Es soll mehr sein als nur ein schöner Blickfang. Es soll ein lebendiger Ort der Begegnung, ein Symbol für Natur, Geschichte und Gemeinschaft sein. Dies betonte Ortssprecher Bastian Krämer bei der Einweihung der Figurenbeute sowie der neuen Rast- und Gedankenstation in Birkenfeld am Sonntag.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um das neue Areal, das einen schönen Blick auf das Zisterzienser-Kloster bietet, mit Leben zu erfüllen und dabei zu sein, wenn die Figurenbeute in Gestalt der Nonne Barbara von Leonrod enthüllt wird. Dass die imposante Holzfigur nun dort steht, ist sicherlich Bastian Krämer zu verdanken. Er machte sich auf die Suche nach einem Projekt, das dem 750. Jubiläum des örtlichen Klosters gerecht wird. Er wollte etwas Sinnvolles gestalten, das Mensch und Natur verbindet, Aufmerksamkeit für das Kloster generiert und gleichzeitig einen echten Mehrwert für das Dorf bietet, rief er in seiner Ansprache in Erinnerung. Das ist ihm gelungen.
„Mir haben die Figurenbeuten im Aischgrund immer gefallen. Sie sind nicht nur dekorativ. Sie verknüpfen Geschichte, Kunst und Natur. Vor allem aber leben sie durch die Bienen in ihrem Bauch.” So entstand die Idee, eine solche Figur auch in Birkenfeld zu platzieren, und zwar in Gestalt einer zisterziensischen Nonne, passend zum Kloster, zur Kirche, historisch verwurzelt, mit Symbolgehalt. Sie erinnere, so sagte der Ortssprecher, an die Zeidlerei der Nonnen, die bereits im Mittelalter Bienen hielten. Honig und Wachs waren, wie später auch Bürgermeister Klaus Meier ausführte, für das Kloster wertvoll, als Süßungsmittel, für Kerzen und als Zahlungsmittel.
Für die Bienen, die in die Beute einziehen, soll im Frühjahr noch mit einer Blühwiese und rund 150 Tulpen eine nahrhafte Umgebung geschaffen werden. Die bunte Pracht können Menschen, die auf der überdachten Sitzgelegenheit Platz nehmen, dann ebenfalls genießen. Der Ortssprecher freute sich, dass man das Projekt, das vor einem Jahr noch wie ein Hirngespinst geklungen habe, gemeinsam realisiert habe.
Nachdem er seine Idee für das Projekt der Dorfgemeinschaft vorgestellt hatte und es dort auf positive Resonanz gestoßen war, stellte Krämer einen Antrag bei der Kommunalen Allianz NeuStadt und Land, die die 16.000 Euro umfassende Maßnahme letztlich auch mit rund 10.000 Euro bezuschusste. Die restlichen 6000 Euro streckte der Ortssprecher erst einmal vor. Mehr als 146 Stunden flossen in den Bau der neuen Anlage und darüber hinaus noch viel Zeit in die Planung, die Schulung zum Imker, die Krämer absolvierte, und die Abholung der von Figurenschnitzer Jörg Fritsche geschaffenen Figur.
Vielen wurde für die Mithilfe gedankt, allen voran Achim Bierlein, der für das Projekt sein Grundstück zur Verfügung stellt. Nicht unerwähnt blieben die zahlreichen Spender und die Stadt Neustadt sowie Theresia Pöschl von der Kommunalen Allianz NeuStadt und Land. Sie wies darauf hin, dass das Projekt auch bei ihnen auf große Begeisterung gestoßen sei. Die neue Anlage sei nicht nur schön anzuschauen, sondern auch zweckerfüllend.
Auch Anna Bauer, die im Namen der Kirche und des Kirchenvorstands das Wort ergriff, betonte, dass es schön sei, nun wieder eine Nonne im Ort zu haben, die an die lange Klostertradition erinnere. Das neue Areal sei ein kleiner geschichtsträchtiger Ort der Ruhe und Einkehr an der lebendigen Bundesstraße 470.
Bürgermeister Klaus Meier würdige ebenfalls das Engagement von Bastian Krämer, dem es als Ideengeber und Motor des Vorhabens wichtig gewesen sei, die große Bedeutung des Klosters für die Ortsgeschichte herauszustellen. Meier freute sich, dass es, obwohl die offizielle Frist für die Antragstellung beim Regionalbudget schon verstrichen war, doch noch gelang, mit dem Projekt angenommen zu werden, nachdem das einer anderen Kommunalen-Allianz-Gemeinde nicht realisiert werden konnte.
Meier hoffte zudem auf ein Hinweisschild, das Fußgänger und Radfahrer auf das Kloster aufmerksam macht und ihre Neugierde angeregt, sich dieses einmal anzuschauen. Sein Dank ging auch an die Birkenfelder Dorfgemeinschaft mit Horst Vetesnik als Vorsitzendem. Für die Figurenbeute fielen rund 9500 Euro an, für die Platzgestaltung inklusive Pflaster und Sitzlaube rund 6500 Euro. Zuletzt würdigte auch der Bürgermeister die hervorragend gelungene Arbeit des Schöpfers der Figurenbeute, Jörg Fritsche aus Pfullendorf.
In Gedichtform erinnerte Carolin Krämer an das Entstehen des neuen Platzes und die viele Zeit, die ihr Mann in das Projekt gesteckt hat. „Im stillen Kämmerlein entstand über Stunden ein Plan und dann ein Projekt, das er mit viel Mühe und Einsatz zum Leben hat erweckt.” Doch nur gemeinsam und mit voller Kraft habe man die parkähnliche Situation schaffen können. Es entstand ein Ort zum Verweilen, die Figur der Nonne Barbara von Leonrod immer im Blick. Nun hoffen alle, dass sich viele daran erfreuen.