Es wird eng für Wolfgang Lampe. Nicht nur, dass Thomas Schmitt, sein Gegner in der Stichwahl in 14 Tagen, im ersten Wahlgang mit 42,6 Prozent exakt 4,3 Prozentpunkte vor dem amtierenden Uffenheimer Bürgermeister lag – nun liegt auch noch eine Wahlempfehlung der CSU für seinen Kontrahenten vor.
Zur Erinnerung: Zwei Kandidatinnen und zwei Kandidaten bewarben sich für das Amt des Uffenheimer Bürgermeisters: Anna-Lena Langmann-Göller für die Freien Wähler, Yvonne Hirsch seitens der Grünen, Thomas Schmitt für die Bürgerliste und eben Amtsinhaber Wolfgang Lampe von der SPD. Wer fehlte? Richtig – die CSU. Die Christsozialen, die 2014 noch mit Stephan Popp und 2020 mit Ulrike Streng angetreten waren und jeweils verloren hatten, stellten diesmal keinen Kandidaten.
19.341 Stimmen hatte die Uffenheimer CSU-Liste im Jahr 2020 erhalten, das reichte für sieben Sitze und den Status als stärkste Fraktion. 12.961 Stimmen waren es laut dem vorläufigen Resultat diesmal, was noch vier Sitze bedeutet. Stärkste Fraktion ist künftig die Bürgerliste (BLU), die ihr Ergebnis mehr als verdoppelte: von 14,18 Prozent im Jahr 2020 auf nunmehr 30,8 Prozent und sechs Sitze im Rat. Jeweils vier Sitze können die SPD und die Freien Wähler für sich reklamieren, zwei Mandate gehen an die Grünen.
Im Klartext: Für die Christsozialen war das Uffenheimer Wahlergebnis ein Debakel, und es ehrt die örtlichen Verantwortlichen, dass man wenigstens nicht drumherum redet. In einer am Dienstag eingegangenen Pressemitteilung spricht der Ortsverband von einer zwar „sicher nicht einfachen Ausgangslage”, doch sei das Ergebnis natürlich „insgesamt eine Enttäuschung”.
Nach einigen Durchhalteparolen („Ansporn für die weitere Arbeit im Stadtrat”, „Kräfte bündeln”) folgt die eigentliche Aussage: Man sei überzeugt davon, dass „ein Wechsel im Bürgermeisteramt jetzt genau der richtige Impuls für Uffenheim und seine Ortsteile ist”. Der entscheidende Satz: „Wir als CSU Uffenheim glauben, dass Thomas Schmitt von der Bürgerliste die Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringt, unsere Stadt zu führen und gemeinsam mit dem Stadtrat wieder auf Kurs zu bringen.”
Thomas Schmitt wird sich freuen, dies zu lesen. Oder? Nicht unbedingt, denn das CSU-Ergebnis ist kein Zufall und es allein am fehlenden Bürgermeister-Kandidaten festzumachen, wäre zu kurz gegriffen. Tatsache ist, dass die Uffenheimer nicht vergessen haben, dass zwei der bis dato renommiertesten Mitglieder des Ortsverbandes ihre Stadtratssitze kurz nach der Wiederwahl von Wolfgang Lampe vor sechs Jahren praktisch fluchtartig geräumt hatten – Stephan Popp und Dr. Stefan Streng hatten offenbar wenig Verlangen danach, sich mit dem Bürgermeister zu arrangieren. Dieses Verhalten kann man zwar eigentlich nicht dem Ortsverband anlasten, doch vergessen haben es die Uffenheimer nicht. Streng und Popp haben der Partei einen Bärendienst erwiesen – das Wahlergebnis ist eine späte Quittung. Unter diesen Aspekten muss die Frage erlaubt sein, ob diese Wahlempfehlung Thomas Schmitt tatsächlich nutzt.
Und die anderen? Nun, die SPD steht natürlich zu ihrer Galionsfigur, und ob die Grünen schon darüber hinweg sind, von Schmitt zugunsten der Bürgerliste verlassen worden zu sein, ist unklar. Die FWG dürfte mutmaßlich eher zu Lampe tendieren, denn zwischen diesen und seinen loyalen FWG-Stellvertreter Hermann Schuch passte in der vergangenen Wahlperiode bekanntlich kein Blatt. Im Klartext: Die Stichwahl ist noch längst nicht entschieden, auch wenn man Schmitt anhand des Ergebnisses des ersten Wahlgangs mit Recht als Favoriten bezeichnen darf. Und im zukünftigen Stadtrat wird viel davon abhängen, wie der künftige Bürgermeister jenseits aller Sachthemen die unterschiedlichen Befindlichkeiten moderieren kann. Klare Mehrheitsblöcke jedenfalls sind nicht zu erkennen.