Beerenweinfest in Gotzenmühle 2025: „Wird so sein, wie am Anfang” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.04.2025 16:02

Beerenweinfest in Gotzenmühle 2025: „Wird so sein, wie am Anfang”

Friedrich Ammon wird am Karfreitag in der Gotzenmühle keinen Beerenwein verkaufen. Die Gastwirtschaft wird er in diesem Jahr aber öffnen. (Foto: Antonia Müller)
Friedrich Ammon wird am Karfreitag in der Gotzenmühle keinen Beerenwein verkaufen. Die Gastwirtschaft wird er in diesem Jahr aber öffnen. (Foto: Antonia Müller)
Friedrich Ammon wird am Karfreitag in der Gotzenmühle keinen Beerenwein verkaufen. Die Gastwirtschaft wird er in diesem Jahr aber öffnen. (Foto: Antonia Müller)

Am Karfreitag wird es in der Gotzenmühle bei Lichtenau keinen Beerenwein geben. Das steht für den Wirt Friedrich Ammon fest. Schon im vergangenen Jahr fand das Beerenweinfest nicht statt – eine jahrzehntelange Tradition wurde unterbrochen. Der Lichtenauer Bürgermeister Markus Nehmer ist zwiegespalten.

Die Anrufe und Mails häufen sich bei Friedrich Ammon. Manche kommen sogar persönlich vorbei, erzählt der Wirt. Die Frage, die sie alle beschäftigt: Wird es dieses Jahr ein Fest geben? Nein, steht für Friedrich Ammon fest – auch in diesem Jahr wird in seinem Hof am Karfreitag kein Beerenwein fließen.

Zum Hintergrund: Nach dem Fest im Jahr 2023 gab es mehrere Anzeigen und Beschwerden. Außerdem wurden die Auflagen der Behörden zur Sicherheit nach oben geschraubt – mehr Security, ein größeres Sanitätsteam. Im vergangenen Jahr entschied Friedrich Ammon, seine Gastwirtschaft am Karfreitag komplett zu schließen. Das sorgte bei den Fans des Festes für einen großen Aufschrei. Sogar eine Petition zum Erhalt gab es.

Gaststätte in der Gotzenmühle heuer geöffnet

Gestartet hat diese das „Hüttla Gotzendorf“, eine Gruppe an jungen Leuten. Verena Ammon gehört zu diesen Leuten. Sie stammt aus Wattenbach und hat den gleichen Nachnamen wie der Wirt der Gotzenmühle, verwandt sind sie aber nicht.

Obwohl die Gruppe dieses Jahr mit einer Absage rechnete, sei sie nach wie vor traurig, dass die jahrelange Tradition unterbrochen wurde. „Die Nachfrage ist weiterhin da“, erzählt Verena Ammon. Die 25-Jährige weiß, dass viele Gruppen im vergangenen Jahr ihr eigenes Fest organisiert haben. Auch sie und ihre Freundesgruppe werden sich wieder „ihre Ration“ an Beerenwein holen, sagt sie.

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Seine 15 Sorten Beerenwein verkauft Friedrich Ammon bis einschließlich Gründonnerstag an Abholer. Anders als im vergangenen Jahr plant der 74-Jährige, die Gaststätte dieses Jahr am Karfreitag zu öffnen. „Für außen ist nichts vorbereitet“, betont Ammon.

Es ist ein bisschen wie „back to the roots“, beschreibt der Wirt: „Heuer wird es so sein, wie am Anfang.“ Nur eben ohne den süffig-süßen Beerenwein. Laut ihm ist das Beerenweinfest gar kein Fest, es hat sich über viele Jahre so entwickelt und wurde „zur Tradition“. Er betont, dass er nie Werbung gemacht hätte. Auch Musik oder Tanz habe es nie gegeben am stillen Feiertag.

Immer mehr Polizeibeamte am Karfreitag benötigt

Über die Jahre kamen immer mehr Leute in die Gaststätte, um gemeinsam Beerenwein zu trinken. Also beschloss Ammon vor rund 15 Jahren, den Betrieb in den Hof der Mühle zu verlagern. In mehreren Hütten wurde dort dann Essen verkauft sowie alkoholfreie Getränke, Bier und Beerenwein ausgeschenkt. Einige Gruppen organisierten dafür sogar einen Bus.

Es war immer ganz schön was los am Karfreitag auf dem Mühlenareal. Das berichtet auch die zuständige Polizeiinspektion Heilsbronn. „Wir haben von Jahr zu Jahr mehr Kräfte gebraucht“, sagt Thomas Böhm. Die Beamten der Heilsbronner Inspektion haben dafür in den vergangenen Jahren nicht mehr ausgereicht, so dass sie sich Verstärkung organisieren mussten. Im vergangenen Jahr habe man die Gotzenmühle „engmaschig“ überwacht. Doch es blieb ruhig. Thomas Böhm sagt, dass man auch in diesem Jahr wieder ein Auge auf die Gotzenmühle haben werde.

Jedes Jahr drängen sich an Karfreitag die Besucher in der Gotzenmühle zusammen, um Beerenwein zu trinken. Unser Foto zeigt eine Aufnahme von 2023. Dieses Jahr wird der Hof leer bleiben. (Foto: Vilko Segula )
Jedes Jahr drängen sich an Karfreitag die Besucher in der Gotzenmühle zusammen, um Beerenwein zu trinken. Unser Foto zeigt eine Aufnahme von 2023. Dieses Jahr wird der Hof leer bleiben. (Foto: Vilko Segula )

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In der Brust des Lichtenauer Bürgermeisters Markus Nehmer schlagen zwei Herzen, erzählt er im Gespräch. Einerseits findet er es schade, dass diese lange Tradition pausiert. Andererseits betont er, dass das Fest am Karfreitag auch schwierig sei. Nehmer geht es besonders um die Sicherheit aller Gäste.

Zukunft des Beerenweinfests ist ungewiss

Im Vorgespräch im vergangenen Jahr haben das Bayerische Rote Kreuz und die Security-Firma empfohlen, mehr Personal einzusetzen, so Nehmer. Dieser Empfehlung sei die Marktgemeinde mit den Auflagen nachgekommen. „Es darf einfach nichts passieren“, betont er.

Ob das Beerenweinfest in Zukunft wieder abgehalten wird, kann der Bürgermeister nicht abschätzen. „Die Möglichkeit besteht“, sagt er – nur eben unter den gebotenen Vorkehrungen.

Friedrich Ammon ist „freilich traurig“, dass es auch dieses Jahr auf seinem Hof ruhig bleiben wird, gibt er zu. Auch, weil der Karfreitag „schon ein prima Umsatztag“ war. Ob das Beerenweinfest zukünftig wieder stattfindet, weiß er noch nicht.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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