Bei der CSU ist die Debatte über den richtigen Direktkandidaten für den Bundestag im Wahlkreis Ansbach schon in vollem Gang. Aber auch die anderen Parteien machen sich Gedanken. Die reichen teilweise schon über die nationale Wahl hinaus bis zu den Kommunalwahlen, die einige Monate später im Jahr 2026 stattfinden.
Die meisten Erststimmen und damit das Direktmandat holte bei der Bundestagswahl 2021 Artur Auernhammer für die CSU. Er bekam 38,4 Prozent und möchte im nächsten Jahr erneut antreten. Allerdings gibt es zwei Mitbewerber. Das letzte Wort sprechen die CSU-Delegierten bei einer Wahlkreiskonferenz voraussichtlich im November.
Mit 17,7 Prozent der Erststimmen landete Harry Scheuenstuhl (SPD) 2021 auf Platz zwei. Er sitzt mittlerweile im Landtag, so dass er wohl nicht wieder Direktkandidat für den Bundestag sein wird. Die Unterbezirksvorsitzende Kathrin Pollack teilte auf Anfrage mit, dass die Sozialdemokraten bereits eine Bewerbung vorliegen haben.
Weitere Interessentinnen oder Interessenten seien ihr nicht bekannt, könnten sich aber noch melden. Der Kandidat werde sich bei der SPD-Wahlkreiskonferenz vorstellen, die voraussichtlich Anfang Oktober stattfindet. Rang drei unter den Direktkandidaten erreichte bei den letzten Bundestagswahlen Dr. Herbert Sirois (Grüne) mit 11,2 Prozent. Aktuell laufe das formelle Verfahren zur Bewerbung als Direktkandidat für Bündnis 90/Die Grünen in den Kreisverbänden Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen, informierte die Kreissprecherin Franziska Wurzinger. Die Nominierungsversammlung der Grünen findet nach aktuellem Stand am 12. November statt.
Daniel Lösch (AfD) kam 2021 mit 9,6 Prozent auf Platz vier. Kreisvorsitzender Johannes Meier antwortete auf eine Anfrage der FLZ, dass die Partei im Oktober ihren Direktkandidaten nominieren werde. Die fünftplatzierte unter den Direktkandidaten war 2021 Sylvia Bogenreuther von den Freien Wählern. Die Kandidatenvorstellung und die Nominierung seien um den Jahreswechsel geplant, teilte der FW-Kreisvorsitzende Hans Henninger mit.
„Da die Bundestagswahl 2025 ein halbes Jahr vor den Kommunalwahlen stattfindet, wäre es wieder eine Chance für einen jüngeren Kandidaten, sich bekannter zu machen. Als Beispiel kann die Bundestagswahl 2017 genannt werden. Vor sieben Jahren holte Marco Meier das beste Erststimmenergebnis der Freien Wähler in Mittelfranken. Mittlerweile ist der 31-jährige Erster Bürgermeister der Stadt Ornbau, Bezirks- und Kreisrat“, schreibt Henninger in seinem Statement.
Bei den Freien Wählern als „wachsende und mittlerweile zweitstärkste Kraft im Kreistag“ gingen die Überlegungen in die Richtung, 2026 einen Landratskandidaten aufzustellen, heißt es weiter. Kreisvorsitzender Hans Henninger und Fraktionsvorsitzender Dr. Hermann Schröter teilen mit, dass sich die Kreisvorstandschaft und die Fraktion bis Frühjahr 2025 festlegen wollen. „Glücklicherweise sind wir gut aufgestellt und haben mehrere potenzielle Kandidaten in unseren Reihen, so dass wir dieses Mal sogar auswählen können“, freuen sich Henninger und Dr. Schröter. Die anderen Parteien halten sich hinsichtlich der Landratswahl noch bedeckt.
„Wir werden bis spätestens Mitte Januar 2025 einen Direktkandidaten zur Bundestagswahl nominieren“, informierten Maria Hetzel und Martin Berberich, die beiden Vorsitzenden der ÖDP Ansbach. Von Seiten des Kreisverbandes Ansbach seien schon Vorschläge gesammelt worden, aber eine Abstimmung mit dem Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen werde erst nach deren Jahreshauptversammlung Ende September erfolgen. Die Nominierung werde voraussichtlich entweder in Gunzenhausen oder in Weidenbach stattfinden. 2021 hatte Kilian Welser als Direktkandidat für die ÖDP 1,5 Prozent der Erststimmen geholt.
Bei der Bundestagswahl 2021 hatten auch FDP, Linke, Basis, Piraten und NPD Direktkandidaten aufgestellt. Auch 2025 ist damit zu rechnen, dass eine Reihe kleinerer Parteien Bewerber ins Rennen schickt, unter ihnen möglicherweise das BSW, das bei den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland aus dem Stand erfolgreich war.