Der Landkreis muss sparen. Der Haushalt ist auf Kante genäht und trotzdem müssen Kredite aufgenommen werden. Da ist es logisch, dass man auch bei den wenigen noch verbleibenden Großprojekten den Rotstift ansetzt – so auch beim BSZ-Neubau in Bad Windsheim.
Mit rund 30 Millionen Euro kalkuliert man für den Neubau des Beruflichen Schulzentrums; auf eine staatliche Förderung irgendwo zwischen 65 und 70 Prozent dürfe man hoffen, erklärte Stefan Hahn von der Kreis-Liegenschaftsverwaltung auf Nachfrage des Landratsstellvertreters Hans Herold. Und nein – der Kostenrahmen werde nicht überschritten, so Hahn weiter und demonstrierte, wie dies trotz weiter steigender Preise zu schaffen ist.
Demnach habe sich die eigens eingesetzte Arbeitsgruppe beispielsweise für Nadelvlies statt Kugelgarn als Bodenbelag für die Klassenzimmer und die Verwaltungsräume entschieden, fast 20 Euro pro Quadratmeter spart man damit ein. In der Aula, für die Flure, die Treppen und die Sanitärbereiche wird man statt des erwogenen Terrazzobelags normale Fliesen nehmen, was insgesamt etwa 150.000 Euro an Einsparungen bringt. Nicht billiger, aber nachhaltiger wird man beim Bodenbelag in den Nebenräumen, die statt mit PVC „nur” mit Linoleum ausgestattet werden.
Bei den Fenstern schwenkt man von der Eiche mit außen liegenden Aluschalen auf die Fichtenversion um, was zwar eine etwas geringere Robustheit ergibt, doch der Witterungsschutz bleibt unverändert und die Kosten werden um einen Betrag zwischen 68.000 und 114.000 Euro verringert.
Zusätzlich werden auf Wunsch der Schule Unisex-Toiletten eingebaut, was zu keinerlei Mehrkosten führt. Darüber hinaus wird eine Dusche für Lehrkräfte in das behindertengerechte Lehrer-WC integriert, weil die Schulleitung daran erinnert hatte, dass immer mehr Lehrer mit dem Fahrrad zum Unterricht kommen.
Auch einige Mehrkosten hatte Stefan Hahn zu vermelden – diese sind allerdings unvermeidlich und entsprechen den aktuellsten Sicherheitskonzepten. Demnach werden unter anderem in allen Klassenzimmern Telefone (65 Stück) und eine Elektroakustische Anlage (ELA) installiert, um im Brand- und Amokfall besser gerüstet zu sein. Hinzu kommt ein Alarmserver, so dass die polizeilichen Auflagen sich auf rund 65.000 Euro summieren.
Eine kurze Debatte zwischen Hahn und David Muck (Grüne) gab es zu der auf dem Dach geplanten PV-Anlage. Diese werde in erster Linie zum Eigenverbrauch des damit produzierten Stroms inklusive eines Speichers installiert und werde eine Anlagengröße von 97 kWp aufweisen. Größer lege man sie deshalb nicht aus (obwohl das möglich wäre), weil ab 100 kWp eine Direktvermarktung erforderlich wäre. Muck regte nun an, die Anlage dennoch größer zu konzipieren, auf die Einspeisevergütung völlig zu verzichten und den gesamten Strom selbst zu verbrauchen – Hahn sicherte zu, diese Option zu prüfen.