„Bestattung unter Bäumen” als neues Angebot auf dem Ansbacher Stadtfriedhof | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.09.2025 11:22

„Bestattung unter Bäumen” als neues Angebot auf dem Ansbacher Stadtfriedhof

Dekan Dr. Matthias Büttner (rechts) und der stellvertretende Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde, Manuel Dornhöfer, am Rasenfeld, das für die Urnenbestattung unter Bäumen vorgesehen ist. (Foto: Winfried Vennemann)
Dekan Dr. Matthias Büttner (rechts) und der stellvertretende Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde, Manuel Dornhöfer, am Rasenfeld, das für die Urnenbestattung unter Bäumen vorgesehen ist. (Foto: Winfried Vennemann)
Dekan Dr. Matthias Büttner (rechts) und der stellvertretende Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde, Manuel Dornhöfer, am Rasenfeld, das für die Urnenbestattung unter Bäumen vorgesehen ist. (Foto: Winfried Vennemann)

„Campo Santo”, italienisch für „heiliges Feld”, so werden Friedhöfe genannt, die von Grüften umschlossen sind. Der Ansbacher Stadtfriedhof ist ein Kleinod, das nördlich der Alpen Seltenheitswert hat. Diesen besonderen Ort ins Bewusstsein der Menschen bringen, ist der Sinn des „Tages des Stadtfriedhofs”, der am 19. September stattfindet.

„Wir müssen alle sterben, aber das gehört zum Leben dazu”, sagt Dekan Dr. Matthias Büttner. Deshalb soll der Stadtfriedhof kein Ort des Schreckens sein, sondern im besten Fall „ein steinernes Geschichtsbuch”, wie es Manuel Dornhöfer, der stellvertretende Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde Ansbach formuliert.

Der vierte „Tag des Stadtfriedhofs” findet diesmal nicht an einem Sonntag, sondern an einem Freitag statt. Dekan Büttner dankt vor allem dem Förderverein Retti und der Historischen Friedhofsgruppe, die mit ihren Vorträgen und Führungen den Friedhofstag lebendig gestalten.

„Wie kommt die Zitrone auf den Friedhof?”

Los geht es um 12 Uhr mit einer kleinen Andacht mit Dekan Büttner. Um 12.15 Uhr beschäftigt sich Stadtarchivar Dr. Wolfgang F. Reddig von der Historischen Friedhofsgruppe mit der Begräbniskultur in alter Zeit. „Wie kommt die Zitrone auf den Friedhof?” heißt sein Vortrag.

Eugen Ringhand vom Retti-Verein bringt ab 13 Uhr den Teilnehmenden in seiner Gruftführung „Persönlichkeiten, Inschriftentafeln und Besonderheiten” näher. Und um 14 Uhr führt Alexander Biernoth von der Historischen Friedhofsgruppe an die Ehrengräber des Ansbacher Stadtfriedhofs. Gegen 16.30 Uhr geht der „Tag des Stadtfriedhofs” dann zu Ende.

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Offene Baustelle: verwahrloste Gräber

Doch es gibt noch mehr zu erfahren. Gärtnereien stellen pflegeleichte Bepflanzungen vor, es wird wieder viel Zeit für Gespräche bei Kaffee und Kuchen geben. „Die laufende Sanierung der Grüfte wird sicher wieder Thema sein”, sagt Dekan Büttner, da sei die Finanzierung eine große Herausforderung. Auch das Theme „verwahrloste Gräber” ist eine offene Baustelle. Man versuche schon, an die Angehörigen heranzutreten, und mit großem Aufwand führe man regelmäßig Kontrollen durch. Dennoch ist der unschöne Anblick eines komplett zugewucherten Grabes nicht immer zu vermeiden.

Im oberen Bereich des Friedhofs will die Kirchengemeinde ein neues Angebot vorstellen: „Urnenbestattung unter Bäumen” heißt es. Nicht weit vom historischen Kaspar-Hauser-Grab hat man ein kleines, von Bäumen beschattetes Feld für Baumgräber vorgesehen. „Wir wollen ein Angebot machen, dass man nicht in einen Friedwald ausweichen muss, um naturnah bestattet zu werden”, sagt Dekan Büttner.

Alternativ zur Urnenbestattung in einem Einzelgrab oder in einer Gruft wird die Urne in einem Rasenfeld unter einer 20 mal 20 Zentimeter großen Steinplatte begraben. Es ist im Gespräch, den Angehörigen in unmittelbarer Nähe zu diesen Urnengräbern an einer Stele – anders als im Friedwald – Gelegenheit zu geben, Blumen, oder Gestecke abzulegen oder eine Kerze anzuzünden. Dekan Büttner: „Ich finde, das ist ein guter Kompromiss.”


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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