David Hertl redet gerne, hat eine unglaubliche Präsenz und eigentlich immer einen Witz auf Lager. Für die Marketing-Schachzüge des Braumeisters ist das von Vorteil und kommt an. Deshalb hat David Hertl jetzt, nicht zuletzt durch Auftritte in Fernseh-Shows, ein weiteres Talent für sich entdeckt – und will nun als Comedian durchstarten.
Der Thüngfelder ist nicht unbedingt für seine zurückhaltende Art bekannt. Entsprechend verwundert es kaum, dass er nun Nägel mit Köpfen macht – denn der erste Humor-Abend steht schon, unter dem Motto „Comedy aus dem Braukessel”. Er steigt am Samstag, 20. September, im Redoutensaal in Erlangen. Und natürlich kommt auch das Bier nicht zu kurz. „135 Spielminuten mit Spaß und guter Laune sind dabei garantiert”, sagt David Hertl. Mit viel Humor will er den Brauprozess auf der Bühne darstellen, und freilich werden auch Kostproben gereicht.
David Hertl hat sich bei Bierliebhabern und unter Brauer-Kollegen längst einen Namen gemacht – er betreibt zwar die kleinste, jedoch laut seinem Slogan auch die „geilste” Brauerei Frankens. Sternekoch Alexander Herrmann wurde ebenfalls auf das Multi-Ideen-Talent aufmerksam – und bezieht Bier von der kleinen Brauerei, abgestimmt auf seine Sterne-Gänge.
Hertls Heimatort ist Thüngfeld. Der Ort gehört zur Stadt Schlüsselfeld in Oberfranken im Landkreis Bamberg. Hertl wohnt aber seit ein paar Jahren mit seiner Familie – er hat mit seiner Frau Kathrin, gebürtig aus Gleißenberg, zwei Kinder – in Burghaslach. Richtig populär wurde er schon vor etlichen Jahren, nicht zuletzt durch den Komiker Bülent Ceylan. Der hat ihn eingeladen und quasi als Comedian „entdeckt”. Denn eines konnte Hertl schon immer gut: andere von seinen Ideen zu begeistern, mitzunehmen und dabei laut zu lachen.
Sein Betrieb wächst, denn auch in Schnaid bei Forchheim hat er eine Brauerei übernommen, in der der Sudkessel läuft. 4000 Liter füllt Hertl in der Woche ab. Auch seine Eltern Veronika und Bernd unterstützen ihn, wo sie nur können. Mama „Vroni” kocht für die Mitarbeiter täglich das Mittagessen. Es ist ein Familienbetrieb, in dem jeder Arbeiter geschätzt wird.
Hertl lässt sich immer etwas Besonderes einfallen und braut die „verrücktesten Biere”, ob mit Gurke, Kürbis, Trüffel oder als „Duschbier”. Nicht nur Männer sind angetan von dieser alkoholischen Abkühlung, ist der Wahl-Burghaslacher überzeugt, während die Wassertropfen auf den Körper prasseln. Nein. Denn angeblich pflegt Hopfen und Malz ja auch die Haut – und somit ist es auch für Frauen der „Renner”, findet der Braumeister und lacht. Wozu also teure Kosmetika kaufen, wenn Bier der Schönheit genauso dient?
Diesmal ist David Hertl jedoch auf einem ganz anderen Trip. Er möchte seine Braukunst weitergeben, die Kunst des Brauens zeigen, und zwar auf lustige Art und Weise. „Comedy aus dem Braukessel” heißt sein neustes Bierprojekt. Von den 500 Plätzen sind nur noch 40 frei, freut sich der Braumeister. Es ist eine Show mit „Pfiff, Würze, Nachklang und ganz, ganz viel Gerstensaft. Es hat eingeschlagen wie eine Bombe”, sagt der Brauer. Und Hertl wäre nicht Hertl, wenn er es bei dem Event nicht so richtig krachen lassen würde.
Mit acht Zapfhähnen und 20 verschiedenen Flaschenbieren liefert er den Gerstensaft in Erlangen. Und in der Show plaudert Hertl auch ein bisschen aus dem Nähkästchen und gewährt den Gästen einen tiefen Einblick in den turbulenten Alltag. Denn die Hertls sind eine Familie, in der das Zusammenleben dreier Generationen funktioniert. Da chillt die kleine Fiona schon mal gemütlich im Büro, während um sie herum an den Schreibtischen die Angestellten der Firma Angebote schreiben oder Bilanzen erstellen.
In der Show im Redoutensaal tauscht Hertl dann aber endgültig das Maischepaddel gegen ein Mikrofon – als Frankens selbsternannter „verrücktester Braumeister”. Von 19 bis 22.30 Uhr werden die Besucher nicht nur Biergenuss erleben, sondern auch viel über das Lieblingsgetränk der Franken und Bayern erfahren. Hertl verspricht schon vor der Veranstaltung, das „kleinste und feinste Bierfestival der Welt” auf die Bühne zu bringen. Nein, ein Tiefstapler ist Hertl wahrlich nicht.
Anschließend steht eine Aftershow-Party bis 2 Uhr nachts auf dem Programm. Natürlich darf bis dahin Gerstensaft ausgeschenkt werden. Denn Bier ist für Hertl mehr als nur ein wohlschmeckendes Getränk, es ist „Segen und Kultur”, deswegen lautet auch der inoffizielle Slogan: „Bier Unser, geheiligt werde dein Name”.