Helmut Schnotz, frisch gebackener CSU-Landtagsabgeordneter, musste sich nach der Nominierung des Bechhöfer CSU-Bürgermeisterkandidaten Sven Waidmann erst einmal rechtfertigen. Der Grund: Bei der Konkurrenzveranstaltung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) wurden vom MdL Grußworte übermittelt. Das stieß den CSU-Parteifreunden sauer auf.
Das sei möglicherweise „unprofessionell“ gewesen, räumte Schnotz ein, der bis Ende Oktober selbst Rathauschef in Bechhofen gewesen ist. Am Dienstagabend hatte bei der Nominierung von CSU-Mann Thorsten Müller, der für die UWG ins Rennen um den Bürgermeisterstuhl geschickt wird, Wolfgang Reif, der Vorsitzende der Wählergemeinschaft, besagte Grüße von Schnotz übermittelt. Dieser habe sich entschuldigt, aber mitgeteilt, dass er davon überzeugt sei, dass die UWG einen geeigneten und kompetenten Kandidaten gefunden habe, so Reif am Dienstag.
Das hatte in der CSU, die von Schnotz, dem neuen MdL, Rückendeckung für Sven Waidmann erwartet, für Furore gesorgt. Deshalb redete der Stimmkreisabgeordnete in der Versammlung am Donnerstag nicht lange um den heißen Brei und gab ein „klares Statement“ für den CSU-Bürgermeisterkandidaten Sven Waidmann ab.
Schnotz erklärte, er sei von der UWG eingeladen worden, habe aber gleich abgesagt. Dann sei er gefragt worden, ob die UWG einen geeigneten und kompetenten Kandidaten habe. Daraufhin haber er, Schnotz, die Gegenfrage gestellt, ob sich die UWG sicher sei. Das sei mit „Ja“ beantwortet worden, worauf er erwidert habe, dass die Gruppierung dann wohl davon ausgehen müsse, einen geeigneten Kandidaten gefunden zu haben.
Er persönlich sei bei der Personalie Müller in einer „Zwickmühle“: Als bisheriger Bürgermeister sei er auch Müllers Vorgesetzter gewesen. „Die „Personenfürsorge kann mir keiner abnehmen.“ Aber klar sei auch, bekräftigte Schnotz: „Ich unterstützte Sven Waidmann uneingeschränkt.“
Schnotz war bis Mai UWG-Vorsitzender. Wegen seiner Kandidatur für das Direktmandat der CSU zum Landtag musste er den Vorsitz zurückgeben. Damit hatte sich der Bechhöfer Ortsverband kommunalpolitisch abgesichert.
Ortsvorsitzender Martin Günther und Schnotz unterzeichneten im November 2022 gemeinsam eine Erklärung. Darin versichert Schnotz, dass er sich von seinen Führungsaufgaben in der UWG mit dem Tag einer möglichen Nominierung zurückziehen würde. Zur Begründung hieß es damals, dass ein Bewerber um ein Landtagsmandat nicht Vorsitzender einer konkurrierenden Wählergruppe, in diesem Fall der UWG, sein könne.
Außerdem geht es in dem Schriftstück um die Bürgermeisterwahl. In der Erklärung heißt es, dass „ein Landtagsabgeordneter der CSU den vom CSU-Ortsverband Bechhofen nominierten Kandidaten für das Bürgermeisteramt uneingeschränkt und vollumfänglich unterstützt und anderen Bewerbern keine Unterstützung zukommen lässt“.