Deutsche Meisterschaften im Bauhandwerk: Talente zeigen in Feuchtwangen ihr Können | FLZ.de

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Deutsche Meisterschaften im Bauhandwerk: Talente zeigen in Feuchtwangen ihr Können

Genau überlegen, welche Schritte unternommen und welche Schräge gesägt werden muss, war die Herausforderung bei den Zimmerern. David Pfadler aus Gollhofen stellte sich als amtierender bayerischer Meister dem Wettbewerb der Deutschen Meisterschaft. (Foto: Peter Tippl)
Genau überlegen, welche Schritte unternommen und welche Schräge gesägt werden muss, war die Herausforderung bei den Zimmerern. David Pfadler aus Gollhofen stellte sich als amtierender bayerischer Meister dem Wettbewerb der Deutschen Meisterschaft. (Foto: Peter Tippl)
Genau überlegen, welche Schritte unternommen und welche Schräge gesägt werden muss, war die Herausforderung bei den Zimmerern. David Pfadler aus Gollhofen stellte sich als amtierender bayerischer Meister dem Wettbewerb der Deutschen Meisterschaft. (Foto: Peter Tippl)

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) hat an der Bayerischen Bauakademie in Feuchtwangen die 74. Deutschen Meisterschaften im Bauhandwerk ausgerichtet. 65 Junggesellinnen und Junggesellen aus allen 16 Bundesländern stellten sich in acht Gewerken den gestellten Anforderungen.

Dazu wurde ein Familientag veranstaltet, bei dem Besucherinnen und Besucher einen „Schulterblick“ auf die handwerklichen Fähigkeiten der jungen Fachleute erhaschen konnten. Mit einer Kinderwerkstatt und Baggerfahren gab es einen authentischen Einblick in das Baugewerbe.

Riesiges Interesse am Familientag

In den Hallen auf dem Gelände der Bauakademie waren die Gewerke Beton- und Stahlbetonbauer, Estrichleger, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Maurer, Straßenbauer, Stuckateur, Zimmerer und Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer vertreten. Riesiges Interesse herrschte trotz regnerischen Wetters bei den Besucherinnen und Besuchern am Familientag und so manches „klasse gemacht“ entfuhr beim Betrachten der Werkstücke.

Wie beispielsweise bei den Mosaiklegern, die das Feuchtwanger Stadtwappen, die grüne Fichte, anfertigten. Bei den 65 Teilnehmenden waren auch fünf Jung-Gesellinnen dabei, wie Anna-Petra Vogel, die bayerische Vertreterin bei den Stuckateuren. Sie stammt aus Münchsteinach im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. In der Kategorie galt es, ein überdimensionales Herz fein säuberlich glattzustreichen, dazu quer platziert ein Pfeil. Der Druck war hoch und die Aufgabe erforderte Konzentration.

Die Zeit für die Aufgaben drängte

Bei den Zimmerern stellte sich David Pfadler aus Gollhofen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim dem Wettbewerb. Der 20-Jährige ist amtierender bayerischer Meister, hat in der Zimmerei Steinmetz in Rudolzhofen bei Uffenheim gelernt und hatte eigentlich einen „Bürojob“.

Der habe aber auf Dauer keinen Spaß gemacht. Bei der Zimmerei und beim Umgang mit Holz sieht man am Abend ein Ergebnis, erklärte er. Für ausführliche Gespräche mit den Handwerkerinnen und Handwerkern blieb bei den für die in vorgegebener Zeit auszuführenden Aufgaben keine Zeit.

Baugewerbe als wichtiger Motor der Wirtschaft

Akribisch führte auch Louis Sichelstiel aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach seine Pflasterungen beim Gewerk Straßenbauer durch. Jeder Mensch läuft über die Oberfläche und jedes Fahrzeug fährt darüber und deshalb soll ein ansprechendes Bild gestaltet sein, so Sichelstiel.

Das Baugewerbe steht für 85 Prozent des Wohnungsbaus und leistet über 60 Prozent aller Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere in den Kommunen vor Ort, erläuterte Iris Rabe vom ZDB. Über 900.000 Beschäftigte zählt das Baugewerbe und bildet rund 80 Prozent der Branchenlehrlinge aus.

Von den Gesamtwirtschaftlichen Bauinvestitionen von 486 Milliarden Euro im Jahr 2023 wurden im Bauhandwerk, Bauindustrie und Ausbaugewerbe über 300 Milliarden Euro an Investitionen produziert. Die mittelständischen Bauunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Bauwirtschaft, betonte Rabe. Ein Leuchtturmprojekt sind die Deutschen Meisterschaften. Die Sieger haben die Chance zu den „Euro-Skills“ zu gehen.

Idealer Austragungsort für die Meisterschaft

Diese finden 2027 in Düsseldorf statt und bereits nächstes Jahr finden die „World-Skills“ in Shanghai statt. Bei den diesjährigen Euro-Skills im September in Dänemark errang das deutsche Nationalteam des Baugewerbes zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille. Mit den Deutschen Meisterschaften und auch so einem Familientag, so stellte Iris Rabe abschließend fest, soll die Begeisterung für das Handwerk und Baugewerbe entfacht werden.

Die Bayerische Bauakademie war ein idealer Austragungsort für diese Meisterschaft, die nach drei Wettkampftagen mit einer Siegerehrung endete. David Pfadler aus Gollhofen, der auf bayerischer Ebene als Zimmerer so erfolgreich gewesen war, schaffte es nicht aufs Treppchen. Anna-Petra Vogel aus Münchsteinach aber konnte bei den Stuckateuren überzeugen. Sie holte sich die Silbermedaille.


Von Peter Tippl
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