Der Siegeszug der E-Bikes sorgt dafür, dass immer mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit und in ihrer Freizeit unterwegs sind. Im Radwegenetz gibt es aber noch viele Lücken. Damit sich das ändert, lässt der Landkreis Ansbach in den nächsten Monaten ein Radverkehrskonzept entwickeln.
Seit 2021 ist der Landkreis Ansbach Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern. Im Herbst 2025 will es der Landkreis schaffen, als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert zu werden. Dafür ist ein Radverkehrskonzept nötig, erläuterte David Dittrich, Radverkehrsbeauftragter des Kreises, im Kreisausschuss.
Wir wünschen uns eine Priorisierung.
Die Erstellung wird etwa eineinhalb Jahre dauern. Zur Kreistagssitzung im Dezember 2025 soll das Radverkehrskonzept vorliegen. Vier Bausteine enthält das Konzept. Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Infrastruktur, um eine Datengrundlage zu schaffen. Anschließend wird ein Zielnetz für die Radwege im Landkreis konzipiert, bevor Maßnahmen zum Ausbau definiert werden. Nach einheitlichen Kriterien sollen sie nach und nach umgesetzt werden. Dittrich betonte, wie wichtig die Abstimmung zwischen allen Akteuren sowie eine gute Projektkoordination und Information sind.
Der Kreisausschuss beauftragte jetzt einstimmig die Verwaltung, die Konzeptentwicklung europaweit auszuschreiben. Die Kosten werden auf etwa 300.000 Euro geschätzt. 90 Prozent davon sollen aus Fördergeldern aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes erfolgen. Dazu stellt der Landkreis einen Förderantrag bei der Regierung von Mittelfranken.
Die Ausschreibung erfolgt parallel dazu. Die Vergabe darf aber erst erfolgen, wenn die Regierung von Mittelfranken den vorzeitigen Beginn der Maßnahme genehmigt hat.
Auf Anfrage von Dr. Christoph Hammer (CSU) betonte Landrat Dr. Jürgen Ludwig (CSU), dass der Fördersatz von 90 Prozent nur für die Projektentwicklung gilt, nicht aber für die Umsetzung.
Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Konzept und der Förderung des Radwegebaus durch den Landkreis nach den bestehenden Richtlinien. Das Konzept erleichtere jedoch die Entscheidung, einen Radweg zu schaffen. Die Kreisräte Stefan Horndasch (CSU), Hans Henninger (Freie Wähler) und Maria Hetzel (ÖDP) begrüßten die Aufstellung des Konzepts.
Henninger wies darauf hin, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse zum Beispiel von Arbeitspendlern und Touristen auch Auswirkungen auf die Wegführung haben. „Wenn das dazu beiträgt, dass Projekte künftig schneller gehen, ist das gut und sinnvoll“, meinte er mit Blick auf das Konzept und die lange Zeit, die bisher teilweise verging, bis Radwege tatsächlich fertiggestellt werden konnten.
Zumindest eine investive Maßnahme, die aus dem Radverkehrskonzept hervorgeht, muss bis 2028 umgesetzt werden, sagte der Radverkehrsbeauftragte Dittrich. „Wir wünschen uns eine Priorisierung und ein Bündel von Sofortmaßnahmen, mit denen mit geringem Aufwand viel erreicht ist“, meinte er weiter.