Deiche und Schutzwand sowie eine Mulde in Stegbruck | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.08.2023 16:33

Deiche und Schutzwand sowie eine Mulde in Stegbruck

Von der Altmühlbrücke aus zeigt Jürgen Scharvogel vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach den südlichen Deich, der zu 80 Prozent profiliert ist. (Foto: Werner Wenk)
Von der Altmühlbrücke aus zeigt Jürgen Scharvogel vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach den südlichen Deich, der zu 80 Prozent profiliert ist. (Foto: Werner Wenk)
Von der Altmühlbrücke aus zeigt Jürgen Scharvogel vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach den südlichen Deich, der zu 80 Prozent profiliert ist. (Foto: Werner Wenk)

Enorme Erdmassen sind in den zurückliegenden beiden Monaten auf der Großbaustelle für den Hochwasserschutz in Herriedens Ortsteil Stegbruck (Landkreis Ansbach) bewegt worden. Zwischen der Altmühl und der Bebauung ist zwischenzeitlich der Deich auf der südlichen Seite errichtet worden.

„Die Stadt Herrieden und die von einigen Jahrhunderthochwasser-Ereignissen betroffenen Bürgerinnen und Bürger sind sehr dankbar, dass nun nach etwa zehnjähriger Planungszeit mit dem Bau der Hochwasser-Schutzmaßnahme begonnen worden ist“, teilte Bürgermeisterin Dorina Jechnerer auf Nachfrage der FLZ mit. Die Maßnahme finde unter der Leitung des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Ansbach statt und gliedere sich in drei Projektabschnitte.

Gesamtkosten bei 3,5 Millionen Euro

Aktuell werde der Bereich Los 1 mit dem Bau des Hochwasserschutzdeiches und der Schutzmauer samt den Arbeiten im Hinterland umgesetzt. Das beauftragte Bauunternehmen kommt laut Bürgermeisterin gut voran. Vorhabensträger ist der Freistaat Bayern, wie Abteilungsleiter Jürgen Scharvogel vom WWA bei einem Ortstermin erklärte. Die geschätzten Kosten bezifferte er mit etwa 3,5 Millionen Euro. Ein Drittel der Summe übernehme Herrieden.

Den Planungen für das Hochwasserschutzprojekt, führte Scharvogel weiter aus, habe man das im Jahr 2020 angefertigte Sturzflut-Risikomanagementkonzept der Stadt für Stegbruck zugrunde gelegt. Für den Hochwasserschutz zwischen der Altmühl und der Bebauung in dem Ortsteil werden zwei Schutzdeiche mit einer Gesamtlänge von rund 430 Metern samt Deichverteidigungswegen sowie eine 60 Meter lange Hochwasserschutzwand errichtet.

Mobiles Element aus Aluminium

Der südliche Deich, so Abteilungsleiter Jürgen Scharvogel, sei zu 80 Prozent profiliert und die Dränageleitungen seien verlegt. Auf der nördlichen Seite werde derzeit die Gründung für den 210 Meter langen Erdwall gelegt.

Für die Deichschüttung würden circa 7500 Kubikmeter gut verdichtbares Erdmaterial benötigt. Dieses komme teils vom Aushub aus der bereits angelegten Flutmulde oder werde auf einer Fläche nördlich von Herrieden gewonnen.

Momentan seien die Bauarbeiter dabei, die Hochwasserschutzwand am Ende des südlichen Deiches hochzuziehen. Ein mobiles Element – bestehend aus 4,5 Meter langen Aluminiumbalken, die im Fall einer Flut zwischen dem Deich und der Mauer eingeschoben werden können – solle den Hochwasserschutz vervollständigen. Die Arbeiten für diesen ersten Bauabschnitt will man laut Scharvogel bis November erledigt haben.

Bereits ab Montag sei geplant, in den Außeneinzugsgebieten die Gräben zu ertüchtigen und die Straßen-Durchlässe in Richtung Hilsbach, Stadel und Brünst sowie an der Altmühlbrücke in Stegbruck zu erneuern, um bei Starkregenereignissen das örtliche Kanalsystem zu entlasten. Das Wasser von den Außenbereichen werde dann in die bereits angelegte Flutmulde sowie über den neu geschaffenen Kanal in Richtung Altmühl abgeleitet.

Für die Erneuerung der Straßen-Durchlässe ist ab dem kommenden Montag eine etwa zweiwöchige Sperrung und somit eine weitläufige Umfahrung erforderlich, wie Projektleiterin Anna Reichl mitteilte.

Der zweite Bauabschnitt, bei dem neben der Altmühlbrücke das „Herzstück“, das Schöpfwerksgebäude, errichtet wird, verzögert sich laut Scharvogel aufgrund der angespannten Haushaltssituation beim WWA auf Anfang 2024.

Löschwasser für die Feuerwehr

Im Hochwasserfall und bei gleichzeitig auftretenden Niederschlägen im Einzugsgebiet werde das anfallende Oberflächenwasser im eingedeichten Gebiet mit zwei Pumpen von einem Sammelschacht in die Altmühl befördert. Um dabei die Stromversorgung sicherzustellen, werde vom Trafohaus in Stegbruck eine gesonderte Versorgungsleitung verlegt.

Da die bestehende Löschwasserentnahmestelle nördlich der Altmühlbrücke für den Bau des Deiches verlegt werden müsse, entstehe eine teilweise befestigte Überfahrt über den Damm, damit die Feuerwehr weiterhin Löschwasser aus der Altmühl entnehmen könne.

Gleich im Anschluss an die Baumaßnahme des Schöpfwerkes erfolge in einem dritten Los die technische Ausstattung des Betriebsgebäudes. Wenn alles gut verläuft, könne das Hochwasserprojekt Stegbruck bis Ende 2024 fertiggestellt werden. Zugleich lobte Scharfvogel die Stadt Herrieden, das Bauunternehmen und die betroffenen Grundstücksbesitzer für das gute Miteinander.


Von Werner Wenk
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