Eine zunehmende Biber-Population mit mehreren Dutzend Tieren stellt die Gemeinde Langfurth im Landkreis Ansbach vor große Probleme und sorgt dort für hohe Kosten. Die Gemeinde-Verantwortlichen stehen dem Tun der Baumeister machtlos gegenüber und wünschen sich eine Weichenstellung der „großen Politik“.
Wie bei einem Ortstermin am Ammelbrucher Badeweiher deutlich wurde, wird die rege Bautätigkeit der Nager mittlerweile zu einer kostspieligen Angelegenheit für die Allgemeinheit, etwa wenn an beschädigten Wegen Unterhaltsmaßnahmen anstehen. Dabei hatte der Dammbau am Kritzenbach, der aus einer Quelle kommend den Badeweiher speist, auf die Badegäste keinen erkennbaren negativen Einfluss. Das Wasser wird regelmäßig vom Gesundheitsamt überprüft und es gab keinerlei Einschränkungen für den Badebetrieb. Allerdings spülte bei Starkregen der Zufluss auch Erdreich und Schmutz in das Gewässer, da sich das Wasser einen seitlichen Weg bahnte.
Beim Blick in das angrenzende, in den 1970er Jahren angelegte Waldstück könnte man glauben, die Wochenarbeit eines Holzfällertrupps zu erkennen. Für den Bau mehrerer Biberburgen wurden Weiden, Hainbuchen und Wildkirschen gefällt. „Für jede Baumfällung muss Rechenschaft abgelegt werden, nur der Biber darf alles“, so Bürgermeister Simon Schäffler, der zusammen mit seinem Stellvertreter Horst Binder und Bauhofarbeiter Martin Meyer eine Ortsbesichtigung vornahm. Jeder im Wald vom Rehwild verfegte Baum bringe hitzige Diskussionen zwischen Förstern, Jägern und Waldbesitzern mit sich, während bei den Biberrevieren tatenlos zugesehen werde, wurde betont.
Das eigentlich erfolgreiche Projekt mit der Wiederansiedlung des Bibers werde allmählich zur Plage. Die hochaktiven Tiere hätten keine natürlichen Feinde und aus der gewünschten „Artenvielfalt ist ein Bibermonopol geworden“, so Schäffler. Zweiter Bürgermeister Horst Binder zeigte sich „frustriert und diesbezüglich mit dem Latein am Ende“. Martin Meyer sieht in der Entwicklung eine gewisse Widersprüchlichkeit: „Zuerst rottet man den Biber aus und jetzt nimmt er wieder überhand!“
Dabei erkennen die Kommunalpolitiker durchaus das Bemühen der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Ansbach an. Man sei mit dem dafür zuständigen Stefan Walter und dem Biberbeauftragten Jürgen Ströhlein in engem Austausch. Allerdings seien den Behörden aufgrund des geltenden EU-Rechts über den Artenschutz meist die Hände gebunden, hieß es. Gefordert sei also die „große Politik“.
Immerhin wurde genehmigt, die Biberdämme um 25 Zentimeter abzusenken, da sonst die angrenzenden Feldwege noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Biber haben die Böschung bereits an mehreren Stellen unterhöhlt und sich Fluchtwege geschaffen. Das Verfüllen von Löchern mit Schotter reicht nicht mehr aus. Aufwendige und kostenträchtige Wegesanierungen fallen an, da der nachgebende Unterbau zu gefährlichen Zwischenfällen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen führen kann.