Dass am 1. Mai 10.000 Chinesen per Livestream zuschauen, wenn die Bullenparade beim Besamungsverein Neustadt wegen der Maul- und Klauenseuche in Europa nur online übertragen werden kann, hätten sich die Verantwortlichen nicht träumen lassen.
Das wurde auch nicht durch den Umstand verhindert, dass YouTube in China nicht empfangen werden kann. Zwei Zuchtexperten aus dem Reich der Mitte waren am Rande des Vorführrings und sorgten dafür, dass das Geschehen bei Hasenlohe in einem anderen Format per Internet übertragen werden konnte und übersetzten, was Andrea Hefner und Julia Haller zu den vorbeigeführten Spitzenbullen erläuterten.
Doch nicht nur aus China war die Resonanz sehr gut. Soweit dies die Technik zuließ, waren Landwirte und Tierzuchtfachleute weit über Mitteleuropa hinaus live dabei. Positive Reaktionen gingen bei Andrea Hefner nicht nur von rund 3000 heimischen Züchtern ein, sondern auch aus dem Ausland von Holland bis Kroatien.
Vorsitzender Clemens Haag konnte Teilnehmer an Bildschirmen neben europäischen Nachbarländern bis aus Südamerika und Neuseeland begrüßen. Er hofft aber, dass das Event nächstes Jahr wieder vor Tausenden von Besuchern sowie der Austausch von Erfahrung bei Bier und Bratwürsten möglich ist.
Geschäftsführer Dr. Stefan Neuner nannte es keine leichte Entscheidung, die Bullenparade ohne Gäste am Ring zu veranstalten. Aber angesichts der Seuchenlage in Europa sei dies geboten gewesen.
Bald am Anfang nach Gelbvieh, Angus, Limousin und Pinzgauer kam angesichts des Mottos „HEISS und Mehr“ eine Gruppe von Söhnen des derzeit „weltweit angesagtesten Fleckviehbullen“ „Heiss“ in den Ring.
Andrea Hefner, Abteilungsleiterin Rinderzucht, und ihre Mitarbeiterin Juli Haller erläuterten Daten, die die Leistung der Tiere ausdrücken – angefangen von der Vererbung hoher Milch- und Fleischleistung bis zu Fitnesswerten, die Kriterien wie Klauengesundheit oder Robustheit ausdrücken. Mit dabei waren der beste Hornlosbulle „Monopoly“ und der meisteingesetzte Fleckviehbulle „Hokuspokus“.