Einfach drauflos singen – das reicht hier nicht. Beim Consortium Cantorum Feuchtwangen sind die Ansprüche höher. In den vergangenen Wochen probte der Chor für das Konzert am Sonntag, 5. Januar, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Ulrich und Afra.
Als Hans-Michael Routschka den Chor im Jahr 2002 ins Leben rief, wollte er ein Ensemble formen, das sich von einem „normalen“ Kirchenchor unterscheidet. Dem Kirchenmusiker schwebte vor, anspruchsvolle, geistliche Chorliteratur zu erarbeiten und in besonders gestalteten Gottesdiensten oder Konzerten aufzuführen.
Davon, dass dies gelingt, können sich Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher seit vielen Jahren nicht nur bei Auftritten in Feuchtwangen überzeugen.
Am kommenden Sonntag folgt das Konzert zum Ausklang der Weihnachtszeit. Auf dem Programm stehen vor allem Chorsätze aus dem 19. und 20. Jahrhundert. „Macht hoch die Tür“, „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ oder „Schlafe, mein Kindlein“ lauten einige der Titel. Der Chor wird dabei zumeist vierstimmig, bisweilen aber auch bis zu achtstimmig singen. Das will gut geprobt sein. Alle 14 Tage sonntags um 19 Uhr (im Sommer um 20 Uhr) treffen sich dazu die Sängerinnen und Sänger im Ulrichsaal in Feuchtwangen. Dabei wird konzentriert gearbeitet, wie sich bei einem Probenbesuch zeigt.
Hans-Michael Routschka setzt voraus, dass seine Sängerinnen und Sänger die Noten der Stücke kennen. Da man sich nur in zweiwöchigem Rhythmus trifft, soll die Zeit genutzt werden, um gezielt an der musikalischen Gestaltung zu arbeiten.
„Nicht hetzen“, ruft der Dirigent mitten im Stück in die Runde, als ihm die Choristen etwas zu schnell unterwegs zu sein scheinen. Es gilt, das angemessene Tempo zu finden, das dem Charakter der Musik gerecht wird. „Mir ist wichtig, dass man sauber intoniert, aber auch dass man das rüberbringt, was inhaltlich im Stück steckt“, sagt Hans-Michael Routschka im Gespräch mit der FLZ. Es sei ihm darum gegangen, das, was in der Musik steckt, dynamisch und tempomäßig umzusetzen.
Derzeit verfügt das Consortium Cantorum über 24 Mitglieder. Wie in vielen anderen Chören, würde man sich auch in diesem Ensemble über Nachwuchs freuen. Auf die Frage, welche Voraussetzungen ein potenziell neues Chormitglied mitbringen muss, antwortet der Dirigent: „Idealerweise sollte er über Notenkenntnisse verfügen und sich die Töne schnell aneignen können. Am besten selber.“ Schließlich soll die Zeit in den Proben nicht fürs Notenpauken verschwendet werden.
Das Zweitwichtigste wäre für Routschka, dass die Sängerin oder der Sänger über ein mischfähige, gesunde Stimme verfügt. „Ich kann im Chor kein Vibrato gebrauchen“, sagt er. „Und keine, die plärren.“ Bisher habe man immer Glück gehabt, dass sich alles gut zusammengefügt hat. Ein runder, ausgewogener Klang, aus dem keiner rausplatzt – so stellt sich der Kirchenmusiker sein Chorideal vor.
Davon, ob dies gelingt, können sich die Konzertbesucher am kommenden Sonntag in Feuchtwangens Stadtpfarrkirche selbst überzeugen. Neben dem Consortium Cantorum wird auch Harfenistin Silke Aichhorn aus Traunstein zu hören sein. Sie spielt unter anderem Kompositionen von Domenico Scarlatti und Johann Pachelbel, aber auch modernere Stücke. An der Orgel ist Bastian Fuchs aus München zu hören.
Wer Interesse hat, künftig im Consortium Cantorum Feuchtwangen mitzusingen, kann sich bei Hans-Michael Routschka per E-Mail an consortium-cantorum-feu@t-online.de melden.