Während in der Dinkelsbühler Altstadt der Ersatzneubau für das nach einem Brand abgebrochene Hotel Luis in die Höhe wächst, sorgt die Planung weiter für kritische Nachfragen im Bauausschuss. Er könne es nicht so richtig glauben, dass das Gebäude - wie kürzlich dargelegt - nur 30 Zentimeter höher werde, merkte Paul Beitzer (SPD) an.
Beitzer bezog sich auf seine schriftliche Anfrage, die er im Vorfeld der Sitzung an die Verwaltung gerichtet hatte. Weiterer Punkt war darin die Altane an der rückwärtigen Fassade des Neubaus, deren Gestaltung Holger Göttler (Freie Wähler) in der vorangegangenen Sitzung des Gremiums bereits als „überproportioniert” bezeichnet hatte. Wie Beitzer zum Thema nun ergänzte, sei der Anbau auf öffentlichem Grund vorgesehen. Er verwies dabei auf einen Bebauungsplan von 1979. Damals sei der Glockenhof neu geordnet worden. Auch die Altane am Vorgängerbau sei demnach bereits auf öffentlichem Grund gestanden.
In seiner schriftlichen Anfrage wollte Beitzer zudem wissen, ob es unter Gesichtspunkten des Brandschutzes genehmigungsfähig sei, wenn bei der gewünschten Altanenbreite nur noch ein minimaler Abstand zum Laubengang des Deutschen Hauses verbleibe. Ein weiterer, von ihm aufgeführter Punkt betraf ebenfalls die Fassade auf der Rückseite des neuen Luis. Es sei fraglich, wie dort Fensterläden angebracht werden können, wenn die Fensterabstände geringer sind, als die halbe Fensterbreite.
Die Anfrage war wenige Stunden vor der Zusammenkunft des Ausschusses von der Verwaltung schriftlich per Mail beantwortet worden. Beitzer hatte die Nachricht in der verbleibenden Zeit bis zur Sitzung aber noch nicht abgerufen.
In der Sitzung nahm daher OB Dr. Christoph Hammer Stellung. Die Altane werde keine Fußpunkte auf öffentlichem Grund bekommen, sondern diesen nur überragen, so der Rathauschef. In der schriftlichen Antwort der Verwaltung, die auch an die FLZ ging, wird ausgeführt, dass zum Luis-Grundstück an der rückwärtigen Fassade ein unbebauter Streifen gehört, der zwischen 50 Zentimeter und einem Meter breit ist. Die Fußpunkte seien auf Privatgrund vorgesehen, die Altane selbst rage 1,8 Meter aus der Fassade heraus und rund einen Meter auf öffentlichen Grund.
Ein Brandschutzkonzept liege vor, sagte OB Hammer in der Sitzung und kam dann auf die Gebäudehöhe zu sprechen. Es sei bereits vor der Genehmigung der Pläne darauf hingewiesen worden, dass das Gebäude höher werde, erläuterte er. Nun seien die besagten 30 Zentimeter dazugekommen. In der vorangegangen Sitzung war von 25 Zentimetern die Rede, die Verwaltung gab in ihrer Mail an Paul Beitzer 20 Zentimeter an. Jedenfalls, so fasste Rechtsdirektorin Isabell Oertel in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses zusammen, werde das Gebäude nun insgesamt rund 1,20 Meter höher.