Während es zu Beginn des Jahres 2025 im RothenburgMuseum noch eher mager lief, haben seit August die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich angezogen. Diese Bilanz zog Interimsleiterin Franziska Krause im Kultur- und Tourismusausschuss.
Bis März lagen die Zahlen noch leicht unter denen des Vorjahres, im April verzeichnete Krause erstmals ein Plus. Die größte Überraschung war der November: Hier konnten rund 58 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher im Museum begrüßt werden.
Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Nach der Pandemie besuchten im Jahr 2022 insgesamt 14.575 Menschen das Museum, seitdem stiegen die Zahlen jedes Jahr an. „Wenn sich der Dezember erwartungsgemäß entwickelt”, werde sich das 2025 weiter fortsetzen. Bis Ende November konnte man bereits 17.975 Besucherinnen und Besucher zählen, 17.926 waren es im gleichen Zeitraum 2024.
Die lange Museumsnacht im November war Krause zufolge ein Publikumsmagnet. An diesem Abend alleine zählte sie 224 Gäste. Zuvor sei bereits das Museumsfest im September mit 194 Gästen ein großer Erfolg gewesen.
Insgesamt zahlen sich die zahlreichen Veranstaltungen, Kooperationen und weiteren Partizipationsangebote aus. Krause nannte einige Beispiele: So habe man etwa die Zusammenarbeit mit den Rothenburger Gästeführerinnen und -führern verbessert. „Sie kommen jetzt mit den Gruppen verstärkt ins Museum, das spüren wir natürlich.”
Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr gab es bei den Kinderführungen mit „Nonne Sabine“. An der gleichen Anzahl an Terminen – nämlich 16 – nahmen 2025 exakt 577 Gäste teil (2024: 378 Gäste). Der Grund dafür sei einfach, so Krause: Es gebe jetzt zwei Nonnen, denn eine Museumsmitarbeiterin sei entsprechend ausgebildet worden. „An kleinen Schrauben zu drehen, hat oft einen spürbaren Effekt”, resümierte die Museumsleiterin.
Das neue Führungsformat „Reinheit ob der Tauber – Jüdisches Leben in Rothenburg“, bei dem das Museum mit dem Verein Kulturerbe Bayern kooperiert, sei gut angelaufen. An 39 Terminen nahmen insgesamt 330 Gäste teil. Am kommenden Samstag, 20. Dezember, um 14.30 Uhr, findet der letzte Führungstermin in diesem Jahr statt. Eine Weiterführung ab Ostern 2026 ist Krause zufolge geplant.
Krause hob auch das Engagement des Freundeskreises hervor. An insgesamt 17 Veranstaltungsterminen konnten die Mitglieder 435 Gäste begrüßen. Dazu zählen zum einen die Kinderführungen, die von Mai bis September immer am ersten Sonntag im Monat stattfinden. Beliebt seien in diesem Jahr auch wieder das Osterrätsel und die Osterüberraschung gewesen.
Neunmal – immer am letzten Sonntag im Monat – führten Mitglieder des Freundeskreises außerdem unter dem Motto „Kunst sehen und verstehen” zu verschiedenen Spezialthemen durch das Museum. Krause gab bereits einen Ausblick auf die ersten Programmpunkte des kommenden Jahres. Am Sonntag, 22. Februar, 14 Uhr, startet Peter Schaumann in das Jahr 2026 mit dem Thema „Rothenburger Straßennamen – auch eine Kunst?“. Luise Limburg hat am 29. März Interessantes zu jüdischen Festtagen vorbereitet. Und am 26. April widmet sich Dr. Hellmuth Möhring der Welt des Biedermeier und Georg Wilhelm Wanderer.
Etabliert haben sich Krause zufolge die kulturellen Veranstaltungen im Innenhof des Museums. Ob „Kultur im Klosterhof”, Yoga oder ein Gastspiel des Toppler-Theaters – das Interesse sei groß gewesen. Der Klosterhof sei außerdem eine Station des jüdischen Wandelkonzertes im Rahmen des Fränkischen Sommers gewesen – mit 40 Besucherinnen und Besuchern beim Konzert von Franziska Hölscher, Tsu-Shao Chao und Magdalena Lipska „waren wir ausverkauft”. Hinzu kamen Kooperationen mit anderen Einrichtungen, unter anderem mit dem evangelischen Pfarramt, der Musikschule, dem Fotoclub oder der Stadtbücherei.
Wie soll es 2026 weitergehen? Die Ausstellung „Der Rothenburger Weg: Eine Stadt schafft sich ihr Stadtbild” läuft seit 30. März 2025 und wird weiterhin zu sehen sein. Die Ausstellung „Waffen einer Reichsstadt” hingegen schließt zum Jahresende. Danach sei geplant, das Dormitorium wieder „um einige zusätzliche Waffenhighlights der Sammlung Baumann” zu ergänzen.
Die Arbeit an der Museums-App werde weitergehen. Die bestehenden Angebote zum jüdischen Leben und zum Rothenburger Weg plane man durch weitere Touren zu ergänzen. Krause fasste abschließend zusammen: „Wir wollen die Dauerausstellung nach und nach modernisieren sowie das Veranstaltungsangebot, unsere Kooperationen und Partizipationen weiter ausbauen”.