Comeback vor 200 Jahren: Die katholische Pfarrei von Schillingsfürst | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 25.12.2025 15:00

Comeback vor 200 Jahren: Die katholische Pfarrei von Schillingsfürst

Der Innenraum der katholischen Kirche von Schillingsfürst: Die Wiedererhebung zur Pfarrei jährt sich dieser Tage zum 200. Mal. (Foto: Margit Schwandt)
Der Innenraum der katholischen Kirche von Schillingsfürst: Die Wiedererhebung zur Pfarrei jährt sich dieser Tage zum 200. Mal. (Foto: Margit Schwandt)
Der Innenraum der katholischen Kirche von Schillingsfürst: Die Wiedererhebung zur Pfarrei jährt sich dieser Tage zum 200. Mal. (Foto: Margit Schwandt)

Zum 200. Mal jährte sich 2025 die Wiedererhebung der katholischen Gemeinde Schillingsfürst zur Pfarrei. Über deren wechselvolle Geschichte in der Zeit zwischen 1686 und 1825 hat Johannes Munique einen umfangreichen Sonderpfarrbrief verfasst.

Bereits 1673 sind Franziskaner Minoriten in Schillingsfürst als Seelsorger nachweisbar, 1683 wurde die Kirche „S. Crucis Exaltatae“ eingeweiht. 1686 wurde in Schillingsfürst ein Franziskaner Konvent gegründet. Damit verbunden sind verschiedene franziskanische Einrichtungen, wie Schule und Gymnasium.

Zwischen 1762 und 1767 stieg das Kloster sogar zum Studienkloster für Kirchenrecht auf. Von 1768 bis 1773 waren außerdem Mitglieder des Jesuitenordens in Schillingsfürst tätig. Sie übernahmen kurzzeitig den Studienzweig Philosophie und gliederten ihn 1764 der Jesuitenschule an. Die Franziskanermönche widmeten sich von da ab vermehrt der Krankenpflege und errichteten eine Krankenstube.

Die Wirren der Säkularisation

Durch die Wirren der Säkularisation 1802/03 und die damit verbundene Neuordnung Deutschlands durch Napoleon verlor Schillingsfürst seine Souveränität: Das Haus Hohenlohe wurde zwischen den Königreichen Württemberg und Bayern aufgeteilt. Karl Albrecht III. verlegte seinen Sitz nach Waldenburg, Schillingsfürst wurde zum Sitz einer Nebenlinie unter Fürst Franz-Josef, dem Bruder Karl Albrechts III.

Der Niedergang der Standesherrschaft hatte verheerende Auswirkungen auf die überwiegend katholische Mittelschicht von Schillingsfürst und Frankenheim, denn deren Lebensgrundlage – der Hof und sein Umfeld – waren weitgehend verschwunden. Die Diözesen wurden ebenfalls neu geordnet: Am 18. Juni 1806 wurde Schillingsfürst von der Diözese Würzburg abgetrennt und der Erzdiözese Bamberg zugeordnet.

Das könnte Sie auch interessieren
Feuerwehr-Jubiläum in Elpersdorf: Über 70 Gruppen marschierten im Festzug mitGezupfte Grüße aus Fernost: 30 Japanerinnen musizieren im Kaisersaal in RothenburgExpansion in Dombühl: Kita in Kloster Sulz plant Neubau für steigende KinderzahlenRenommierter Politik-Experte aus Bad Windsheim: Von Statistiken und BrausestangenZwischen Amore und Dolore: Nevio Passaro begeistert in Bad WindsheimDer 75. Kirchentag am Hesselberg: So vielseitig war das Nachmittagsprogramm150 Jahre Feuerwehr Herrieden: Ein Festzug mit 1900 Teilnehmenden als HöhepunktWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges BestehenSchlosshofkonzerte in Neustadt/Aisch 2026: Humor, Energie und PoesieBier-Fest zum Brauerei-Jubiläum zog in Dinkelsbühl viele Menschen anNachwuchstalente aus Würzburg musizieren auf Schloss SchillingsfürstMozart und Mambo bei der „Kubanischen Nacht” in Bad Windsheim„Nachthelle”: Die Gluck-Festspiele gastieren mit einer Schubertiade in Lehrberg150 Jahre Henkel: Buntes Familienfest am Unternehmensstandort WassertrüdingenNeustadt/Aisch: Der Jazzchor von Susanne Schönwiese ist jetzt Geschichte

Patres wechselten nach Scheinfeld

Immer noch sorgten Franziskanermönche für die Seelsorge in der Pfarrei, so wohnten 1814 noch fünf Patres und drei Laienbrüder im Schillingsfürster Kloster. Wegen der Verarmung der Schillingsfürster Linie des Hauses Hohenlohe wurde die Versorgung der Mönche allerdings immer schwieriger. Im Juni 1817 nahm das Kloster Schwarzenberg bei Scheinfeld drei der Schillingsfürster Franziskanermönche bei sich auf. 1822 wurde das Kloster endgültig aufgelöst.

1825 veranlasste der damalige Bamberger Erzbischof die Gründung einer eigenen Pfarrei in Schillingsfürst, die am 18. Dezember 1825 von der Fürstlichen Familie neu dotiert wurde. Das ehemalige Kloster wurde zum Pfarrhaus, auch die katholische Knabenschule zog dort ein.

Der 200. Tag der „Wiedererhebung zur Pfarrei“ wurde am vierten Adventssonntag, 21. Dezember, mit einem festlichen Pontifikalamt gefeiert. Zelebrant und Prediger war Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick aus Bamberg.


Von Margit Schwandt
north