Nach zwölf Jahren im Amt tritt die Diebacher Bürgermeisterin Gabriele Hofacker bei der Kommunalwahl im kommenden März nicht mehr an. Ihre Nachfolge möchte Andreas Schott übernehmen.
Bei der Nominierungsversammlung der Wählergruppe Diebach wurde er in geheimer Wahl nominiert. Dazu fanden sich 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Johann-Schott-Halle ein. Mit 54 von 70 Stimmen setzte er sich gegen Klaus Neidenberger (fünf Stimmen) und Florian Lieb (eine Stimme) durch. Bei den vorausgegangenen Nominierungsveranstaltungen in Bellershausen und Oestheim war Schott ebenfalls als Kandidat für das Bürgermeisteramt berufen worden.
In seiner Vorstellung zollte Schott der noch amtierenden Chefin des Diebacher Rathauses und dem Gemeinderat Respekt für die gute Arbeit. Viele Aufgaben stünden in der neuen Amtsperiode an, so Schott. Dazu gehören die Kanal- und die Schulsanierung. Für letztere stehe eine Summe von 40 Millionen Euro im Raum, dies könne die Gemeinde aber nicht schultern. Schott sieht im „Smart-Repair“ eine mögliche Lösung.
Er wünscht sich ein konstruktives Miteinander im Gemeinderat und mit den Menschen vor Ort: Zielführende Kritik sei immer erlaubt. Andreas Schott ist Geschäftsführer der Firma SL Innovativ in Dinkelsbühl-Waldeck, die Firma beschäftigt sich mit technischen Dokumentationen. Lange Jahre war er der Schlagzeuger bei den Musictramps in Neustädtlein. Sein Credo als Bürgermeisterkandidat: „Gemeinsam nach vorne.“
Danach ging es an die Zusammenstellung der Liste für den Gemeinderat. Vier Kandidatinnen und zwölf Kandidaten wurden vorgeschlagen und aufgestellt, anschließend stimmten die Bürgerinnen und Bürger über deren Listenplatz ab. Dabei hatte jede und jeder Wahlberechtigte zwölf Stimmen hat, bis maximal drei Stimmen konnten für eine Kandidatin oder einen Kandidaten vergeben werden.
Mit 116 Stimmen führt Florian Lieb die Liste von zwölf Kandidierenden an, gefolgt von Klaus Neidenberger mit 83 Stimmen. Katharina Meier hat 70 Stimmen bekommen, Iris Strauß 67. Gleichauf lagen Wolfgang Kamleiter und Dominik Kloster mit jeweils 66 Stimmen, beide einigten sich auf eine alphabetische Reihung der Namen. Es folgen Andreas Horn, Holger Weiß, Jürgen Weiß, Holger Ebert, Wilhelm Lang und Leon Schmidt. Die vier Ersatzkandidierenden sind Petra Schmidt, Friedrich Köhler, Martina Model und Birgit Maidel.
Florian Lieb gehört dem Gemeinderat seit sechs Jahren als jüngstes Mitglied an. Der 38-Jährige ist unter anderem Jugendbeauftragter und erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Diebach. Die junge Generation ist die Zukunft, für die man sich als Gemeinde engagiere, so Lieb. Der 47-jährige Klaus Neidenberger ist ebenfalls bereits Mitglied des Gemeinderats. Er will die Dinge voranbringen, insbesondere im Bereich der Infrastruktur.
Katharina Meier ist Grundschullehrerin in Rothenburg, sie will sich für gelebte Demokratie einsetzen. Iris Strauß (39) ist der Dorfplatz als Gemeinschaftsort wichtig, auch für die ältere Generation. Wolfgang Kamleiter ist der einzige Kandidat aus Wolfsau und möchte die Gemeinde voranbringen. Der 20-jährige Dominik Kloster ist Vorstandsvorsitzender der Landjugend und in der Feuerwehr aktiv. Er will frischen Wind in den Gemeinderat bringen und die Interessen der Jungen vertreten.
Andreas Horn ist Zimmerer, kennt sich mit Denkmalschutz und Sanierungen aus. Auch er will in der Gemeinde etwas bewegen, gerade im Bereich der Feuerwehr. In verschiedenen Vereinen ist Holger Weiß tätig, der Maschinenbautechniker und Vater dreier Kinder engagiert sich im Sport-, Gesangs- und Obst- und Gartenbauverein.
Jürgen Weiß ist als Maschinenbauingenieur in Crailsheim tätig, der Familienvater möchte sich bautechnisch engagieren. Für das Wohl der Kinder und Familien in Diebach möchte sich Holger Ebert einsetzen.
Der 57-jährige Landwirt Wilhelm Lang ist bereits im Gemeinderat aktiv und will sich vor allem für die Landwirte und die Feuerwehr einsetzen. Leon Schmidt ist gelernter und studierter Landwirt und möchte sich besonders für diesen Bereich engagieren.
Gabriele Hofacker sagte in der Versammlung, dass sie das Amt als Bürgermeisterin geliebt habe. Es seien gesundheitliche Gründe, die sie veranlassten, deutlich kürzer zu treten. Sie lobte unter anderem die gute Dorfgemeinschaft. Angesprochen auf den Mittelpunkt des Dorfes verwies sie auf das Wirtshaus von Gudrun Anselstetter, dort fänden die Vereine Unterschlupf, außerdem treffen sich dort die Menschen an verschiedenen Stammtischen.
Für die Landjugend gibt es ein Bauernhaus, das die Gemeinde gekauft hat. Das ehemalige Pfarrhaus ist jetzt im Besitz der politischen Gemeinde, so Hofacker, es wird zum Gemeindezentrum entwickelt. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein aktuelle unbebautes Grundstück, das ebenfalls im Eigentum der Gemeinde ist. Die Feuerwehr hätte dort gerne ein Feuerwehrhaus, doch was tatsächlich dort entstehen wird, werde sich noch zeigen.