Nominierungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft Hemmersheim für die Kommunalwahl 2026 im Dorfgemeinschaftshaus: Im Gegensatz zu manch anderer Kommunen war in Hemmersheim nichts von Politikverdrossenheit zu spüren – im Gegenteil. Auch ein Bürgermeisterkandidat fand sich.
Der Saal, Hauptversammlungsort des 220 Einwohner zählenden Dorfs, war prall gefüllt. Nach Angaben der Veranstalter waren auch mindestens 15 Jugendliche vertreten, die mitdiskutierten und sich teilweise sogar aufstellen ließen.
Als Versammlungsleiter fungierte der amtierende zweite Bürgermeister Bernhard Breunig. Er erklärte im Vorfeld die Regularien zur Wahl und bat die Anwesenden, sich als Kandidaten und Kandidatinnen zur Verfügung zu stellen. Er selbst stehe nach 30 Jahren Kommunalpolitik allerdings nicht mehr zur Verfügung und hoffe auf einen Generationswechsel. Auch galt es, einen Bürgermeisterkandidaten zu nominieren, da Amtsinhaber Karl Ballmann nicht mehr antreten wird.
Tatsächlich wurde auch schnell ein Kandidat gefunden: Alexander Derrer aus Lipprichhausen. Er ist bereits seit fünf Jahren Mitglied im Gemeinderat und in seinem Heimatort Feldgeschworener sowie stellvertretender Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereines und bei sämtlichen Aktivitäten im Ort federführend mit dabei. Derrer ist verheiratet und hat zwei Söhne.
In seiner Vorstellung erzählte er unter anderem von seiner Zeit im Gemeinderat. Er habe bereits tiefe Einblicke in die Kommunalpolitik bekommen und wolle gerne noch mehr Verantwortung in seiner Heimatgemeinde übernehmen. Am wichtigsten sei ihm eine direkte, bürgernahe Kommunalpolitik mit respektvollem und ehrlichem Dialog – auch und gerade bei schwierigen Entscheidungen. Er wolle die bestehende Infrastruktur nicht nur erhalten, sondern ausbauen und sich lösungsorientiert kommunalen Aufgaben wie Straßen, Wegen, Grünflächen, dem Winterdienst, Spielplätzen, Reparaturen sowie den Themen Wasser und Abwasser widmen.
Derrer, bereits im Nachbarort Lipprichhausen mit klarer Mehrheit nominiert, wurde prompt nun auch in Hemmersheim auf den Kandidatenschild gehoben. Von den 43 anwesenden Wahlberechtigten bekam er 41 Stimmen, bei zwei Enthaltungen. Für die Gemeinderatsliste fanden sich zehn Bürgerinnen und Bürger, zwei davon als Ersatzkandidaten. Auf der Liste stehen zwar nur zwei Frauen, doch mit einem Altersschnitt von 40,1 Jahren ist sie vergleichsweise jung.
Die Altersangaben beziehen sich auf den Wahltag.