Naturschützer haben fast 500 Pilzarten erstmals auf ihre Verbreitung hin untersucht und kommen zu ernüchternden Ergebnissen: mehr als 100 davon sind gefährdet. Neu hebt die Weltnaturschutzunion (IUCN) auch den Feuerschuppigen Saftling (Hygrocybe intermedia) auf die Rote Liste der weltweit bedrohten Arten, in der Kategorie „gefährdet“.
Der Pilz hat seinen Namen wegen des scharlach- bis orangerot gefärbten Hutes. Der Hut erreicht bis zu fünf Zentimetern Durchmesser. Der Feuerschuppige Saftling kommt unter anderem im Taunus und in Sachsen vor, wenn auch selten. In Deutschland ist er bereits als gefährdet eingestuft. Er steht unter besonderem Schutz, wie Pilz-Forscher Alexander Karich von der Universität Dresden sagt. Der Wiesenpilz leide, weil sein Lebensraum durch immer neue Wohn-, Industrie- und Agrarflächen schrumpfe. Zudem setzten ihm Nährstoffe zu, die zum Beispiel aus landwirtschaftlichen Flächen ablaufen.
Viele Pilzarten in anderen Weltregionen sind nach Angaben der IUCN durch Abholzungen gefährdet. „Pilze sind die unbesungenen Helden des Lebens auf der Erde, die die Grundlage gesunder Ökosysteme bilden“, sagte IUCN-Generaldirektorin Grethel Aguilar. Pilze gelten als „Ernährer des Waldes“, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schreibt. Sie zersetzten unter anderem Holz, Blätter und Früchte und führen die Nährstoffe in den Boden zurück, wo sie Pflanzen und Tieren erneut zur Verfügung stehen.
Insgesamt hat die IUCN nun rund 1.300 der 155.000 bekannten Pilzarten beurteilt. Ein Drittel von ihnen sind gefährdet.
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