Fünf Listen gehen in der Gemeinde Simmershofen an den Start. Sie wurden in Simmershofen, Adelhofen, Auernhofen, Equarhofen und Hohlach gebildet. Insgesamt finden sich unter den 40 Nominierten lediglich sieben Frauen. Einziger Bürgermeisterkandidat ist Amtsinhaber Florian Hirsch.
Auch 2020 standen auf den fünf Dorflisten 40 Nominierte, damals 31 Männer und neun Frauen. Vor sechs Jahren hatte die Frauenquote unter den Kandidierenden noch 22,5 Prozent betragen, nun liegt sie bei 17,5 Prozent. Das sind deutlich weniger als der Landkreisdurchschnitt von 31 Prozent. Doch im Gegensatz zu 2020 sind dieses Mal auf allen fünf Listen Kandidatinnen vertreten.
Nach der Wahl am 8. März wird sich dann zeigen, ob Simmershofens Rat weiterhin nur aus Männern bestehen wird. Aktuell ist die Gemeinde neben Hemmersheim und Gallmersgarten eine von dreien im Landkreis, in der dies der Fall ist. Klar ist jetzt bereits, dass etliche Neue am Ratstisch sitzen werden. Vier der insgesamt acht amtierenden Gremiumsmitglieder kandidieren nicht mehr. Mindestens die Hälfte des Gemeinderates wird somit neu in der Runde sein. 21 der 40 Nominierten waren 2020 noch nicht am Start.
Eine bedeutsame Änderung steht ebenfalls bereits fest. Der Bürgermeister wird erstmals nicht ehrenamtlich aktiv sein. Der Gemeinderat hatte mehrheitlich dafür gestimmt, dass das neue Gemeindeoberhaupt hauptamtlich fungieren wird. Da bei den Bürgermeisterwahlen nur eine Bewerbung – die von Florian Hirsch – auf dem Stimmzettel angegeben ist, haben die Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, einen oder eine eigenen Wunschkandidaten oder -kandidatin auf den Stimmzettel zu schreiben. Diese müssen auch nicht aus dem Gemeindegebiet sein – weil der neue Bürgermeister hauptamtlich sein wird.
Der zum zweiten Mal zum Bürgermeister kandidierende Amtsinhaber Florian Hirsch ist 34 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Kindes. Der gebürtige Auernhofener arbeitet bisher noch neben seinem ehrenamtlichen Bürgermeisteramt als Schweißer. Seit 2014 gehört er dem Gemeinderat an. Er ist in der Feuerwehr aktiv und singt im Gesangverein Auernhofen nicht nur, sondern verwaltet dort auch die Kasse. Zudem spielt er im Posaunenchor Simmershofen.
Wichtig ist ihm, die Gemeinde am Laufen zu halten. Als ein Problem, das es unbedingt in den Griff zu bekommen gilt, nennt er den hohen Anteil des Fremdwassers, das derzeit noch in die Uffenheimer Kläranlage gepumpt wird. Anders als im Kernort Simmershofen, wo es ein Trennsystem gibt, existieren in den Ortsteilen noch Mischsysteme, auch dort müssten Nachbesserungen erfolgen.
Als ein großes Plus für die Kommune wertet Hirsch den voranschreitenden Glasfaserausbau. „Ende 2027/Anfang 2028 sollen alle Haushalte bei uns die Chance haben, Glasfaser im Haus zu haben. Für eine kleinstrukturierte Gemeinde wie Simmershofen ist das ein großer Schritt.” Als ein Thema, mit dem man sich auf jeden Fall auseinandersetzen muss, nannte der 34-Jährige die Rekultivierung der Deponie in Equarhofen. Hirsch ist es zudem wichtig, mit wenig Geld praxisfreundliche Lösungen für kleine Projekte zu finden.
Als ein wichtiges Ziel sieht er, Leerstände mit neuem Leben zu füllen. „Wir sind in vielen Ortsteilen in der glücklichen Lage, dass alle Gebäude zu 100 Prozent genutzt werden.” Es zeichne sich jedoch ab, dass es zu ein bis zwei Leerständen komme. In diesen Fällen sei es wichtig, rasch neue Eigentümer zu finden.