Diakonisches Werk Ansbach: Wachsende Aufgabenfelder und Kostenträger unter Druck | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.03.2026 12:56

Diakonisches Werk Ansbach: Wachsende Aufgabenfelder und Kostenträger unter Druck

Das Diakonische Werk überlegt, im Kastanienhof zusätzliche heilpädagogische Gruppen baulich zu schaffen und dann auch zu betreiben. Der Bedarf sei enorm, sagt geschäftsführender Vorstand Pfarrer Martin Reutter. (Foto: Oliver Herbst)
Das Diakonische Werk überlegt, im Kastanienhof zusätzliche heilpädagogische Gruppen baulich zu schaffen und dann auch zu betreiben. Der Bedarf sei enorm, sagt geschäftsführender Vorstand Pfarrer Martin Reutter. (Foto: Oliver Herbst)
Das Diakonische Werk überlegt, im Kastanienhof zusätzliche heilpädagogische Gruppen baulich zu schaffen und dann auch zu betreiben. Der Bedarf sei enorm, sagt geschäftsführender Vorstand Pfarrer Martin Reutter. (Foto: Oliver Herbst)

Wachsende Aufgabenfelder und Kostenträger, die zunehmend unter Druck sind: Damit ist das Diakonische Werk Ansbach derzeit beschäftigt. Dies erklärt geschäftsführender Vorstand Pfarrer Martin Reutter. Der eingetragene Verein will aber nicht nur sparen und vom Bestand abspecken. Vielmehr investiere er auch in neue Felder.

Das Diakonische Werk ist gemäß seinen eigenen Angaben ein Teil der evangelischen Landeskirche in Bayern und Mitglied im Diakonischen Werk Bayern. „Wir haben wachsende Aufgabenfelder in der Diakonie Ansbach”, stellte der geschäftsführende Vorstand im Verwaltungsrat fest, „durch verschiedene Kooperationen, durch neue Geschäftsbesorgungen.”

Am längsten schon besorge sie die Geschäfte für das Seniorenzentrum Hospital und für die Kinder-Jugend-Familienhilfe Kastanienhof Ansbach. Was die Kostenträger betrifft, meint er zum überwiegenden Teil die öffentliche Hand.

Neue Mitglieder im Aufsichtsgremium

Für das Diakonische Werk mit über 500 Mitarbeitenden und circa 300 Ehrenamtlichen wies Martin Reutter einen Jahresumsatz von etwa 25 Millionen Euro aus. Ganz gut gefahren sei es in den vergangenen drei Jahren mit rücklagenstabiler Unternehmenspolitik und dem Vorgehen, Kosten auch im Kleinen einzusparen. „Wir brauchen aber auch genügend Luft für Investitionen.”

Neue Mitglieder im Verwaltungsrat sind seit Dezember Oberbürgermeister Thomas Deffner und der Direktor der Landeskirchenstelle, Ernst Pehl. Das Aufsichtsgremium hat eine Reihe von Aufgaben und Rechten, zum Beispiel die „Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder” oder die „Genehmigung des vom Vorstand aufgestellten Wirtschaftsplans”.

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Bestimmte Stellen „arbeiten eher im Minus”

Schon länger gehören dem Verwaltungsrat an: Dekan Dr. Matthias Büttner (Vorsitzender), Rolf-Bert Gerhardt (Stellvertreter) sowie Gudrun Naser, Simone Hutter, der frühere Regionalbischof Dr. Karl-Heinz Röhlin, Jochen Sauerhöfer und Gerhard Sauerhammer; Pfarrerin Dörte Knoch ist Diakoniebeauftragte im Dekanat. Die Mitglieder im Verwaltungsrat wirken ehrenamtlich, wie Matthias Büttner als Vorsitzender betonte.

Auf einer Folie in Martin Reutters Präsentation stand „Zukunft der Beratungsstellen”. Als „Aufgabe des Verwaltungsrates im kommenden Jahr, in den nächsten drei Jahren” bezeichnete er es, die defizitären Arbeitsfelder zu betrachten. „Wir haben bestimmte Beratungsstellen, die arbeiten bei Weitem nicht im Plus, sondern eher im Defizit.”

Ein ergebnisoffener Prozess zum Erhalt

Das Aufsichtsgremium müsse sich da die Frage stellen, ob man die Stellen weiter besetzen wolle und könne und ob man den Arbeitsbereich aufrechterhalten könne. Dieser Prozess läuft ergebnisoffen, wie der geschäftsführende Vorstand auf FLZ-Nachfrage feststellte.

„Auch vor dem Hintergrund der steigenden Eigenanteile, auch durch die jetzt angedrohten Kürzungen der landeskirchlichen Mittel ab 2027 werden die Zuschüsse der Beratungsstellen um 4,4 Prozent gekürzt.” Allein der Bereich Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit solle ungekürzt fortbestehen. Die evangelische Landessynode beschließe erst im Herbst, aber es sei zu erwarten, dass es so erfolge.

Obwohl „wir sparen müssen, müssen wir trotzdem auch den Blick dafür entwickeln und bewahren, dass wir in neue wichtige Arbeitsfelder und sozialpolitische Themen gehen, in denen wir für die Gesellschaft ansatzweise Aufgaben erfüllen”.

Er wies zum Beispiel auf die Inobhutnahme-Gruppe im Kastanienhof hin, die die Diakonie vor zwei Jahren „auch mit einem gewissen Wagnis” errichtet habe. Der Kastanienhof selbst teilt zur Zielgruppe mit: „Aufgenommen werden durch Inobhutnahme Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren, die sich in einer Lebenslage befinden, die eine kurzfristige Krisenintervention notwendig macht.”

Die Wärmestube als Begegnungszentrum

In Windsbach etwa entsteht laut Pfarrer Reutters Worten ein Diakonisch-Soziales Quartier, und „wir sind im Kastanienhof in der Überlegung, dass wir zusätzliche heilpädagogische Gruppen baulich errichten und dann auch betreiben, weil hier der Bedarf enorm ist”.

Als weiteres Beispiel erläuterte der Chef des Werks, dass die Diakonie in Kooperation mit der Stadt Ansbach die Wärmestube als Begegnungszentrum etabliert habe. Vor drei Jahren etwa habe die Diakonie mit dem Landkreis Ansbach die Stelle der Wohnungslosennotfallhilfe aufgebaut, was „jetzt auch verlängert worden” sei.

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