Die Unruhe rund um die Bauschuttdeponie am Haldenweg war in den vergangenen Monaten groß. Weil ein Neubau anstand, tauchte auch die Frage auf, was mit dem Erdaushub passieren wird. Mittlerweile ist klar, dass das belastete Material weitestgehend wieder eingebaut werden konnte. Die Folge ist eine Kostenersparnis für die Stadt.
Im Zuge der Bautätigkeiten auf dem Gelände der Deponie ist eine neue Lagerhalle entstanden, in der künftig Streusalz und anderes Schüttgut gelagert wird. Das Gebäude misst in der Grundfläche 25 mal 25 Meter, die Fundamente liegen rund zwei Meter im Boden. Unter dem Strich ist somit ein Erdaushub von etwa 1250 Kubikmetern entstanden.
Was im ersten Moment unspektakulär klingt, wird bei genauerem Hinsehen durchaus pikant. Dafür braucht es aber einen Blick in die Vergangenheit. Denn von 1930 bis 1963 wurde das Gelände am Haldenweg als Mülldeponie genutzt. Bis 1978 wurden auf einer ersten Erweiterungsfläche sowohl Haus- als auch Bauschutt abgelagert. Erst danach wurde das Areal zur reinen Bauschuttdeponie umfunktioniert.
Es war also im Vorfeld klar, dass das entnommene Erdreich für die Lagerhalle belastet ist. Die Frage war nur, wie stark die Erde belastet ist und mit welchen Stoffen. Denn welche Materialien hier wirklich in den vergangenen Jahrzehnten entsorgt wurden, war nicht bekannt.
Es stand folglich die Gefahr im Raum, dass das Erdreich auf einer speziell dafür ausgelegten Deponie teuer entsorgt werden muss. Bei 1250 Kubikmetern kommt da schnell eine beachtliche Summe zusammen. Fachleute sprechen von einem mittleren sechsstelligen Betrag. Genau dies ist den Verantwortlichen schon einmal im Jahr 2018 passiert. Beim Einbau einer neuen Deponiewaage durfte belastetes Material nicht wieder eingebaut werden.
Um dies zu verhindern, war es das Bestreben der städtischen Bauverwaltung, wieder möglichst viel des Materials an Ort und Stelle einzubauen. Rein rechtlich ist das möglich. Eigentlich darf auf der Ansbacher Deponie aufgrund ihrer Einstufung nur Bauschutt abgelagert werden. Da aber der Bereich, auf dem die Lagerhalle gebaut wurde, jahrzehntelang zur Entsorgung von Hausmüll genutzt wurde, durfte das Material hier umgelagert werden,wie Dr. Frank Simons, Leiter des Hochbauamtes, im September gegenüber der FLZ sagte.
Wie Anne Ziegler vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister auf FLZ-Anfrage mitteilt, sollte das Material zur Böschungsgestaltung und Geländemodellierung genutzt werden. Nach ihren Worten war das Vorhaben von Erfolg gekrönt. „Aufgrund des Böschungswinkels von 60 bis 70 Grad konnte fast der gesamte Aushub verbaut werden.” Nur ein geringer Teil der belasteten Erde habe auf einer anderen Deponie entsorgt werden müssen. Gemäß den Angaben der Stadt führt das dazu, dass man sich bei der Entsorgung etwa 200.000 Euro gespart hat.
Angesichts eines Haushaltes von über 200 Millionen Euro mögen Spötter mit Blick auf die 200.000 Euro von Peanuts sprechen. Bedenkt man aber die angespannte finanziellen Lage der Stadt – aktuell ist der Etat für das nächste Jahr nicht genehmigungsfähig –, dürfte der sechsstellige Betrag in der städtischen Kämmerei aber durchaus für ein kleines Durchatmen sorgen.