Im Bundestag herrschte am Dienstag Chaos. Kanzler Friedrich Merz brauchte einen zweiten Wahlgang, um eine absolute Mehrheit vom Plenum zu bekommen. Mittendrin waren drei Abgeordnete, die in der schwarz-roten Koalition Westmittelfranken vertreten. Die FLZ bat sie um Reaktionen.
Artur Auernhammer (Weißenburg) gewann für die CSU erneut das Direktmandat im Wahlkreis Ansbach. Er freue sich über die Wahl von Merz zum Kanzler, teilte er mit. „Nun geht es an die Arbeit. Es muss gute Politik für die Menschen gemacht werden. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zurecht Veränderungen und haben Hoffnungen – es muss nun ein Politikwechsel kommen.“
Auernhammer versuchte, aus den Geschehnissen etwas Positives mitzunehmen: „Der zweite Wahlgang hat die schwarz-rote Koalition vielleicht enger zusammengeschweißt, dass nun allen die Verantwortung für unser Land bewusst ist.“
Tobias Winkler (Roßtal) gewann das Direktmandat im Wahlkreis Fürth, zu dem weite Teile des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gehören, für die CSU. Er teilte mit: „Die große Aufregung um den ersten Wahlgang ist Ausdruck der hohen Erwartungen an Bundeskanzler Friedrich Merz und die neue Regierung.“ Vor dem Hintergrund einer veränderten Weltlage seien Maßnahmen nötig. Dabei werde es jetzt immer wieder auf Mehrheiten von CDU/CSU und SPD ankommen.
„Der erste Wahlgang gab einen Vorgeschmack auf die Tragweite, wenn diese Mehrheiten nicht verlässlich erzielt werden. Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen Mitglied der beiden Fraktionen. Die Konsequenzen waren heute Morgen vermutlich noch nicht jedem bewusst. Ich bin aber zuversichtlich, dass diese Leichtfertigkeit ein Fehler war, den die Betroffenen nicht wiederholen werden“, so Winkler.
Carsten Träger (Fürth) führte die bayerische Landesliste der SPD an und wurde über diese in den Bundestag gewählt. Er ist als Ansprechpartner für alle Bürger auch für den Betreuungswahlkreis Ansbach zuständig. Er erklärte: „Diese Kanzlerwahl war tatsächlich außergewöhnlich, der Tag im Bundestag intensiv. Aber die Fraktionen haben schnell und konzentriert gehandelt und gemeinsam einen zweiten Wahlgang am selben Tag ermöglicht.“
Die SPD stehe zur Koalition und den vereinbarten Vorhaben, die das Land voranbringen werden, so Träger. „Es ist gut, dass mit der Wahl von Friedrich Merz jetzt Klarheit herrscht und die neue Regierung ihre Arbeit aufnehmen kann, denn wir müssen jetzt schnell und entschlossen die Herausforderungen anpacken.“