Bürgermeisterkandidat Luckert führt die Stadtratsliste der ÜWG Scheinfeld an | FLZ.de

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Bürgermeisterkandidat Luckert führt die Stadtratsliste der ÜWG Scheinfeld an

Die Nominierten der Scheinfelder ÜWG mit Klaus Luckert (Siebter von links) als Spitzen- und Bürgermeisterkandidat freuen sich nach eigenem Bekunden auf den Wahlkampf. (Foto: Andreas Reum)
Die Nominierten der Scheinfelder ÜWG mit Klaus Luckert (Siebter von links) als Spitzen- und Bürgermeisterkandidat freuen sich nach eigenem Bekunden auf den Wahlkampf. (Foto: Andreas Reum)
Die Nominierten der Scheinfelder ÜWG mit Klaus Luckert (Siebter von links) als Spitzen- und Bürgermeisterkandidat freuen sich nach eigenem Bekunden auf den Wahlkampf. (Foto: Andreas Reum)

Fünfmal stellte sich Klaus Luckert bislang in seinem Leben in einer Nominierungsversammlung für den Scheinfelder Stadtrat zur Wahl. Dieses fünfte Mal am Freitagabend war für ihn jedoch eine Besonderheit, wie er bekannte.

Denn zum einen tritt Luckert erstmals nicht nur fürs Ratsgremium an, sondern auch fürs Bürgermeisteramt. Zum andern ist der Banker erstmals nicht als CSU-Mann unterwegs, sondern hat sich vor ein paar Monaten der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG) angeschlossen. Deren Obmann Dr. Gerhard Heim sprach bei der Nominierungsversammlung in Unterlaimbach vor rund 40 Anwesenden von einem „Coup”, den seine Gruppierung damit landete, dass sie den Stimmenkönig der vergangenen Wahl in ihre Reihen holte.

Luckert sagte in seiner Bewerbungs- und Motivationsrede, der Wechsel „hat seine Gründe”. Er habe, so ging aus seiner Ansprache hervor, in der CSU „nicht mehr die Wertschätzung und nicht mehr den Rückhalt” gespürt, den er sich offenbar erhofft hatte. Die Christsozialen nominierten Anfang Juli Theo Schell zu ihrem Bürgermeisterkandidaten.

Wohlgefühl in der neuen politischen Heimat

Dem darauf folgenden Wechsel Luckerts zur ÜWG gingen, wie er berichtete, mehrere Gespräche voraus, die offenbar atmosphärisch positiv waren. „Ich fühle mich verdammt wohl bei euch”, sagte Luckert, und es komme ihm vor, „als wäre ich schon viele Jahre bei euch”. Es sei wie in einer großen Familie. Luckert räumte auch ein, dass er und Heim in der Vergangenheit im Rat nicht immer einer Meinung waren. Einen Nachtarock zu den Streitthemen – wie insbesondere den Umbau der ehemaligen Schlossgaststätte zum Kindergarten – ersparten Luckert und Heim jedoch der Versammlung.

Die „große Familie” – 31 der Anwesenden waren laut Wahlleiterin Anna Ebener stimmberechtigt, 28 stimmten mit ab – votierte letztlich einhellig für Luckert als Bürgermeisterkandidat. Nach jetzigem Stand ist der Wettbewerb um die Nachfolge von Amtsinhaber Claus Seifert also ein Zweikampf. Seifert, so merkte Luckert im übrigen an, sei ein sehr guter Bürgermeister gewesen und hätte aus Sicht seines Stellvertreters gerne noch eine Amtsperiode weiter machen können.

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Den krankheitsbedingten Rückzug des designierten SPD-Bewerbers Dominic Treuheit bedauerte Luckert ausdrücklich. Das sei nicht nur ein Verlust für die Sozialdemokraten, sondern für die Stadtpolitik. Zum vormals bei den Grünen im Gespräch befindlichen Kandidaten Tim Ohlmann könne er nichts sagen; dafür kenne er ihn zu wenig.

Nur Annemarie Mader tritt nicht wieder an

Die Ratsliste besteht aus vielen alten Bekannten. Elf der 16 Bewerberinnen und Bewerber gehen das zweite, dritte oder gar fünfte Mal ins Rennen. So wundert es nicht, dass der Altersdurchschnitt der Nominierten im Vergleich zur 2020er-Wahl merklich gestiegen ist – um zweieinhalb auf fast 46 Jahre. Heim sprach von einem „optimalen Durchschnittsalter”. Dass dieses nicht noch mehr anwuchs, ist wenigen Neulingen geschuldet. Insbesondere ist mit Vanessa Brändlein eine 19-Jährige mit an Bord.

Von den amtierenden ÜWG-Räten tritt einzig Annemarie Mader nicht mehr an. Die Mittsechzigerin aus Grappertshofen verzichtete von sich aus auf eine erneute Kandidatur, merkte Obmann Heim an. Die Liste wird vom Bürgermeisterkandidaten Luckert angeführt, gefolgt von Martina Kellner und Heim. Die beiden Ratsmitglieder Timo Dresel und Tim Schmitt sind auf den Plätzen fünf und zehn. Alle Bewerberinnen und Bewerber stellten sich in kurzen Ansprachen selbst vor; die Nominierung erfolgte anschließend im Block und ebenfalls einstimmig. Zu Ersatzkandidaten wurden die beiden Oberlaimbacher Manfred Zeller und dessen Tochter Monika Dreßlein erkoren.

Als Wahlziel gab Heim aus, dass die ÜWG ihre aktuell sechs Sitze mindestens hält. Das werde nicht einfach, weil mit den Grünen eine zusätzliche Liste ins Rennen geht. Andererseits sind bei den Mitbewerbern so manche Stimmenzugpferde nicht mehr am Start. Stärkste Fraktion will die ÜWG jedenfalls werden. An erster Stelle der ÜWG-Wahlziele steht, dass Luckert Bürgermeister werden möge.

Die Nominierten

  • 1. Klaus Luckert (58, Jahre, Sparkassenbetriebswirt)
  • 2. Martina Kellner (67, Hausfrau)
  • 3. Dr. Gerhard Heim (63, Jahre, Tierarzt)
  • 4. Klaus Leistner (50, Jahre, Landwirtschaftsmeister)
  • 5. Timo Dresel (46, Jahre, Energieelektroniker)
  • 6. Lars Kuballa (47, Jahre, Diplom-Sozialpädagoge)
  • 7. Andreas Mühlberger (37, Industriemeister)
  • 8. Vanessa Brändlein (19, Kauffrau für Büromanagement)
  • 9. Dr. Jörg Hanewinkel (55, Arzt)
  • 10. Tim Schmitt (31, Kraftfahrer)
  • 11. Florian Hügelschäfer (28, Landwirt)
  • 12. Julia Hartlehnert (32, Heil- und Inklusionspädagogin)
  • 13. Alexander Brändlein (44, Landwirt, Hausmeister)
  • 14. Martin Ederer (45, Installateur)
  • 15. Thomas Kerschensteiner (53, Hausmeister)
  • 16. Wolfgang Walter (58, Zimmermeister, Landwirt)

Die Altersangaben beziehen sich auf den Wahltag am 8. März 2026.

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