Bürgermeister-Wahlkampf in Bad Windsheim: Rätsel um zugeklebtes Parkverbotsschild | FLZ.de

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Bürgermeister-Wahlkampf in Bad Windsheim: Rätsel um zugeklebtes Parkverbotsschild

Ein Parkschild in der Rothenburger Straße wurde beklebt. (Foto: Anna Franck)
Ein Parkschild in der Rothenburger Straße wurde beklebt. (Foto: Anna Franck)
Ein Parkschild in der Rothenburger Straße wurde beklebt. (Foto: Anna Franck)

Haben sich Bürgermeister Jürgen Heckel und seine Liste die Pole-Position im Wahlkampf mit Klebeband gesichert? Sein Konterfei lächelte zwei Wochen lang von einem verkehrswidrig geparkten Anhänger in der Rothenburger Straße. Kurz war er weg, am Dienstagabend stand er dann wieder da. Ein Schild, das längeres Parken untersagt, ist verklebt.

Sechs Wochen vor der Wahl darf plakatiert werden. Der Stadtrat Bad Windsheim hatte sich die entsprechenden Rahmenbedingungen selbst mit mehrheitlichem Beschluss verordnet. Die Liste WiR war clever und hat sich zusätzlich einen Anhänger besorgt, dessen Seitenflächen mit Fotos der Kandidatinnen und Kandidaten bedruckt wurden. Von der Rückwand lächelt Bürgermeister Jürgen Heckel, der eine weitere Amtszeit im Bad Windsheimer Rathaus anstrebt – im Großformat.

Den Anhänger stellten die Wahlkampfhelferinnen und -helfer auf einem Parkstreifen in der Rothenburger Straße ab. Dort ist Parken allerdings nur für zwei Stunden erlaubt. Durch ein entsprechendes Schild ist dies für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ersichtlich. Das gilt auch für Hänger, bestätigt Ordnungsamtsleiter Kevin Wießner auf Nachfrage unserer Redaktion. Egal: Nach rund zwei Wochen versperrte der Bus eines CSU-Stadtratskandidaten die freie Sicht auf Heckel.

Der Hänger wurde auf Privatgrund geschleppt

Der Hänger wurde prompt von WiR-Mitgliedern auf Privatgrund in den Westring geschleppt, bestätigt WiR-Fraktionsvorsitzender Gerhard Koslowski. Schnell war daraufhin auch der Bus wieder weg. Etwa eine Woche stand der Hänger im Westring. Am Dienstagabend beschlossen Heckel und Koslowski: Der Hänger müsse wieder zurück auf die Pole-Position. Dort war, wie es der Zufall will, das Schild nicht mehr lesbar, das die Parkzeit auf zwei Stunden begrenzt. Und somit handele es sich laut Wießner nur noch um „Parken auf öffentlichem Grund” , das damit wieder für 14 Tage erlaubt sei. Eine Sondergenehmigung liege nicht vor.

Doch warum ist das Schild plötzlich nicht mehr lesbar? Nun – die Schrift wurde einfach mit braunem Klebeband verdeckt. „Panzerklebeband, wie man es auf Baustellen hat“, sagt Koslowski. Sachbeschädigung, sagt Wießner. Denn Klebeband ruiniere die „Reflektierfolie“.

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Heckel und Koslowski auf Spurensuche

Und wer hats beklebt? Das Ordnungsamt wars nicht, sagt Wießner. Heckel wars auch nicht, sagt er. Seine Leute seien ebenfalls keine „Kleber”. WiR-Ortsvorsitzende Erika Löblein wusste am Mittwoch auch von nichts. Also doch der politische Gegner? Da will Heckel „niemanden beschuldigen”. Mit Koslowski ging er nach dem Anruf unserer Redaktion selbst auf Spurensuche. Das Ergebnis: Jene Bauarbeiter, die an dieser Stelle monatelang zugange gewesen seien, könnten es abgeklebt haben, spekuliert Koslowski. Das „Warum” bleibt offen. Im Übrigen sei er sich sicher, dass das Schild schon länger verdeckt gewesen sei. „Schon, als wir den Hänger das erste Mal aufgestellt haben.”

„Pfui Deifl, wer so was macht. Das werde ich zur Anzeige bringen“, sagt Heckel. Als Träger des Bundesverdienstkreuzes und nach 15-jähriger Schöffentätigkeit am Gericht, verbitte er sich eine „solche Untat“ und versichert noch einmal: „Ich habe da nichts beklebt.“ Sollte der Hänger unrechtmäßig abgestellt gewesen sein, so werde Heckel die Konsequenzen tragen und „den Strafzettel bezahlen“. „Traurig“ findet er, dass ihn niemand auf das Falschparken hingewiesen hat, obwohl es an prominenter Stelle ja „scheinbar viele gesehen haben“.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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