Die Bad Windsheimer Kirchweih im Dornröschen-Schlaf: Dieser Eindruck war von Einheimischen und Auswärtigen jahrelang zu hören. Heuer jedoch war es irgendwie anders. „Das Kirchweih-Feeling ist zurück”, findet Festwirt Thomas Ullrich.
Gesegnet von bestem Wetter, blickt er auf ein „super erfolgreiches” Fest zurück, das am Dienstag mit einem Feuerwerk zu Ende ging. Die Zusammenarbeit mit der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT), die seit rund zwei Jahren besteht, trage Früchte, das Gesamt-Programm komme an. „Sonntagmittag haben anfangs nur wenige Leute im Festzelt zum Essen vorbeigeschaut. Und dieses Jahr: Attacke, und zwar durchgängig.” Am Kirchweihmontag wiederum sei das Zelt gleich zweimal rappelvoll gewesen – zuerst beim Frühschoppen und dann beim Kabarett mit Ines Procter. „Das gibt es eigentlich nie”, so der Festwirt, der auch nächstes Jahr diese Rolle wieder übernehmen wird.
Das Teamwork mit Thomas Ullrich beschreibt auch Birgit Grübler, die seit gut zwei Jahren Geschäftsführerin der KKT ist, als durchweg positiv. „Damals haben wir gesagt: Wir bauen die Kirchweih hier neu auf und entwickeln sie weiter. Den Erfolg merkt man jetzt langsam.” An den verschiedenen Festtagen habe auch sie sich mit vielen Leuten ausgetauscht und immer wieder gehört, dass es eine der schönsten Kirchweihen in Bad Windsheim seit vielen Jahren gewesen sei. Gelobt wurde demnach auch die Anordnung und Auswahl der Buden und Fahrgeschäfte am Festplatz, sagt Grübler. Den Sprecher der Schausteller, Denis Krzenck, konnte die Redaktion am Mittwoch für eine Stellungnahme telefonisch nicht erreichen.
Schon zum Auftakt der Kirchweih erlebten die Bad Windsheimer etwas Besonderes: Rund 800 Menschen wirkten am Freitag in fast 30 Gruppen beim Festumzug mit – deutlich mehr als in den Vorjahren. Auch kleinere Formationen waren dabei. Birgit Grübler hofft nun, dass viele davon auch im kommenden Jahr wieder mitmachen wollen. „Unvermeidbare kleinere Verkehrsbehinderungen” waren während des Umzugs, den die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr begleitet hatten und der sehr gut besucht war, zu verzeichnen, bilanziert ein Sprecher der Bad Windsheimer Polizei. Ansonsten fasst er den Verlauf der Kirchweih kurz und bündig zusammen: „Ruhig. Keine nennenswerten Vorkommnisse.”
Wichtig war und ist, das Kirchweih-Programm immer wieder zu hinterfragen und zu prüfen, sagt Grübler: Was setzt man um, was lässt man weg, was muss verändert werden? Seitens der KKT wolle man eine Bandbreite an Angeboten schaffen, „damit für jeden und jede etwas dabei ist”. Das scheint, so die KKT-Chefin, dieses Jahr gelungen zu sein: von Malle-Party über Kabarett bis hin zu Blasmusik und dem Kinderprogramm. Bewährtes wurde derweil aber nicht vergessen, so dass die Tradition beispielsweise mit der Abholung des Schützenkönigs am Montag oder dem Weckruf des Spielmanns- und Fanfarenzuges am Sonntag hochgehalten wurde.
Besonders mit der Malle-Party am Samstag, in die auch Daniela Übler und Jochen Schauer – bei der KKT für städtische Veranstaltungen zuständig – viel Herzblut gesteckt hatten, wagte man etwas Neues. Ein Versuch, eine weitere Zielgruppe anzusprechen. Die Tage vor der Veranstaltung habe der Kartenverkauf nochmal angezogen, sagt Grübler. Am Ende feierten rund 750 Menschen mit. „Eine großartige, ausgelassene, aber dennoch friedliche Stimmung war da, das kam gut an.” Ein auch altersmäßig bunt gemixtes Publikum sei da zusammengekommen. Intern werde man zwar nachbesprechen, ob es auch im kommenden Jahr eine Malle-Party geben wird. Aus Grüblers Sicht allerdings würde es sich lohnen, ein solch erfolgreiches Event im Kirchweih-Programm zu behalten.