Gesundheit und Tourismus sind Markenzeichen von Bad Windsheim. Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik GmbH, ging beim Neujahrsempfang der Stadt der Frage nach, warum gerade der Tourismus so erfolgreich ist.
Für Nicht-Bad Windsheimer war es eine lehrreiche Tourismus-Exkursion durch die Stadt, für die Bürger und Bürgerinnen der Stadt ein Auffrischungskurs, welch Besonderheiten Bad Windsheim in sich birgt. „Der Erfolg des Tourismus in Bad Windsheim liegt nicht an einem Faktor, dieser fußt im wahrsten Sinne des Wortes auf vielen Füßen von ganz vielen Menschen“, sagte Grübler. Ihren Streifzug durch die Stadt stellte sie unter das Motto „Bad Windsheim hat sechs Richtige und nächstes Jahr noch mit Superzahl. Jackpot.“
Die sechs Richtigen nannte sie in der Folge Fundamente. Der Star unter den Tourismus-Segmenten sei und bleibe die Tatsache, dass Bad Windsheim ein anerkanntes und mit Prädikat ausgezeichnetes Heilbad sei. Dafür benötige es Badeärzte, Kureinrichtungen mit entsprechenden Therapieformen, den Kurpark und klassische Kurort-Veranstaltungen. Das zweite Fundament seien die Kliniken. Wenn man Leuten zuhöre, erfahre man, dass sie in Bad Windsheim zur Reha gewesen seien. Klinikgäste seien auch Touristen, oft noch Jahre nach dem Erstkontakt als Patient oder Patientin.
Das Fränkische Freilandmuseum und das Europäische Schullandheim nannte Grübler als Drittes. Im Süden der Stadt seien mit rund 200.000 Übernachtungen beziehungsweise Besucherinnen und Besuchern mehr Touristen anzutreffen als in so manch anderem Kurort insgesamt. Das Freilandmuseum bezeichnete Grübler dabei als „museales Juwel”. Mit dem alten Bauhof und der Spitalkirche trage es dazu bei, dass sich mehr Gäste in der Altstadt aufhielten.
Seit 20 Jahren gebe es den Magneten Franken-Therme – Fundament Nummer vier. Jährlich zähle man kontinuierlich über 400.000 Besucher und Besucherinnen. Als fünftes Fundament nannte Grübler die Geschäftsreisenden. Wertvolle Gäste, die zur Wertschöpfung beitragen, weil sie auch Multiplikatoren seien.
Das sechste Fundament ist für die Geschäftsführerin die Kultur. Dazu zählte sie auch das Frühlingsfest, das Altstadtfest, die Kirchweih oder den Weihnachtsmarkt. „Das sind touristische Magnete.“ Menschen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, die nicht mehr in Bad Windsheim wohnen, kämen zum Beispiel zum Klassentreffen während des Altstadtfestes nach Hause. Deshalb sei das Altstadtfest ein Heimatfest. Kultur sei auch Theater und Kleinkunst, Musical und politisches Kabarett. Da sei man mit dem Kur- und Kongress-Center top aufgestellt, meinte Grübler.
Noch stehe der Tourismus in Bad Windsheim auf diesen sechs Fundamenten. Von April bis Oktober 2027 komme das siebte Fundament, die Superzahl, dazu: die Bayerische Landesgartenschau (LGS).
„Der Tourismus ist für Bad Windsheim weit mehr als eine wirtschaftliche Säule – er ist Teil unserer Identität“, sagte Grübler. Er sichere Arbeitsplätze, er präge das Bild der Stadt. Tourismus sei etwas für alle, denn eine lebendige Stadt, in der Menschen gerne Urlaub machten, sei auch eine lebenswerte Stadt für ihre Bewohnerinnen und Bewohner. „Wir müssen uns selbst auch einmal die Augen öffnen, was wir für einen tollen Ort haben“, ermunterte Grübler.
Um das Thema Landesgartenschau ging es denn auch auf der Bühne, die mit Flower-Balls dekoriert war. Zudem stellten die Studenten Tim Kühnl, Alexander Staedel und Nguyen Duc Truong Son von der TH Nürnberg Bühnenkonstrukte für die LGS vor. Darunter die Bühne, die als Ankerpunkt der „Jungen Gartenschau“ fungieren soll und „sich respektvoll vor die Kulisse der Bestandsbäume legt“. Ebenso präsentiert wurde die in Holzbauweise zu fertigende „Stadtgartenbibliothek“.