Bei der Kommunalwahl vor knapp zwei Wochen wurde Jürgen Heckel (WiR) als Bad Windsheimer Bürgermeister abgewählt. Er kandidierte auch für den Stadt- und Kreistag und wird, wie er am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, beide Mandate annehmen.
Eigentlich habe er noch warten wollen, mit der Bekanntgabe und „erst meine Unterstützer, meine Leute von WiR, meine Fraktion über meine Entscheidung in Kenntnis setzen wollen“. Allerdings lief laut Wahlleiter Kevin Wießner am Dienstag die Frist ab, in der Heckel habe mitteilen müssen, was er vorhat. In den vergangenen Tagen habe Heckel für sich entschieden, „dass ich das Mandat annehme“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion und fügt an: „Die Fraktion muss stark sein und die Fraktion wird stark sein.“
Gemeinsam haben die Verantwortlichen von WiR bereits ihre Ziele für die kommenden sechs Jahre formuliert. „Wir werden weiterhin die Interessen unserer Bürgerschaft vertreten.” Im Kreistag werde er sich als WiR-Einzelkämpfer einsetzen.
Wer mit ihm und Erika Löblein die WiR-Fraktion im Stadtrat bildet, entscheidet sich am Donnerstag. WiR steht noch ein weiterer Platz zu. Die beiden Kandidaten, die dafür infrage kommen, haben allerdings beide jeweils 1412 Stimmen: Dr. Wolfgang Stadler und Mathias Flory. Der Bad Windsheimer Wahlausschuss wird am Donnerstag das offizielle amtliche Endergebnis der Kommunalwahl vermelden und lost in diesem Zusammenhang aus, wer von beiden es in den Stadtrat schafft.
Laut Wießner hat Dr. Stadler allerdings bereits bekannt gegeben, dass er sein Mandat nicht annehmen werde, sollte das Los auf ihn fallen. In diesem Fall wäre Stadler dann komplett raus, kommt auch als Nachrücker nicht mehr in Frage. Das erklärt Matthias Hirsch, der Leiter der Rechtsaufsicht am Landratsamt, auf Nachfrage der Redaktion. Das heißt, wenn Heckel, Löblein oder Flory ihr Mandat innerhalb der Wahlperiode niederlegen sollten, wäre der erste Nachrücker Florian Schäfer.
Seinem designierten Nachfolger, Philipp Flierl (CSU, Freie Wählergemeinschaft und Liste Land) hat Bürgermeister Heckel bereits eine „ordentliche Übergabe der Amtsgeschäfte“ zugesagt. Daran werde er sich auch halten, sagte der 60-Jährige am Dienstag. „Ich hab’ damals einen Schlüsselbund auf meinem Schreibtisch vorgefunden.“ So etwas sei nicht seine Art, er stehe für einen „ordentlichen Abschluss“.
Er habe mit Flierl bereits vereinbart, den ökumenischen Gottesdienst beim Frühlingsfest am Sonntag, 12. April, und den anschließenden Frühschoppen gemeinsam zu begehen. Er werde sich noch Gedanken machen, aber das Fass Freibier wolle er eigentlich schon „ein letztes Mal“ selbst anstechen.