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Veröffentlicht am 27.07.2024 10:00

Der Hesselberg war ein Zentrum der Segelflieger

Vertreter des Bezirks, des Landkreises, der Gemeinden rund um den Hesselberg sowie Segelflieger trafen sich in Wassertrüdingen zu einem Gedankenaustausch mit Dr. Harald Fischer (6. von rechts). (Foto: Peter Schubert)
Vertreter des Bezirks, des Landkreises, der Gemeinden rund um den Hesselberg sowie Segelflieger trafen sich in Wassertrüdingen zu einem Gedankenaustausch mit Dr. Harald Fischer (6. von rechts). (Foto: Peter Schubert)
Vertreter des Bezirks, des Landkreises, der Gemeinden rund um den Hesselberg sowie Segelflieger trafen sich in Wassertrüdingen zu einem Gedankenaustausch mit Dr. Harald Fischer (6. von rechts). (Foto: Peter Schubert)

Landesweit einzigartig war das, was sich vor rund 100 Jahren auf dem Hesselberg abspielte: Segelflugbegeisterte aus ganz Bayern strömten zum Hesselberg, um dem Segelflug zu frönen, der Hesselberg wurde zur echten Konkurrenz für die Wasserkuppe in der Rhön.

Von 1927 bis zum Ende der 1930er-Jahre herrschte reges Flugtreiben auf und um den Hesselberg, mehrere Bayerische Segelflugwettbewerbe fanden statt. Laut dem Verleger und Segelflieger Dr. Harald Fischer aus Erlangen, der das Thema wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und ins Bewusstsein bringen will, war das „konkurrenzlos, einmalig und einzigartig“. In ganz Bayern habe es nichts Vergleichbares gegeben, wird er in einer Mitteilung der Stadt Wassertrüdingen zitiert.

Die Nazis sorgten für das Ende der Fliegerei

Erst als die Nationalsozialisten den Berg mehr und mehr eroberten und Gauleiter Julius Streicher sogar die „Schwabacher Halle“ auf der Osterwiese abtragen ließ, um Platz für seine Frankentage zu schaffen, rückte der Segelflug so langsam ins Hintertreffen, bis er schließlich ganz verschwand. Einige Gebäude des Evangelischen Bildungszentrums (EBZ) gehen laut Dr. Fischer in ihren Grundmauern noch auf die alte Segelflugschule zurück. Vertreter des Bezirks Mittelfranken, des Landkreises Ansbach, einige Bürgermeister rund um den Hesselberg und Vertreter des EBZ Hesselberg sowie der Irsinger Segelflieger trafen sich nun zu einem ersten Gedankenaustausch in Wassertrüdingen, mit der Aufgabenstellung, wie es gelingen könnte, dieses Alleinstellungsmerkmal, das der Segelflug in der Geschichte des Hesselbergs inne hat, wieder in Wert zu setzen und touristisch für die Region zu nutzen.

Nach einer Begrüßung durch Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch übernahm Dr. Harald Fischer. Er führte die aufmerksamen Zuhörer auf unterhaltsame Art in die lebendige Geschichte des Segelflugs am Hesselberg ein und berichtete von wilden Zechereien in Gerolfingen, romantischen Liebesgeschichten unter den Flugschülern und tragischen Todesfällen, die sich am Berg ereigneten.

Einig war man sich, dass es wenig Sinn ergebe, ein neues Museum zu errichten, vielmehr sollte es Ziel sein, ein Erlebnis „Segelflugwelt Hesselberg“ mit verschiedenen Elementen zu schaffen. Wassertrüdingen hat vor einigen Jahren mit dem Ankauf der so genannten „Ritter-Sammlung“, in der die Geschichte des Segelflugs am Hesselberg vor allem fotografisch dokumentiert ist, schon einen Grundstock geschaffen. In die weiteren Planungen sollen jetzt auf Vorschlag von Bezirksrat Herbert Lindörfer die Kulturfachleute des Bezirks Mittelfranken einbezogen werden.

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Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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