Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim hatte in der Dinkelsbühler St.-Pauls-Kirche ein umjubeltes Adventskonzert. Unter Leitung von Major Wolfgang Dietrich spielte das symphonische Blasorchester ein anspruchsvolles Programm zu Gunsten der Dinkelsbühler Knabenkapelle. Am Ende gab es stehende Ovationen und eine Zugabe.
Musikalisch unterwegs ist das Heeresmusikkorps vor allem in Franken, der Oberpfalz, Nordbaden, Südhessen und Thüringen. Jetzt führte der Weg erstmals nach Dinkelsbühl. Damit wurde auch an eine Tradition angeknüpft, denn Bundeswehrorchester gastierten noch vor einiger Zeit regelmäßig in der Stadt. Daran erinnerte Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer in seiner Begrüßung.
Möglich wurde das Konzert durch zwei ehemalige Mitglieder der Knabenkapelle: Martin und Johannes Krauß, der eine ist Mitglied des Heeresmusikkorps, der andere Dinkelsbühler Musikdirektor. Und überdies sind die beiden Brüder. Der Erlös des Benefizkonzerts ist für die Knabenkapelle Dinkelsbühl bestimmt.
Major Wolfgang Dietrich, der Orchesterleiter, freute sich über die Gelegenheit, in der St.-Pauls-Kirche spielen zu können, seien die Musikerinnen und Musiker hier „mitten drin im Publikum”. Musikalisch eröffnet wurde der Abend mit der „Christmas Ouverture” von Samuel Coleridge-Taylor, ein farbenreiches, festliches Orchesterwerk, das klassische angelsächsische Weihnachtslieder kunstvoll miteinander verbindet.
Das Repertoire blieb unerwartet mit „Courly Air and Dances” von Ron Nelson. Die Suite aus Renaissance-Tänzen mixt Stile Frankreichs, Englands, Italiens, Spaniens und Deutschlands.
Robert Burns ist der schottische Nationaldichter. Auf einen seiner Texte geht das traditionelle „Ye Banks and Braes O'Bonnie Doon” zurück, das einfühsam den Kirchenraum ausfüllte. Zu den Höhepunkten im Programm zählte „Minor Alterations – Christmas Through the Looking Glass” von David Lovrien. Sein musikalischer Ansatz: Beliebte Weihnachtslieder durch die Übertragung in Moll zu verfremden. Das Ergebnis: Das musikalische Suchspiel begeisterte das Publikum.
In andere Sphären führte das Heeresmusikkorps sein Publikum mit „The Inner Light” von Jay Chattaway, Filmmusik aus der Star-Trek-Reihe: melancholisch, zart und emotional bewegend. Das Trompetenregister stand bei „Annie's Trumpet Dream” im Mittelpunkt, ehe das Orchester dann die Weihnachtsstimmung so richtig zündete mit „It's Beginning to Look Like Christmas” und „Christmas Lullaby” von John Rutter. Gemeinsam sang das Publikum zum Abschluss „Macht hoch die Tür”. Spätestens da war klar: Das Fest ist nicht mehr weit.