Der Dorfladen in Langfurth kämpft mit finanziellen Herausforderungen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.05.2025 08:00

Der Dorfladen in Langfurth kämpft mit finanziellen Herausforderungen

Dorfladen-Vorstand Paul Bornowski mit Irene Glauber (links) und Marion Graser (rechts) hofft auf eine Umsatz- steigerung und damit auf den langfristigen Erhalt des Langfurther Dorfladens. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Dorfladen-Vorstand Paul Bornowski mit Irene Glauber (links) und Marion Graser (rechts) hofft auf eine Umsatz- steigerung und damit auf den langfristigen Erhalt des Langfurther Dorfladens. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Dorfladen-Vorstand Paul Bornowski mit Irene Glauber (links) und Marion Graser (rechts) hofft auf eine Umsatz- steigerung und damit auf den langfristigen Erhalt des Langfurther Dorfladens. (Foto: Friedrich Zinnecker)

Sie wollen Einkaufen vor Ort ermöglichen, die Tradition der kleinen Tante-Emma-Läden wiederbeleben und einen Beitrag zur Infrastruktur auf dem Land leisten: die Dorfladen-Initiativen. Zu den ältesten in der Region gehört die Einrichtung in Langfurth, die es seit nunmehr 18 Jahren gibt, deren Betrieb für die Genossenschaft aber eine finanzielle Herausforderung ist.

Anregungen und kritische Kommentare

Ob und wie der Langfurther Dorfladen inklusive Post und Lotto-Annahmestelle angesichts der finanziell angespannten Lage langfristig gesichert werden kann, war jetzt Thema einer gut besuchten Informationsveranstaltung. Moderiert wurde sie von Bürgermeister Simon Schäffler. Dorfladen-Vorstand Paul Bornowski gab Auskunft zu den zahlreichen Vorschlägen, Anregungen und teils kritischen Kommentaren.

Bornowski ließ die bisherige Dorfladen-Geschichte seit 2007 Revue passieren. Bei rund 500.000 Euro Umsatz im Jahr seien die Ausgaben für die Löhne der Angestellten sowie die nicht unerheblichen Nebenkosten wie Miete und Strom das größte Problem. Dabei müsse der Dorfladen keinesfalls Gewinn erwirtschaften, sondern „er soll sich tragen“. Dazu sei eine dauerhafte Umsatzsteigerung um etwa 20 Prozent erforderlich.

Ein sozialer Treffpunkt

Bürgermeister Schäffler ging auf die Bedeutung der Nahversorgung ein und betonte die stete Unterstützung durch die Gemeinde mittels Zeichnung von Genossenschaftsanteilen. Auch als sozialer Treffpunkt sei der Dorfladen eine wichtige Anlaufstelle für viele Bürger. Besonders die ältere Generation sei auf die Einkaufsmöglichkeit vor Ort angewiesen. Jeder könne in die Situation geraten, dass er den Dorfladen brauche, hieß es.

Durch den Einsatz von ehrenamtlichem Personal könne man „an der Schraube Lohnkosten drehen“, so zweiter Bürgermeister Horst Binder. In diesem Zusammenhang wurde das unermüdliche Engagement von Irene Glauber in den Anfangsjahren und auch ihre jetzige Bereitschaft zur Entgegennahme von Warenlieferungen gewürdigt. Damit können zumindest Einsparungen bei den Personalkosten erreicht werden. Weitere Genossenschaftsmitglieder seien ebenfalls bereit, stundenweise unentgeltlich zu helfen, hieß es.

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Kontrovers diskutiert

Mehrere Vorschläge wurden kontrovers diskutiert. Die Öffnungszeiten zu verkürzen fand nicht die ungeteilte Zustimmung. Die Steigerung der Attraktivität könne mehr Menschen zum Einkauf bewegen, hieß es seitens eines Versammlungsteilnehmers. Um günstigere Preise vom Lieferanten zu bekommen, müssten Bestellungen nicht in Kilogramm, sondern in Tonnen getätigt werden, beantwortete Bornowski eine entsprechende Frage.

Geklärt wurde auch an der Anschaffung eines teuren Kühlregals trotz finanziell angespannter Lage. Diese sei über das ILE-Regionalbudget mit 80 Prozent bezuschusst worden und somit ein außerordentliches Schnäppchen gewesen. Außerdem können nun die Stromkosten gegenüber dem Altgerät deutlich gesenkt werden.

Lieferservice wird angeboten

Als großer Pluspunkt wurde der Verkauf regionaler Erzeugnisse herausgestellt. Säfte, Käse, Eier, Nudeln, Joghurt, Honig und weitere Artikel seien beim Discounter nicht als lokale Produkte erhältlich. Man müsse akzeptieren, dass nicht jeder Artikel vorrätig sei, aber „wir kämpfen um jeden Kunden“, so Bornowski.

Erörtert wurden der Turnus des vierzehntägigen Werbeflyers, der Standort von Obst und Gemüse im Laden, ein mögliches Rabatt- oder Bonus-System, der nach wie vor mögliche Lieferservice, die Aufstellung eines Automaten, die Zusammenarbeit mit der angrenzenden Bäckerei, die Werbung über soziale Medien und die Möglichkeit der Gründung eines Fördervereins, um Spendenquittungen ausstellen zu können.

Ein Lob an Paul Bornowski, der als Vorstand den Großteil seiner Freizeit für seine „Herzenssache“ opfere und der Appell, den Mehrwert des Dorfladens nicht an einzelnen Preisen festzumachen, sondern ihn als „unseren Laden“ wertzuschätzen und dort einzukaufen, beendete die zweistündige Zusammenkunft.


Von Friedrich Zinnecker
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