Das „Nahwärmenetz Wiebelsheim“ ist in Betrieb und versorgt den Bad Windsheimer Ortsteil seit Anfang August mit Wärme. Der Abschluss der Arbeiten wurde am Samstag gebührend gefeiert. Bürger konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Herzstück des nach modernsten Gesichtspunkten geplanten und binnen eines knappen Jahres umgesetzten Projekts sind zwei mit Hackschnitzeln betriebene Heizkessel, die das Wasser auf eine Temperatur von rund 80 Grad Celsius erwärmen. Dieses wird über ein bestens gedämmtes Leitungssystem vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert. Die Abnehmer sind dabei selten weiter als einen Kilometer vom Wärmeerzeuger entfernt.
„Wir haben mit der Umsetzung unseres Nahwärmenetzes einen richtigen und wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung unternommen“, betonte Florian Schäfer, einer der Geschäftsführer der Gesellschaft „Nahwärmenetz Wiebelsheim”, bei der Eröffnungsveranstaltung im Festzelt. Er dankte allen Beteiligten für die kooperative Zusammenarbeit, „ohne die eine so rasche und zielstrebige Umsetzung der Maßnahme sicherlich nicht möglich gewesen wäre.“
Stefan Matyssek, Vorsitzender des Brauchtumsvereins Wiebelsheim blickte zurück: Die Arbeitsgruppe „Nahwärme“ kam erstmals im Februar 2022 zusammen, um das Stimmungsbild in der Bevölkerung abzufragen. 25 potenzielle Anschlussnehmer gaben ihre Zusage. Für das Projekt etwas wenig, fanden die Initiatoren.
Trotzdem wurde im März 2023 die „Nahwärmenetz Wiebelsheim“ aus der Taufe gehoben. Die Zahl der Interessenten stieg derweil auf 31 – und so konnten noch im Herbst Verträge mit den Anschlussteilnehmern unterzeichnet werden. Nach dem Eintreffen der Förderzusagen im Februar 2024 und erfolgter Baugenehmigung fünf Monate später, wurde im Oktober der erste Spatenstich getätigt.
An Herausforderungen fehlte es fortan nicht: Für Diskussionsbedarf sorgten die Kostenentwicklung bei Tiefbaumaßnahmen im Bereich der Dorfstraßen, der Anschluss des Wiebelsheimer Neubaugebietes und nicht zuletzt die Individualität der Hausanschlüsse.
Fragen nach Einsparmöglichkeiten und Eigenleistungen standen bei den 80 Sitzungen der Planungsgruppe regelmäßig auf dem Programm. Weit mehr als 2500 Arbeitsstunden wurden ehrenamtlich und ohne jegliches Entgelt geleistet. Dies hatte zur Folge, dass ein Betrag im „mittleren sechsstelligen Bereich” bei den Baukosten eingespart werden konnte.
„Es war ein langer und anstrengender Weg“, so das Fazit von Matyssek: „Das Gute daran – trotz mitunter diverser Ansichten gab es stets eine Einigung.“
Für die Anschlussteilnehmer gibt es, wie Prokurist Udo Hopfner eingangs erläuterte, noch reichlich zu tun. Damit die Fördergelder fließen, müssen in den kommenden Monaten jede Menge Anträge ausgefüllt und beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingereicht werden.