Der Hospizverein Rothenburg lädt ab Mai zum Austausch auf der Gesprächsbank ein | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.04.2026 17:38

Der Hospizverein Rothenburg lädt ab Mai zum Austausch auf der Gesprächsbank ein

Christiane Philipp (links) und Silke Berkmann vom Hospizverein haben die Gesprächsbank ins Leben gerufen. (Foto: Simone Hedler)
Christiane Philipp (links) und Silke Berkmann vom Hospizverein haben die Gesprächsbank ins Leben gerufen. (Foto: Simone Hedler)
Christiane Philipp (links) und Silke Berkmann vom Hospizverein haben die Gesprächsbank ins Leben gerufen. (Foto: Simone Hedler)

Wer den Rothenburger Friedhof am Eingang bei der Leichenhalle betritt, läuft an einem braunen Holzbänkchen vorbei. Einmal im Monat kommt diesem künftig eine besondere Bedeutung zu. Denn an jedem zweiten Samstag im Monat wird es zur Gesprächsbank.

„An diesem Tag wird die Bank mit Kissen dekoriert, außerdem soll es an Stehtischen etwas zu trinken geben”, sagt Silke Berkmann, ausgebildete Trauerbegleiterin beim Hospizverein. Gemeinsam mit Christiane Philipp, Koordinatorin beim Hospizverein, hat sie das Projekt ins Leben gerufen.

Person mit professioneller Ausbildung vor Ort

Das Angebot, erklären die beiden, ist gedacht für Besucherinnen und Besucher des Friedhofs, die
einen geliebten Menschen verloren haben und sich einsam fühlen. Die niemanden haben, mit dem sie über ihre Trauer sprechen können.

„Viele wollen ihren Angehörigen nicht zur Last fallen, wenn sie schon wieder über ihre Trauer oder Einsamkeit sprechen”, so Philipp. Das gilt besonders, wenn der Tod schon eine Zeit zurückliegt: „Wenn die Trauer auch nach Jahren noch da ist: Das verstehen nicht alle”. Die Hürde, an einer festen Trauergruppe teilzunehmen, sei für manche sehr hoch. Warum also nicht dorthin kommen, wo Trauernde sind: auf den Friedhof.

Eine Person mit Ausbildung in der Trauerberatung ist bei jedem Termin vor Ort. Sie wird von weiteren Ehrenamtlichen unterstützt. „Wir hören zu, bieten Raum für den Gegenüber und halten Traurigkeit aus”, sagt Berkmann.

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Ein Ort, um der Einsamkeit zu entkommen

Beide betonen: Der Friedhof ist ein besonderer Ort. Nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort, an dem Menschen sich begegnen, ein Ort, an dem sie der Einsamkeit zu Hause zu entkommen versuchen und sich austauschen können. „Die Einsamkeit nimmt in unserer Gesellschaft zu”, findet Philipp, vor allem, aber nicht nur, bei Älteren. Nicht jeder hat Freunde und Familienmitglieder, die einen auffangen.

Die Gesprächsbank soll ein regelmäßiger und verlässlicher Ankerpunkt werden. Ab dem 9. Mai wird sie alle vier Wochen im Sommerhalbjahr von 9.30 bis 11.30 Uhr angeboten. „Wir sind gespannt, wie das Angebot angenommen wird”, sagen Berkmann und Philipp.

„Bei uns wird niemand allein gelassen.” Der Hospizverein könne gegebenenfalls weitere Hilfsangebote aufzeigen. Und auch der Austausch mit Gleichgesinnten „tut oft gut”. In anderen Städten finden solche Angebote großen Anklang, erzählen sie. In Mainz zum Beispiel gebe es ein Coffeebike – ein Lastenrad mit Kaffeemaschine, mit dem Ehrenamtliche zum Friedhof kommen und so einen mobilen Treffpunkt schaffen.

Viel Unterstützung für die Idee

„Wir haben sehr viel Unterstützung für unsere Idee bekommen”, freut sich Berkmann. Sowohl von Seiten des Stadtrates und der Stadt, als auch von der Friedhofsverwaltung und vom Bestatter Thomas Schmid. „Alle waren offen für unsere Idee und haben das Projekt schnell vorangebracht.” Die Kosten und Gebühren, die für die Nutzung des Friedhofs entstehen, wurden dem Hospizverein von der Stadt erlassen.

Trauerbegleitung ist ein wichtiges Aufgabenfeld des Hospizvereins Rothenburg. Regelmäßig findet zum Beispiel ein Trauerstammtisch statt. Noch relativ neu im Angebot ist eine Kochgruppe für trauernde Männer. Alle Termine stehen online unter www.hospizverein-rothenburg.de zur Verfügung.

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