Auslandsschulden der Entwicklungsländer steigen auf Rekord | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.11.2026 15:32

Auslandsschulden der Entwicklungsländer steigen auf Rekord

Die Weltbank ist in Sorge angesichts der Schuldenlast armer Länder. (Archivbild) (Foto: Valerie Plesch/dpa)
Die Weltbank ist in Sorge angesichts der Schuldenlast armer Länder. (Archivbild) (Foto: Valerie Plesch/dpa)
Die Weltbank ist in Sorge angesichts der Schuldenlast armer Länder. (Archivbild) (Foto: Valerie Plesch/dpa)

Die Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer hat nach Daten der Weltbank 2025 einen Rekord erreicht. Private Gläubiger kehrten in großer Zahl zurück und die ärmsten Länder hätten wieder Zugang zu den Anleihemärkten, schrieb die Weltbank in ihrem „International Debt Report“, doch ihre Kreditkosten seien so hoch wie seit Jahrzehnten nicht.

Die Verschuldung der Entwicklungsländer bei ausländischen Gläubigern wuchs demnach 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent auf den Höchststand von 9,4 Billionen Dollar (knapp 8,4 Billionen Euro) - das schnellste Wachstum seit 2021. Der Zugang zu internationalen Geldern habe sich zwar verbessert, die Finanzierungskosten aber nicht. Die hohe Schuldenlast in den ärmsten Ländern drohe, unverzichtbare Investitionen für die Menschen zu verdrängen.

Die Kreditaufnahme bei privaten Gläubigern stieg laut Weltbank sprunghaft, und die Ausgabe von Anleihen öffentlicher Stellen wuchs um gut ein Drittel auf 251 Milliarden Dollar. Das war der höchste Stand seit fünf Jahren.

„Die Rückkehr privater Kreditvergabe an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist zu begrüßen, doch diese Länder nehmen mehr Kredite auf, zahlen mehr Zinsen und haben in vielen Fällen weniger Mittel für die langfristige Entwicklung übrig“, sagte Haishan Fu, Direktor für Entwicklungsdaten der Weltbank. 

Gestiegene Zinsen belasten arme Länder

Mit Inflationssorgen im Zuge des Iran-Kriegs, höheren Leitzinsen und einer steigenden Verschuldung von Staaten sind die Kapitalmarktzinsen zuletzt weltweit geklettert. Die Renditen von Staatsanleihen notieren so hoch wie seit Jahren nicht. Das erhöht den Druck selbst auf Industrieländer wie die USA, Frankreich und Deutschland und verteuert global die Neuverschuldung von Staaten.

Viele Regierungen gaben Anleihen aus, um Schulden zu tilgen - aber oft zu höheren Zinsen, schrieb die Weltbank, die sich für Armutsbekämpfung und die Entwicklungsarbeit einsetzt.

Daten von Anfang 2026 zeigten eine hohe Nachfrage nach Finanzierungen seitens armer Länder. Bis Mitte August hätten mehr als zehn Länder ihr Emissionsvolumen für das gesamte Jahr 2025 bereits überschritten.

Der Druck beim Schuldendienst bleibe angesichts weltweit hoher Zinsen groß, so die Weltbank. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zahlten 2025 rund 1,4 Billionen US-Dollar an Tilgung und Zinsen - der fünfte jährliche Anstieg in Folge.

© dpa-infocom, dpa:261105-930-951130/1


Von dpa
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