Das denken die Kandidierenden für den Landratsposten über Land- und Hauswirtschaft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.02.2026 10:02

Das denken die Kandidierenden für den Landratsposten über Land- und Hauswirtschaft

Die Kandidierenden (von links) Stefan Bininda (AfD), Marco Meier (Freie Wähler), Maria Hetzel (ÖDP), Dr. Jürgen Ludwig (CSU), Sophia Göppel-Kraft (Grüne) und Dr. Bastian Wojek (SPD) informierten über ihre Haltung zur Land- und Hauswirtschaft.  (Foto: Thomas Schaller)
Die Kandidierenden (von links) Stefan Bininda (AfD), Marco Meier (Freie Wähler), Maria Hetzel (ÖDP), Dr. Jürgen Ludwig (CSU), Sophia Göppel-Kraft (Grüne) und Dr. Bastian Wojek (SPD) informierten über ihre Haltung zur Land- und Hauswirtschaft. (Foto: Thomas Schaller)
Die Kandidierenden (von links) Stefan Bininda (AfD), Marco Meier (Freie Wähler), Maria Hetzel (ÖDP), Dr. Jürgen Ludwig (CSU), Sophia Göppel-Kraft (Grüne) und Dr. Bastian Wojek (SPD) informierten über ihre Haltung zur Land- und Hauswirtschaft. (Foto: Thomas Schaller)

Nach der ersten Diskussionsrunde zur Gesundheitspolitik am Freitag trafen sich die Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Ansbacher Landrats am Montag in Schernberg, um ihre Meinungen zum Thema Land- und Hauswirtschaft auszutauschen.

Ganz komplett war die Runde im rappelvollen Saal des Gasthofs Bergwirt auch diesmal nicht. AfD-Kandidat Stefan Bininda war zwar dabei, dafür fehlte aber krankheitsbedingt Leon Baumann, der Bewerber der Linken.

Fünf Minuten bekamen die Kandidierenden zunächst von Moderator Jürgen Hahn vom Maschinenring (MR), um sich selbst, ihren Bezug zur Land- und Hauswirtschaft sowie ihre Motivation vorzustellen. Dabei zeigte sich, dass fast alle irgendwie mit diesen Bereichen zu tun haben oder zumindest eine aktive Rolle im Leben im ländlichen Raum spielen.

Ausbildungsstätten in der Region erhalten

Die unterschiedlichen Schwerpunkte wurden deutlich. Stefan Bininda (AfD) will „Neues beginnen, um die Heimat zu retten”. Sophia Göppel-Kraft (Grüne) setzt ihre Schwerpunkte bei den Bedürfnissen der Familien und der Energiewende. Das ist auch – wie die ökologische Landwirtschaft – ein wichtiges Thema bei Maria Hetzel (ÖDP). Der amtierende Landrat Dr. Jürgen Ludwig (CSU) stellte das Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Zentrum. Am kämpferischsten trat Marco Meier (Freie Wähler) auf, der meinte, nach 14 Jahren sei ein Wechsel an der Spitze des Landratsamts nötig. Als Generalist und Problemlöser sieht sich Dr. Bastian Wojek (SPD).

Die erste Fragerunde drehte sich um das Thema Aus- und Fortbildung. Moderiert wurde sie von Helmut Siller, dem Kreisvorsitzenden des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF). Alle Kandidierenden waren sich einig, dass die Ausbildung von Fachkräften für Ernährung und Haushaltsführung in Ansbach und Dinkelsbühl erhalten werden soll. Hauptproblem ist allerdings der Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern. Landrat Ludwig riet dazu, Erfolgsgeschichten aus diesem „professionellen Arbeitsfeld mit viel Verantwortung” herauszustellen.

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Die Probleme bei Genehmigungsverfahren standen in Runde zwei im Mittelpunkt, zum Beispiel bei der Abwägung von Tierwohl und Immissionsschutz. Marco Meier forderte hier wie bei anderen Themen, Ermessensspielräume stärker auszunutzen.

Sophia Göppel-Kraft: Landkreis Ansbach zur Öko-Modellregion ausbauen

Beim Thema Naturschutz ging es vor allem um den Stellenwert. Während Stefan Bininda und Marco Meier meinten, er dürfe nicht auf dem Rücken der Betriebe ausgetragen werden, sprach sich Sophia Göppel-Kraft dafür aus, den Landkreis Ansbach zu einer Öko-Modellregion zu entwickeln. Von der in diesem Rahmen ausgebauten Infrastruktur könnten dann auch konventionelle Betriebe profitieren.

Um den Flächenverbrauch zu bremsen, sprachen sich alle Kandidierenden für eine verstärkte Nutzung von innerörtlichen Leerständen aus. Dafür sei ein gutes Leerstandsmanagement nötig, erklärte Maria Hetzel. Statt Freiflächen zu nutzen, seien PV-Anlagen besser auf Gebäuden und bereits versiegelten Flächen aufgehoben, meinte sie.

Auch darin, dass der öffentliche Nahverkehr im weitläufigen Landkreis Ansbach große Lücken aufweist, war man sich in der Runde einig. Bastian Wojek riet dazu, sich nach Lösungen in anderen Landkreisen umzuschauen: „Wir brauchen ein gutes Angebot, sonst fährt keiner mit”. Sophia Göppel-Kraft kritisierte Defizite im Schülerverkehr, wo zu viele Busse ausfallen würden oder überfüllt seien.

In der offenen Diskussionsrunde drehten sich die Fragen aus dem Publikum in erster Linie um die Zukunft der Krankenhausversorgung sowie um Probleme bei Genehmigungsverfahren.

Fair und mit Disziplin diskutiert

Am Ende freute sich der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Reinhold Meyer vor allem darüber, dass die Veranstaltung, die von fünf landwirtschaftlichen Verbänden gemeinsam organisiert worden war, trotz der großen Zahl von Gästen so fair und diszipliniert über die Bühne gegangen war – keine Selbstverständlichkeit in Zeiten gesellschaftlicher Grabenkämpfe, vor allem in den Sozialen Medien.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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