Die Kirche St. Georg im Emskirchener Ortsteil Brunn wird 300 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums entstand ein 27-minütiger Dokumentar-Film im Stile des ZDF-Formats „Terra X”. Er nimmt alle mit auf eine Reise in die Entstehungszeit des Bauwerks, macht Geschichte erlebbar und beleuchtet das letzte Geheimnis der Kirche.
„Für die Vorstellung am Samstag, 1. November, gibt es keine Plätze mehr”, erzählt Peter Haag. An diesem Tag wird Premiere gefeiert. Haag, der Emskirchener Gemeinderat ist und bis vor einem Jahr als Vertrauensmann agierte, freut sich deshalb, dass es am Sonntag, 2. November, ab 15 Uhr eine Zusatzveranstaltung in der Brunner Kirche geben wird, bei der der Film mit dem Titel „Church X – Die letzten Geheimnisse der Sankt-Georgs-Kirche” gezeigt wird. Popcorn, Nachos und Getränke, die die Konfirmandinnen und Konfirmanden verkaufen werden, sorgen für echtes Kino-Feeling, ergänzen Peter Haag, der die Idee zu diesem Projekt hatte sowie für Drehbuch, Regie und Kamera verantwortlich war, sowie seine Frau Nadine.
Ihre Aufgabe bestand vor allem darin, die Inhalte des Streifens historisch einzuordnen und die geschichtlichen Fakten für die Moderation zu recherchieren, damit der Dokumentarfilm auch geschichtlich korrekt gedreht werden konnte. Als gute Informationsquelle erwiesen sich die Kirchenbücher, deren Durchsicht viel Zeit kostete, und die Aufzeichnungen, die anlässlich des 200. Geburtstags der Kirche verfasst worden waren.
Nadine Haag, die im Pfarramt beschäftigt ist, kümmerte sich außerdem um Requisite und Set-Gestaltung, aber auch um die Betreuung und die kritische Durchsicht des Drehbuchs. Mehr als zwei Jahre arbeiteten die Eheleute Haag an diesem Projekt, an dem auch noch Mario Leubold mitwirkte, der für die Kamera und Lichttechnik zuständig zeichnete. Mit im Team ist auch Pfarrer Alexander Seidel, der spannende Einblicke und neue Perspektiven auf die Kirche in Brunn eröffnet. Apropos Einblicke: Die gibt es am Filmabend auch in den Dachboden, in die Gruft und den Glockenturm.
Bei Peter Haag reifte die Idee während seiner Zeit als Vertrauensmann. Eigentlich wollte er nur einen kurzen Handyfilm drehen, aber schnell wurde deutlich, dass ein professionelles Schnittprogramm vonnöten ist, um der Vielzahl an Filmdaten und den Möglichkeiten gerecht zu werden, die das filmische Projekt bietet. Er absolvierte deshalb eine fünftägige Schulung.
„Dort unterrichtete ein professioneller Cutter, der bereits fürs Fernsehen gearbeitet hat. Ich bin ihm sehr dankbar, ohne die Schulung wäre das Projekt gescheitert”, resümiert Haag. Mehr als 100 Stunden Filmmaterial waren im Laufe der Zeit zusammengekommen. Froh ist er auch, dass über Mario Leubold die Lichttechnik optimal geregelt werden konnte.
Viel Zeit wurde investiert, um die historischen Szenen aufwendig darzustellen. Ein dickes Dankeschön richten die Haags an die Familie Birnbach, die als Besitzer des örtlichen Schlosses und als Schauspieler mitwirkten. Sie stellten Räumlichkeiten für den Filmdreh zur Verfügung. Damaris, Jens und Karl Birnbach schlüpften immer wieder in historische Gewänder und ließen so zentrale Momente der Kirchengeschichte lebendig werden.
Der 27-minütige Film nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine bewegte Zeitreise, die den beschwerlichen Weg von 1702 bis 1724 nachzeichnet, der zu beschreiten war, bis die neue Kirche stand. Die löste den maroden Vorgängerbau aus Holz ab. Es galt, erzählen Nadine und Peter Haag, damals viel Geld zu sammeln, um das Projekt 1724 zu verwirklichen – ein schweres Unterfangen.
Bei den Recherchen habe sich herausgestellt, dass dem starken Patron namens Hessberg dessen Frau stets zur Seite gestanden hatte. „Sie unterstützte ihn im Hintergrund und motivierte ihn, nicht aufzugeben.” Das taten auch die Haags und ihre Mitstreiter nicht.
Gedreht wurde nicht nur im Kirchenraum und im Schloss, sondern auch in der Gruft. Diese war bereits vor 20 bis 30 Jahren schon einmal geöffnet worden. Am Tag der Filmvorführungen kann dann ebenfalls ein Blick hinein geworfen werden. Aber nur durch die Luke. Hinaufsteigen kann man jedoch in den Glockenturm und auf den geheimnisvollen Dachboden, wo ebenfalls gedreht wurde. Den Inhalt des Films kennen bisher nur Nadine und Peter Haag sowie Mario Leubold. Alle anderen haben nur die Szenen begutachten dürfen, in denen sie mitgewirkt haben.
Zu sehen sind übrigens alle in das Projekt eingebundenen Personen, auch diejenigen, die hinter der Kamera mitwirkten, wie etwa Thorsten Braun. Die Haags freuen sich schon auf die Premiere, bei der auch der Kirchenvorstand – etwa bei den Führungen – mitwirkt. Sie und die anderen hoffen, dass die Besucherinnen und Besucher begeistert sind, wenn sie die Kirche St. Georg auf eine neue Art, wie in einem Blockbuster erleben – „wenn bei Church X Geschichte auf Gänsehaut trifft”, wie es in der Ankündigung heißt.
Da auch für die Zusatzveranstaltung am 2. November nur begrenzte Plätze zur Verfügung stehen, ist eine Reservierung erforderlich: per E-Mail an pfarramt.wilhelmsdorf@elkb.de oder unter Telefon 09104/699. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Diese kommen der Kirchengemeinde zugute. Sponsoren werden noch für die große Leinwand gesucht, auf der der Film zu sehen sein wird