Bratwurst als „Aushängeschild”: Metzgerei Horn in Kreuth erhält Auszeichnung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.03.2025 08:00

Bratwurst als „Aushängeschild”: Metzgerei Horn in Kreuth erhält Auszeichnung

Maximilian Horn hofft darauf, dass Sohn Theo den Betrieb einmal übernimmt. Seine Frau Sarah Horn ist fest in die Leitung integriert. Das Foto entstand im Hofladen in Kreuth. (Foto: Laura Eyrich)
Maximilian Horn hofft darauf, dass Sohn Theo den Betrieb einmal übernimmt. Seine Frau Sarah Horn ist fest in die Leitung integriert. Das Foto entstand im Hofladen in Kreuth. (Foto: Laura Eyrich)
Maximilian Horn hofft darauf, dass Sohn Theo den Betrieb einmal übernimmt. Seine Frau Sarah Horn ist fest in die Leitung integriert. Das Foto entstand im Hofladen in Kreuth. (Foto: Laura Eyrich)

In der Metzgerei Horn in Kreuth bei Geslau arbeitet die ganze Familie Hand in Hand, um Qualität auf den Teller zu bringen. Nun wurde dem Betrieb bei einer Preisverleihung in Neusäß bei Augsburg für drei seiner Produkte der bayerische Metzger-Cup überreicht.

Staatsminister Dr. Florian Herrmann und der prominente Koch Alexander Herrmann gehörten zu den Gästen der Feier. In seiner Rede betonte der Staatsminister laut einer Mitteilung die Bedeutung des traditionellen Metzgerhandwerks: Dieses sei „regional, nachhaltig und unverzichtbar“. Als wichtig bezeichnete er es, die Belastung für die Betriebe durch bürokratische Auflagen abzumildern. Koch Alexander Herrmann erklärte, dass das Metzgerhandwerk und die Gastronomie „zusammengehören“. Dass beide wichtig seien, „müssen wir jeden Tag laut und deutlich sagen“, so Herrmann.

Drei preisgekrönte Spezialitäten

Ausgezeichnet wurde die Metzgerei Horn für ihre Fränkische Bratwurst, den weißen Presssack und ihre Pfefferbeißer.

Die Bratwurst sei „ein Aushängeschild“ des Betriebes und erfreue sich besonders bei Partys großer Beliebtheit, erzählt Maximilian Horn im Gespräch mit der Redaktion. Das Rezept stammt von seinem Vater und wurde unverändert beibehalten. Auch den weißen Presssack stellt der 32-Jährige nach einem alten Familienrezept her und zählt ihn zu seinen Lieblingsspeisen. Die Pfefferbeißer seien eine etwas modernere Sorte und würden generationsübergreifend geschätzt, so Horn.

Großen Wert legt er auf nachhaltige und regionale Fleischprodukte. Rund 150 Rinder gehören zum Hof der Familie, die auf Weiden in der Nähe grasen und im Winter dann in einem Freiluftstall untergebracht sind. Die Tiere stammen aus eigener Zucht. Zugekauft oder verkauft wird nur selten. Auch die Schweine, die in der Metzgerei verarbeitet werden, stammen aus der Umgebung. Etwa 30 Schweine und zwei Rinder schlachtet der Betrieb jede Woche.

Die fertigen Produkte werden im Hofladen in Kreuth oder in den Filialen in Rothenburg und Leutershausen verkauft. Auch auf mehreren Wochenmärkten in der Region ist der Betrieb mit einem Stand vertreten. Insgesamt beschäftigt die Metzgerei 36 Mitarbeitende, darunter sieben gelernte Metzger. Neben Maximilian Horn arbeitet auch ein weiterer Meister im Betrieb. Für Nachwuchs ist ebenfalls gesorgt: Jonas Seyerlein, derzeit in der Meisterschule, wird anschließend wieder zum Team stoßen, und auch ein Auszubildender ist im Betrieb beschäftigt.

Ein Betrieb mit Geschichte

Die Wurzeln der Metzgerei reichen in die 1980er Jahre zurück, als Erwin Horn mit Hausschlachtungen begann. 1996, kurz nach der Geburt seines Sohnes Maximilian, eröffnete er den ersten eigenen Laden in Kreuth.

Schon als Kind sei ihm klar gewesen, dass er den Betrieb einmal übernehmen würde, erzählt Maximilian Horn. Mit sechs Jahren stand er bereits hinter der Theke, in den Schulferien half er seinem Vater. Nach seiner Ausbildung in einem Betrieb in Ipsheim kehrte er mit Meisterbrief, den er schon mit 19 Jahren erhielt, in den elterlichen Betrieb zurück.

Doch 2017 traf die Familie ein schwerer Schicksalsschlag: Sein Vater Erwin Horn erkrankte schwer. Zwei Jahre später verstarb er im Alter von 52 Jahren. Mit damals erst 22 Jahren übernahm Maximilian Horn die Leitung des Unternehmens – unterstützt von seiner Mutter Kornelia Horn, die bis heute im Betrieb tätig ist. Sein jüngerer Bruder Toni, ursprünglich gelernter Schreiner, absolvierte eine Ausbildung zum Landwirt und kümmert sich um den landwirtschaftlichen Teil des Familienunternehmens. Schwester Nina Pfeiffer übernimmt die Büroarbeit.

Trotz der Liebe zum Beruf kämpft Maximilian Horn mit bürokratischen Hürden, die, wie er sagt, kleineren Handwerksbetrieben zunehmend das Leben erschwerten. Jede Kleinigkeit müsse dokumentiert werden, so Horn. Positiv sei immerhin die Halbierung der Gebühren für die Fleischbeschau, meint er.

Bleibt der Betrieb in Familienhand?

Maximilian Horn hofft, dass der Betrieb auch in der nächsten Generation in Familienhand bleibt. Er denkt da an seinen Sohn Theo, der allerdings erst acht Monate alt ist. Später soll er die Möglichkeit haben, das Unternehmen weiterzuführen, wenn er das möchte, sagt Maximilian Horn. Seine Frau Sarah ist in die Leitung des Betriebes eingebunden und koordiniert unter anderem den Filialbetrieb in Rothenburg. Der Hofladen in Kreuth wird vor allem von Stammkunden aus der Region besucht. Wer direkt beim Erzeuger einkaufe, treffe eine bewusste Entscheidung, so der 32-Jährige. Denn mit so günstigen Preisen wie in Discountern könne er nicht konkurrieren.


Von Laura Eyrich
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