Der Trump aus Herbolzheim: Mit Donald nicht verwandt – „zum Glück” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.11.2024 18:30, aktualisiert am 06.11.2024 14:43

Der Trump aus Herbolzheim: Mit Donald nicht verwandt – „zum Glück”

Friedrich Trump teilt mit Donald Trump nur den Nachnamen – mit den Ansichten seines berühmten Namensvetters kann er hingegen wenig anfangen. (Foto: Christa Frühwald)
Friedrich Trump teilt mit Donald Trump nur den Nachnamen – mit den Ansichten seines berühmten Namensvetters kann er hingegen wenig anfangen. (Foto: Christa Frühwald)
Friedrich Trump teilt mit Donald Trump nur den Nachnamen – mit den Ansichten seines berühmten Namensvetters kann er hingegen wenig anfangen. (Foto: Christa Frühwald)

Der eine heißt Donald, der andere Friedrich. Der eine lebt in den USA und wurde zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt und der andere ist Rentner im beschaulichen Herbolzheim in der Gemeinde Markt Nordheim. Eines aber verbindet die zwei ungleichen „Vettern“ – der Nachname „Trump“.

Friedrich und seine Tochter Inge haben schon viel recherchiert, viele Papiere liegen auf dem Tisch ausgebreitet. Ein Verwandtschaftsverhältnis konnten die beiden aber nicht nachweisen. „Zum Glück“, betont Friedrich Trump, der wahrlich kein großer Freund seines Namensvetters ist. Er sieht wegen der Wiederwahl von Donald Trump die amerikanische Demokratie in Gefahr. Zudem sei dieser wohl kein Freund von Deutschland und Europa. Das habe er schon während seiner Amtszeit als US-Präsident von 2016 bis 2020 bewiesen.

Friedrich Trump schläft Dienstagnacht lieber durch

Wie viele hierzulande fieberte auch Friedrich Trump, der 27 Jahre als Milchfahrer arbeitete, der Wahl in den USA entgegen. Nachts aufstehen, um wegen der Zeitverschiebung die neuesten Ergebnisse im Fernsehen live zu verfolgen, das wollte er allerdings nicht – Namensvetter hin oder her.

Auch in der Tageszeitung informiert er sich regelmäßig über den aktuellen Stand. Ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ mit Kamala Harris, der aktuellen Vizepräsidentin, wurde prognostiziert, weiß der Herbolzheimer Trump. Übrigens: Donald Trumps Großvater hieß ebenfalls Friedrich, wie der Herbolzheimer, und wurde 1869 in Kallstadt in Rheinland-Pfalz geboren.

Dieser Friedrich wollte nach seiner Auswanderung 1885 in die USA eigentlich wieder in seine Heimat zurückkehren, wie einem historischen Dokument im Landesarchiv Speyer zu entnehmen ist. Doch die Wiedereinbürgerung sei ihm verwehrt worden, da er sich angeblich bei der Auswanderung nicht ordnungsgemäß abgemeldet habe. Deshalb musste der Großvater von Donald Trump mit seiner Frau Elisabeth zurück in die USA. Ob die Behörden damals anders entschieden hätten, hätten sie geahnt, was Friedrichs Enkel so anrichten würde?

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Eines haben die beiden Trumps gemeinsam: viel Energie

Auch ein handgeschriebener Brief von Donalds Großvater nach dem Ablehnungsbescheid an den Prinzregenten Luitpold half seinerzeit nicht. Friedrich und seine schwangere Frau bestiegen am 1. Juli 1905 in Hamburg das Dampfschiff „Pennsylvania“ zurück nach Übersee. Und ausgerechnet dieser Bundesstaat ist ein sogenannter Swing State (englisch für Schaukelstaat) – in jenem Staat ist es demnach völlig offen, wer dort das Rennen macht. Noch im gleichen Jahr – also 1905 – wurde dann Donalds Vater Frederick in New York geboren.

Eines übrigens haben der Herbolzheimer und der amerikanische Trump anscheinend doch gemeinsam: viel Energie. Denn sowohl Donald, der mittlerweile auch schon die 80 Jahre ansteuert, als auch Friedrich Trump aus Herbolzheim sind für ihr Alter bemerkenswert vital.

Friedrich übertrifft seinen prominenteren Namensvetter dabei noch: Er ist 88 Jahre alt. Sein Geheimnis: Nach wie vor ist er viel an der frischen Luft unterwegs und hält dabei keinerlei Reden. Statt dessen ist der fränkische Trump in einer Wandergruppe aktiv, die sich jeden Donnerstag trifft. Das Holzmachen und der Garten zählten zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, sagt Tochter Inge. Auch im Haushalt macht der Senior noch viel selbst und sei immer bereit, Neues zu lernen.

Die Trumps im völlig verwüsteten Herbolzheim

Der Großvater des Herbolzheimer Trumps übrigens hieß Konrad, war ein Wanderschäfer und stammte aus Erdbach bei Creglingen. Er ließ sich in Herbolzheim nieder und kaufte erst ein und dann noch ein zweites Anwesen im Dorf. Er und seine Frau Dorothea bekamen zwei Buben, Peters und Friedrichs späteren Vater Leonhard Trump. Der fiel auf der Insel Krim im Jahr 1944, als Friedrich gerade einmal neun Jahre alt war. Seine Mutter musste ihre drei Kinder fortan allein großziehen.

Herbolzheim war im Krieg völlig zerstört worden. Katarina Trump (Friedrichs Mutter) musste den Stall in einem Jahr gleich zweimal nach Bränden wieder aufbauen lassen – eine harte Zeit für die Familie. Den Namen Trump übrigens trägt in Herbolzheim heute nur noch Friedrich.

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