Brauen in der fünften Generation: Standortwechsel in Dinkelsbühl | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.05.2023 16:50

Brauen in der fünften Generation: Standortwechsel in Dinkelsbühl

Im Beisein der Familie Hauf (links im Bild Geschäftsführer Florian Hauf) erläuterte Braumeister Stefan Hügele (rechts) Bürgermeisterin Nora Engelhard (Dritte von rechts) und Stadtrat Klaus Huber (Zweiter von rechts) die neue Technik. (Foto: Markus Weinzierl)
Im Beisein der Familie Hauf (links im Bild Geschäftsführer Florian Hauf) erläuterte Braumeister Stefan Hügele (rechts) Bürgermeisterin Nora Engelhard (Dritte von rechts) und Stadtrat Klaus Huber (Zweiter von rechts) die neue Technik. (Foto: Markus Weinzierl)
Im Beisein der Familie Hauf (links im Bild Geschäftsführer Florian Hauf) erläuterte Braumeister Stefan Hügele (rechts) Bürgermeisterin Nora Engelhard (Dritte von rechts) und Stadtrat Klaus Huber (Zweiter von rechts) die neue Technik. (Foto: Markus Weinzierl)

Knapp fünf Millionen Euro hat die Dinkelsbühler Brauerei Hauf in ihren neuen Standort an der Heininger Straße investiert. Am Freitagabend fand auf dem Gelände des Familienbetriebes die Einweihung der neuen Produktionsstätte mit mehreren Hundert geladenen Gästen statt.

Diese hatten vor dem offiziellen Teil die Gelegenheit, bei einem Empfang durch die Hallen zu schlendern und die Anlage zu besichtigen. An den verschiedenen Stationen erläuterten Mitarbeiter die Technik sowie die jeweiligen Produktionsschritte und beantworteten Fragen.

Kapazität mit „Luft nach oben”

Knapp 20.000 Hektoliter Bier können im Jahr gebraut werden, erläuterte Seniorchef Bernd Hauf gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Aktuell liege man bei rund 12.000 Hektoliter. „Wir haben also noch etwas Luft nach oben“, sagte Bernd Hauf. Die Kapazität der Abfüllanlage liegt bei 10.000 Flaschen in der Stunde; die Lagertanks fassen maximal 2000 Hektoliter.

Der Familienbetrieb, der nunmehr in der fünften Generation geführt wird und der neben der Brauerei noch Büro, Vertrieb, Lager und Getränkemarkt umfasst, hat zwölf Angestellte in Vollzeit sowie mehrere Teilzeitkräfte. Den für das Projekt gesteckten Kostenrahmen habe man halten können. Eine Photovoltaikanlage ermöglicht die Eigenstromnutzung, die Kälteanlage läuft mit natürlichen Kältemitteln.

Die anfängliche Skepsis wich

Bei der Feier, die in einem beheizten Zelt stattfand, erinnerte Geschäftsführer Florian Hauf an den Werdegang des Projekts und den Umzug vom bisherigen Standort an der Feuchtwanger Straße (B25) in den Neubau. Eine Weiterentwicklung sei an der Feuchtwanger Straße nicht mehr möglich gewesen, machte der Firmenchef deutlich. Doch die Idee einer neuen Produktionsstätte sei bei Vater Bernd Hauf zunächst auf Skepsis gestoßen. Doch mit jedem Durchdenken sei der Traum realistischer erschienen.

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Im September 2019 wurde das Konzept der Stadt vorgestellt und im Januar 2020 das Grundstück gekauft. Als infolge der Pandemie die Bedingungen für die Gastronomie und damit auch für den Bierabsatz schlechter wurden, war es Vater Bernd Hauf, der dem Sohn dazu riet, das Vorhaben doch „durchzuziehen“. So erfolgte im September 2020 der Baustart.

Seit mehr als einem Jahr voll in Betrieb

Geschäftsführer Florian Hauf würdigte den Einsatz all derjenigen, die in das Projekt eingebunden waren, von der Stadt über die Planer bis zu den beauftragten Firmen. Und nicht zuletzt sei so ein Vorhaben ohne treue Kunden und den familiären Rückhalt nicht zu stemmen. Nach einer schrittweisen Inbetriebnahme läuft die neue Anlage seit Februar 2022 im Vollbetrieb.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer hob in seinem Grußwort den unternehmerischen Mut hervor, und sprach von einem stimmigen Konzept, in das auch die Nachnutzung des Grundstückes am alten Standort mit einbezogen wurde. Dort plant ein Investor den Bau von Wohnungen. Die Entscheidung zum Neubau sei sicher nicht leicht gewesen, betonte Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Schließlich musste das unternehmerische Risiko abgewogen werden. Der Landkreischef beglückwünschte die Firmenverantwortlichen zur Einweihung.

Schwierige Zeiten für Mittelstand

Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, hob hervor, dass ein Neubau im Bereich der mittelständischen Betriebe etwas Besonderes sei. Denn gerade in dieser Sparte sei trotz eines grundsätzlichen Aufwärtstrends bei der Zahl an Brauereien die Tendenz eher rückläufig. Wichtig sei das Vertrauen in den Markt und die Qualität der eigenen Marke.

Zu später Stunde stieß Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zur Feier dazu. Er hatte mehrere Termine in der Region und nutzte die Gelegenheit zu einem Grußwort bei der Einweihungsfeier. Angesichts zunehmender Bürokratie und der aktuellen Preissteigerungen hätten es mittelständische Unternehmen nicht leicht. In dieser Zeit den Mut für eine solch große Investition aufzubringen, sei nicht selbstverständlich, so der Innenminister, der die Brauereiendichte in Franken hervorhob.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den „Hesselberg Böhmischen“.

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