Das Rennen um die Nachfolge von Scheinfelds Bürgermeister Claus Seifert nimmt eine überraschende Wendung. Tim Ohlmann verkündete am Samstag seinen Austritt bei den Grünen und damit auch den Verzicht auf die Nominierung seitens der Öko-Partei.
Der 34-Jährige verbreitete dies nach einem Krisengespräch noch am Samstagabend über Soziale Medien. Er und die Partei hätten „bei zu vielen Themen unterschiedlicher gedacht”. Er wolle kommunalpolitisch aktiv bleiben, suche nun aber nach einem neuen Weg. Die Grünen verbreiteten ebenfalls noch am Samstagabend eine Erklärung. Darin äußerten sie Respekt vor Ohlmanns Entscheidung und wünschten ihm für seinen weiteren politischen Weg „die nötige Klarheit und alles Gute”.
Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Ohlmann, der Parteiaustritt bedeute noch nicht den endgültigen Verzicht auf die Bürgermeisterkandidatur. Er erwäge, als unabhängiger Bewerber anzutreten. Allerdings, so ist sich Ohlmann bewusst, sind die formalen Hürden dafür etwas höher, als bei einer etablierten Partei.
Bei der Frage, ob er dann zugleich mit einer eigenen Liste antreten wolle, stehe er noch ziemlich am Anfang der Überlegungen. Er werde sich nun zunächst mit einigen Vertrauten beraten und erst danach entscheiden.
Der Bruch mit dem Ortsverband hat sich schon ein wenig abgezeichnet. So hat sich der Oberlaimbacher in der Debatte um das geplante Umspannwerk klar auf der Seite der Kritiker und dort sogar als einer der Wortführer positioniert. Die Grünen als Ortsverband haben sich dazu hingegen noch nicht explizit geäußert. Sowohl Ohlmann als auch der Ortsverbands-Co-Vorsitzende Stefan Jordan sahen dieses Thema aber nicht als ausschlaggebend für die Trennung an.
Grund für Ohlmanns Ausstieg waren offenbar auch Differenzen mit dem Ortsverband. Unter anderem ging es dem Vernehmen nach um die Reihung auf der Stadtratsliste. Bei den Grünen steht üblicherweise eine Frau an der Spitze. Dies trug offenbar zu Ohlmanns Eindruck bei, dass bei den Grünen parteipolitische Aspekte eine größere Rolle spielen als bei ihm selbst.
Sowohl Ohlmann als auch der Ortsverband legten Wert darauf, dass man sich wechselseitig nicht gram sei. „Mir ist wichtig, dass wir da nicht nachtreten. Es war eine persönliche Entscheidung”, sagte Ohlmann. Jordan hob hervor, dass Ohlmann „Anfangs-Euphorie” und „Aufbruchstimmung” in die Partei gebracht habe.