Man stelle sich die Welt vor, betrachtet aus dem Körper eines Löwen. Der Geist ist menschlich, das Denken, die Gefühle. Doch der Körper hat viel schärfere Sinne, ist stärker und kann schneller laufen.
Genau diesen Gedanken hat Autor Florian Beer in seinem Buch niedergeschrieben, das er nun im Raubtier- und Exotenasyl in Wallersdorf vorgestellt hat.
Seit 20 Jahren sitzt der ehrenamtliche Mitarbeiter des Asyls bereits an seinem Buch „Yharok“, indem es um den gleichnamigen Jungen geht, der für ein Forschungsprojekt eines Professors in den Körper eines Löwen operiert wird. So will der Professor direkte Einblicke in die Tierwelt bekommen und nicht nur von außen drauf schauen. Von den Abenteuern, die Yharok erlebt, handelt das knapp 300 Seiten dicke Buch.
Beer erzählt, seine Begeisterung für Großkatzen habe sich schon im Jugendalter entwickelt. Der Gegensatz von Liebe für den eigenen Nachwuchs auf der einen Seite und die Brutalität im Kampf auf der anderen Seite – das faszinierte ihn besonders. Im Jahr 2003 wurde Beer auf das Raubkatzenasyl in Wallersdorf aufmerksam.
Was er hier besonders mag: „Es ist ein hübscher, kleiner Verein, in dem man sich einbringen und etwas verändern kann.“ In größeren Einrichtungen stehe einem schnell mal die Bürokratie im Weg. Auch die Nähe kam ihm gelegen, denn der Ehrenamtliche lebt in München. „Ich komme ein bis zwei Mal im Monat hierher“, erzählt Beer.
Dann bleibe er meist übers Wochenende und kümmere sich um die Tiere. Zusätzlich unterstützt er zwei Projekte von Organisationen, die sich für Großkatzen und insbesondere für Löwen einsetzen: den WWF und die Stiftung Vier Pfoten. Von den Erlösen aus dem Buchverkauf spendet er einen Teil für die Tiere – direkt an das Raubkatzenasyl, bei dem man das Buch auch erwerben kann, und an die beiden Organisationen.
Besorgt ist Beer vor allem über den Umgang der Menschen mit den Löwen. „Reißt ein Löwe das Tier eines Bauern, vergiftet dieser den Löwen gleich oder erschießt ihn.“ Auch bei vielen Ritualen werde Löwen das Leben genommen, beklagt er. Die von ihm unterstützten Projekte setzen sich daher vor allem für Aufklärung ein. Auch er selbst erzählt den Anwesenden bei der Buchvorstellung im Raubkatzenasyl einiges über den Löwen. Beer sagt: „Ich bin ein kleines Licht, aber ich versuche, etwas zu verändern.“