Auto-Schnäppchen: Günstiger Gebrauchter oder doch gestohlen? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.06.2026 16:00

Auto-Schnäppchen: Günstiger Gebrauchter oder doch gestohlen?

Nur ein Schlüssel und nicht zwei? Das könnte ein Zeichen sein, dass der angebotene Gebrauchtwagen nicht nur günstig, sondern auch gestohlen ist. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Nur ein Schlüssel und nicht zwei? Das könnte ein Zeichen sein, dass der angebotene Gebrauchtwagen nicht nur günstig, sondern auch gestohlen ist. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Nur ein Schlüssel und nicht zwei? Das könnte ein Zeichen sein, dass der angebotene Gebrauchtwagen nicht nur günstig, sondern auch gestohlen ist. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Sensationeller Preis, wenig gelaufen, tolle Ausstattung - und nur ein Schlüssel? Da sollten Autokäufer auf der Suche ganz hellhörig werden. Denn solche Fahrzeuge könnten gestohlen sein, warnt Kriminalkommissar Jürgen Endres in der „auto motor und sport“ („ams“, Ausgabe 13/2026). Oder: Hier versucht jemand, Ihnen einen unterschlagenen Mietwagen für schnelles Geld unterzuschieben. Ein Überblick worauf man achten sollte und was echte Warnsignale sind:

Nur ein Schlüssel: Obacht, großes Warnsignal 

Ja, wo soll der Zweite auch herkommen, wenn der Wagen gestohlen oder ein Mietwagen ist? Kommissar Endres nennt den fehlenden Zweitschlüssel ein „starkes Indiz“ dafür, dass mit dem Wagen etwas nicht stimmt. Legitime Autos haben nämlich zwei Schlüssel. Oft, so Endres, böten die Verkäufer dann an, den zweiten Schlüssel noch per Post zu schicken. Die Käufer sollten erst dann die letzten 500 bis 1.000 Euro des Kaufpreises überweisen. Höchst verdächtig.

Preisnachlässe: Sind die plausibel?

Stichwort Preisnachlass für den fehlenden Zweischlüssel. Sind eingeräumte Rabatte plausibel? Der Polizeiexperte für Fahrzeugdiebstähle berichtet auch von absichtlich herbeigeführten leichten Streifschäden. Die würden dann als Grund für einen Preisnachlass angeführt. 

Eine weitere Masche: Die finanzielle Notlage des Halters durch einen teuren Krankenhausaufenthalt oder andere rührende Geschichten, warum das Auto unbedingt jetzt schnell verkauft werden muss.

Fahrzeugpapiere: Augen auf, die sind nicht immer echt

Das Schnäppchen hat Papiere? Gut, aber kein Beweis, dass es auch sauber ist. Jürgen Endres spricht in der „ams“ von einer „deutlich fünfstelligen Zahl“ gestohlener Blankopapiere, die in Deutschland im Umlauf seien. Sie stammen aus Einbrüchen in Zulassungsstellen. Deswegen: Augen auf!

  • Achten Sie auf Rechtschreibfehler, die den Tätern beim Ausfüllen unterlaufen.
  • Auch inhaltliche Fehler - etwa Unterschiede von Stempel oder Aufdruck der ausstellenden Behörde - sind ein Indiz. 
  • Sieht es aus, als wären die Papiere mit einer Schreibmaschine ausgefüllt worden? Stimmen die Zeilenabstände? 

Die Übergabe: Chaotisch, verschoben, spät?

Der Kauf steht kurz bevor, aber der Übergabeort ändert sich? Gerne auch mehrfach? Die Verkäufer sind unzuverlässig oder das Treffen soll irgendwo auf der Straße stattfinden und nicht in der schönen Wohngegend von den Fotos in der Anzeige? Auch das sind laut Endres Warnsignale. Hier könnte jemand versuchen, eine Verfolgung zu erschweren. 

Sein Tipp: Wer sichergehen will, dass der Gebrauchtwagen nicht gestohlen ist, kann ankündigen, das Auto durch die Polizei prüfen zu lassen. Häufig reiche das dann schon aus, die Kriminellen zum Abbruch der Verkaufsverhandlungen zu bringen. 

Nur Barzahlung? Eine Grauzone

Noch gilt sie nicht, die Obergrenze für Barzahlung bei gewerblichen Autoverkäufen. Das ist laut Europäischem Verbraucherzentrum erst ab 2027 der Fall. Dann muss ab 10.000 Euro das Geld überwiesen werden. Bei Verkäufen zwischen Privatpersonen gibt es keine gesetzliche Obergrenze für Barzahlungen, solange keiner der beiden Beteiligten gewerblich handelt. 

Hohe Verkaufssummen in bar zu zahlen, kann aber aus anderen Gründen nicht schlau sein. Der ADAC rät hier unter anderem:

  • Erst nachdem beide Parteien den Kaufvertrag unterschrieben haben, wird das Geld übergeben.
  • Keine Anzahlungen leisten, Geld nur gegen Ware, also Auto.
  • Sichere Übergabeorte wählen, damit die hohen Bargeldbeträge nicht so einfach geraubt werden können. 

Und wer überweist, hat immerhin auch eine Dokumentation über die Transaktion.

© dpa-infocom, dpa:260605-930-179460/1


Von dpa
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