Zum 200. Mal jährte sich 2025 die Wiedererhebung der katholischen Gemeinde Schillingsfürst zur Pfarrei. Über deren wechselvolle Geschichte in der Zeit zwischen 1686 und 1825 hat Johannes Munique einen umfangreichen Sonderpfarrbrief verfasst.
Bereits 1673 sind Franziskaner Minoriten in Schillingsfürst als Seelsorger nachweisbar, 1683 wurde die Kirche „S. Crucis Exaltatae“ eingeweiht. 1686 wurde in Schillingsfürst ein Franziskaner Konvent gegründet. Damit verbunden sind verschiedene franziskanische Einrichtungen, wie Schule und Gymnasium.
Zwischen 1762 und 1767 stieg das Kloster sogar zum Studienkloster für Kirchenrecht auf. Von 1768 bis 1773 waren außerdem Mitglieder des Jesuitenordens in Schillingsfürst tätig. Sie übernahmen kurzzeitig den Studienzweig Philosophie und gliederten ihn 1764 der Jesuitenschule an. Die Franziskanermönche widmeten sich von da ab vermehrt der Krankenpflege und errichteten eine Krankenstube.
Durch die Wirren der Säkularisation 1802/03 und die damit verbundene Neuordnung Deutschlands durch Napoleon verlor Schillingsfürst seine Souveränität: Das Haus Hohenlohe wurde zwischen den Königreichen Württemberg und Bayern aufgeteilt. Karl Albrecht III. verlegte seinen Sitz nach Waldenburg, Schillingsfürst wurde zum Sitz einer Nebenlinie unter Fürst Franz-Josef, dem Bruder Karl Albrechts III.
Der Niedergang der Standesherrschaft hatte verheerende Auswirkungen auf die überwiegend katholische Mittelschicht von Schillingsfürst und Frankenheim, denn deren Lebensgrundlage – der Hof und sein Umfeld – waren weitgehend verschwunden. Die Diözesen wurden ebenfalls neu geordnet: Am 18. Juni 1806 wurde Schillingsfürst von der Diözese Würzburg abgetrennt und der Erzdiözese Bamberg zugeordnet.
Immer noch sorgten Franziskanermönche für die Seelsorge in der Pfarrei, so wohnten 1814 noch fünf Patres und drei Laienbrüder im Schillingsfürster Kloster. Wegen der Verarmung der Schillingsfürster Linie des Hauses Hohenlohe wurde die Versorgung der Mönche allerdings immer schwieriger. Im Juni 1817 nahm das Kloster Schwarzenberg bei Scheinfeld drei der Schillingsfürster Franziskanermönche bei sich auf. 1822 wurde das Kloster endgültig aufgelöst.
1825 veranlasste der damalige Bamberger Erzbischof die Gründung einer eigenen Pfarrei in Schillingsfürst, die am 18. Dezember 1825 von der Fürstlichen Familie neu dotiert wurde. Das ehemalige Kloster wurde zum Pfarrhaus, auch die katholische Knabenschule zog dort ein.
Der 200. Tag der „Wiedererhebung zur Pfarrei“ wurde am vierten Adventssonntag, 21. Dezember, mit einem festlichen Pontifikalamt gefeiert. Zelebrant und Prediger war Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick aus Bamberg.