomas Wirth)

Am Samstag, 25. Oktober, starten die Ansbacher Puppenspiele in ihre neue Saison. Es wird eine besondere. Die Figurentheater-Reihe feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Im Januar steht deswegen in großen Buchstaben „Das Fest” im Programm. Aber erst einmal marschiert Rotkäppchen übelgelaunt durch den Wald.

Das Figurentheater Pantaleon, gut bekannt in Ansbach, reist mit einer Märchenparodie von Sebastian Meschenmoser an. In „Rotkäppchen hat keine Lust” graut es der Titelheldin vor einem langweiligen Besuch bei der Oma. Sie ist deswegen schlecht drauf, der Wolf hingegen ist ein Netter. (25. Oktober, 15 Uhr, Kleines Haus).

Weiter geht es im Januar mit dem Fest zum Jubiläum. Am 8. Oktober 2005 gab es die erste Vorstellung der Ansbacher Puppenspiele. Das Theater Salz und Pfeffer zeigte Paul Maars Geschichte vom „Kleinen Känguru und dem Angsthasen“. Himbeerkuchen für alle gab es zum Einstand obendrein.

Am Anfang stand eine private Initiative

Die Figurentheaterreihe entstand aus einer privaten Initiative. Anke Merklein konnte Siegfried Blank, damals Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus, dafür gewinnen, dass die Stadt eine solche Reihe auflegt. Seit 2010 sind die Puppenspiele als eigene Sparte beim Theater Ansbach angesiedelt.

Sabine Effmert, Anke Merkleins Nachfolgerin als Leiterin der Reihe, feiert das Jubiläum mit drei Veranstaltungen an einem Tag und einem Vorabend (23. und 24. Januar). Zum Fest-Samstag bauen die flunker produktionen ihr „Lobbüro” auf. Dort arbeiten, so die Selbstbeschreibung, „Experten für angewandte Anerkennung”. Sie wollen kleine Gruppen von Kindern und Erwachsenen bei einem Rundgang ums Lobbüro ordentlich bauchpinseln und deren Lobdefizit ausgleichen (24. Januar, 12 bis 15 Uhr, Foyer).

Danach folgt Sabine Effmert mit „Hey, hey, hey Taxi” nach Saša Stanišić Kinderbuch, eine Eigenproduktion der Ansbacher Puppenspiele (15 Uhr, Kleines Haus). Und schließlich gibt es für Erwachsene eine Geisterbeschwörung von Christoph Bochdansky: „Die Geister, die wir rufen – rufen zurück” (19.30 Uhr, Theater hinterm Eisernen).

Schon am Freitag davor reist Volker Gerling mit seinem Daumenkino-Kino an. Gerling ist Tausende von Kilometern durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gewandert und hat dabei eifrig fotografiert. Seine Aufnahmen bündelt er in Daumenkinos zu poetisch-witzigen Kürzestfilmen.

Bei Vorstellungen blättert er die Daumenkinos auf und projiziert sie. Figurentheater, gibt Sabine Effmert zu, sei das strenggenommen nicht, aber spannend, weil es eine Darstellungsform an der Schnittstelle mehrere Künste sei. „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt” heißt das Programm (23. Januar, 20 Uhr, Kleines Haus).

Zum Weltfrauentag gibt es für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene eine etwas andere Rittergeschichte mit Handpuppen: „Artus und die Frauen der Tafelrunde”, eine Koproduktion von Dorothee Carls, dem Weiten Theater und T-Werk (8. März, 18 Uhr, Theater hinterm Eisernen).

Akustisches Theaterabenteuer

Für alle ab fünf Jahren gedacht ist das „Konzert der Stille”. Adeline Rüss und Anniek Vetter entlocken in ihrem „akustischen Theaterabenteuer” allerlei Dingen, die scheinbar lautlos sind, allerlei Geräusche und Klänge, um damit Geschichten zu erzählen und Bilder fürs Kopfkino zu erzeugen (28. März, 15 Uhr, Kleines Haus).

Das Figurentheater Marotte hat sich von Mariana Lekys Bestseller „Was man von hier aus sehen kann” zu einer Produktion für Erwachsene anregen lassen, ein humorvolles Portrait eines Dorfs und ein Stück über Liebe und Tod (15. Mai, 20 Uhr, Kleines Haus).

Noch ein Bestseller, einer für Kinder: Das Figurentheater Marotte lässt die Olchis lebendig werden, jene grünen Wesen, die stinkig ekligen Müll und Unordnung lieben. Es gibt aber auch einen blauen Olchi. Der ist ein Muster an Ordnungsliebe (16. Mai, 15. Uhr, Kleines Haus).

Geschichten mit Buchstaben

„Zauberzeichen” ist ein Buchstabentheater für Neugierige ab fünf Jahren. Kahtrin Blüchert erzählt, ohne große Worte zu machen, mit dem ABC kleine Geschichten. Die Buchstaben werden zu Mitspielern (13. Juni, 15 Uhr, Kleines Haus).

Stefka Ammon, Astrid Endruweit und Susi Claus setzen sich in „Wenn alles auseinander fällt” mit den Gewalt-Exzessen des frühen NS-Staates auseinander, der mit Entführung, Folter und Mord die Bevölkerung einschüchtert, aber willige Helferinnen und Helfer dabei hat. „Nachbarn werden zu Opfern und zu Tätern”, heißt es in der Ankündigung. Im Anschluss ist ein Publikumsgespräch geplant (4. Juli, 20 Uhr, Kleines Haus).


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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